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Prof. Dr. Astrid Schütz, Chemnitzer Professorin für Differentielle Psychologie und Diagnostik, beleuchtet in ihrem neuen Buch Licht und Schatten positiver Selbstbewertung. Foto: Christine Kornack

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„Je selbstsicherer, desto besser?“

Seit 10. Februar 2005 steht das neue Buch von Psychologie-Professorin Astrid Schütz in den Buchläden

Wer sein Licht auch mal unter den Scheffel stellt, muss im wahren Leben nicht wirklich den Kürzeren ziehen. Denn nicht selten fallen gerade Menschen mit übersteigertem Selbstbewusstsein auf die Nase, zeigt Prof. Dr. Astrid Schütz. Die an der TU Chemnitz lehrende Professorin für Differentielle Psychologie und Diagnostik hat ihre jahrelangen wissenschaftlichen Untersuchungen zu Fragen des Selbstwertgefühls und den aktuellen Forschungsstand im Buch „Je selbstsicherer, desto besser?“ zusammengefasst. Ab 10. Februar 2005 steht das im Beltz-Verlag erscheinende Werk in den Buchläden.

Das Buch räumt mit dem gängigen Klischee auf, dass nichts über ein starkes Selbstwertgefühl geht. Zwar gilt die eigene Wertschätzung als zentral für das gute menschliche Funktionieren, allerdings kann ein Zuviel davon auch Risiken bergen. Prof. Schütz bringt es auf den Punkt: „Menschen mit sehr hohem Selbstwert überschätzen sich leicht und investieren dann zu wenig Anstrengung in eine Aufgabe, weil der Erfolg schon allzu gewiss scheint. Damit sind sie nicht unbedingt erfolgreicher oder beliebter als Menschen mit geringer Selbstwertschätzung, die typischerweise an ihren Fähigkeiten zweifeln und dann tatsächlich weniger zu leisten, als sie eigentlich könnten.“

Die Chemnitzer Psychologie-Professorin geht in ihrem Buch der Frage nach, wie man das Selbstwertgefühl überhaupt messen kann, worauf es basiert und wodurch es bedroht wird. Dabei erörtert sie auch Kultur- und Geschlechtsunterschiede und spürt den Zusammenhängen zwischen Selbstwert und sozialen Beziehungen sowie zwischen Selbstwert und Leistungsfähigkeit nach. Einige wichtige Erkenntnisse: Häufig sind es schon im Jugendalter die männlichen Jugendlichen, die über eine höhere Selbstwertschätzung verfügen und damit mehr Potenzial zur Selbstüberschätzung in sich tragen. Ebenso präsentieren sich westliche Kulturen vergleichsweise selbstbewusster als östliche. Doch zum Gelingen von Kooperation und Partnerschaft ist neben Selbstwertschätzung auch die Wertschätzung anderer von Bedeutung.

„Bloß nicht auffallen“ – mit diesem Motto schlagen sich häufig Menschen mit niedrigem Selbstwert durchs Leben und verpassen dabei auch die Gelegenheiten, ihre positiven Seiten zur Geltung zu bringen. Stets bewegt sie ein Gefühl der Unsicherheit, wie sie von anderen angenommen werden, weshalb sie bemüht sind, anderen zu gefallen. Sie setzen sich Ziele, die oft unter ihren Kompetenzen liegen und haben doch Angst davor, die Aufgaben nicht bewältigen zu können. Tritt der befürchtete Misserfolg ein, tendieren Menschen mit mangelndem Selbstbewusstsein dazu, die Ursache bei sich zu suchen. Zurück bleibt das Gefühl, wertlos zu sein. Prof. Schütz: „Dieses Verhalten und Erleben wirkt insofern oft rätselhaft, als sie sich Erfolg wünschen und beliebt sein möchten, ihre Erfolgschancen aber als sehr gering einschätzen. Um sich vor wiederkehrenden Enttäuschungen zu schützen, torpedieren sie manchmal ihre eigenen Ziele, schaden sich damit aber selbst.“

Anders die Menschen mit ausgeprägt hoher Selbstwerteinschätzung: Sie empfinden ihre Fähigkeiten als wichtig und sind davon überzeugt, dass andere sie mögen. Ihren Blick haben sie eher auf den möglichen Erfolg und weniger darauf gerichtet, was schief gehen könnte. Fehlschläge nehmen sie überrascht zur Kenntnis und führen diese zumeist auf äußere Umstände zurück. „Die Strategie, Fehlschlägen mit dem festen Glauben an den zukünftigen Erfolg zu begegnen, führt nicht selten auch zum erwarteten Erfolg. Ist eine Aufgabe aber nicht zu lösen, kann die Tendenz, nicht aufgeben zu wollen, in destruktive Beharrlichkeit münden“, so die Autorin. „Positive Selbstbewertung kann auch dann schaden, wenn noch unbekannte Aufgaben gelöst werden müssen: Menschen mit hoher Selbstwertschätzung halten Erfolg manchmal für selbstverständlich und bereiten deshalb Aufgaben nicht genügend vor.“

Das Buch schlägt den Bogen von fachlichen Befunden hin zur Praxis und richtet sich an alle, die sich genauer mit den Vorzügen und Risiken positiver Selbstbewertung auseinander setzen möchten.


Bibliographische Angaben:
Astrid Schütz: Je selbstsicherer, desto besser? Licht und Schatten positiver Selbstbewertung. Weinheim: Beltz 2005, 141 S., ISBN 3-621-27532-0, Preis: 22,90 Euro. Erscheinungsdatum: 10.02.2005


Weitere Informationen gibt Prof. Dr. Astrid Schütz, Professorin für Differentielle Psychologie und Diagnostik der TU Chemnitz, Telefon (03 71) 531 63 65, E-Mail astrid.schuetz@phil.tu-chemnitz.de .

Alexander Friebel
10.02.2005

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