Herausragende Lehre mit Wirkung in die Stadtgesellschaft
Service-Learning-Seminare an der TU Chemnitz verbinden Studium und gesellschaftliches Engagement – Preisgekrönte Lehrkonzepte von Dr. Isabelle van der Bom, Maj-Britt Krone und Dr. Stefanie Troppmann werden im Sommersemester 2026 weiterentwickelt
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Sie halten den „Lehrpreis Herausragende Lehre“ der TU Chemnitz, den sie am 27. Novembefr 2025 erhalten haben, stolz in den Händen (v. l.): Dr. Isabelle van der Bom, Maj-Britt Krone und Dr. Stefanie Troppmann. Archivfoto: privat
Wie akademisches Lernen und gesellschaftliches Engagement erfolgreich miteinander verbunden werden können, zeigen zwei Lehrformate, die bereits 2025 mit einem Lehrpreis der Technischen Universität Chemnitz ausgezeichnet wurden. Für ihre innovativen Service-Learning-Seminare hatten Maj-Britt Krone (Institut für Europäische Studien und Geschichtswissenschaften), Dr. Isabelle van der Bom (Institut für Anglistik/Amerikanistik) und Dr. Stefanie Troppmann (Hochschuldidaktik Sachsen) den Lehrpreis der TU Chemnitz in der Kategorie „Herausragende Lehre“ erhalten. Was ist das Besondere an den beiden preisgekrönten Lehrkonzepten? Sie setzen auf das Prinzip des Service Learning, bei dem Studierende fachliche Inhalte in realen Projekten anwenden und dabei aktiv zur Stadtgesellschaft beitragen. Ziel ist es, Theorie und Praxis eng miteinander zu verzahnen und gleichzeitig gesellschaftliche Verantwortung zu fördern.
Im Bachelorseminar von Maj-Britt Krone entwickelten Studierende der Europa-Studien im Auftrag der Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 gGmbH eine Kommunikationsstrategie für junge Menschen zwischen 14 und 27 Jahren. Im Fokus stand die Frage, wie Jugendliche für die Kulturhauptstadt begeistert und zur aktiven Beteiligung motiviert werden können. Im Laufe des Semesters entstanden unter anderem ein Videoformat sowie ein Workshopkonzept, das beim KOSMOS-Festival durch Interviews mit jungen Chemnitzerinnen und Chemnitzern vorbereitet wurde. Parallel dazu erarbeiteten Masterstudierende im Seminar von Dr. Isabelle van der Bom ein Tandem-Sprachlernprogramm für Volunteers der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025. Ziel war es, internationale Studierende und lokale Freiwillige zusammenzubringen, Sprachkompetenzen zu stärken und sie auf den Austausch mit internationalen Gästen vorzubereiten. Die Studierenden verantworteten dabei den gesamten Projektprozess – von der Konzeption bis zur Umsetzung – eigenständig. Beide Seminar wurden von Dr. Stefanie Troppmann didaktisch begleitet.
„Service Learning bedeutet Zusammenarbeit auf Augenhöhe und keine einseitige Hilfe“, betont van der Bom. Auch Krone hebt den Mehrwert des Ansatzes hervor: „Ich war überrascht, wie gut das selbstständige Arbeiten und der kreative Austausch zwischen den Studierenden funktionierte.“ Beide Seminare greifen den Wunsch vieler Studierender nach stärkerer Praxisorientierung im Studium auf und fördern zugleich zentrale Kompetenzen wie Projektmanagement, Teamarbeit, Kommunikationsfähigkeit und gesellschaftliche Reflexion. Die enge Zusammenarbeit mit externen Partnerinnen und Partnern ermöglicht es den Studierenden, an realen Herausforderungen zu arbeiten und die Wirkung ihres Engagements unmittelbar zu erleben. Die positive Resonanz zeigt sich nicht nur in den Ergebnissen der Projekte, sondern auch im Feedback der Beteiligten: Viele der entwickelten Formate wirken über das Semester hinaus weiter und tragen zur Vernetzung zwischen Universität und Stadtgesellschaft bei.
Für das Sommersemester 2026 ist bereits eine Weiterentwicklung der Lehrkonzepte geplant: Maj-Britt Krone wird gemeinsam mit Dr. Stefanie Troppmann ein weiteres Service-Learning-Seminar in Kooperation mit der ibug e. V. durchführen. Im Mittelpunkt sollen dabei Themen der Industriekultur sowie gesellschaftliche Transformationsprozesse in Sachsen und Europa stehen.
Mit einem Lehrpreis würdigt die TU Chemnitz Lehrformate, die Studium, Praxis und gesellschaftliches Engagement in besonderer Weise verbinden und damit zukunftsweisende Impulse für die Hochschullehre setzen.
Veranstaltungshinweis: Für Interessierte Lehrende findet am 17. April 2026 ein Workshop statt, der in das Service Learning einführt: www.mytuc.org/sxzh. Eine kurzfristige Anmeldung ist noch möglich.
Weitere Auskünfte erteilt Dr. Stefanie Troppmann, Referentin Hochschuldidaktik, Telefon +49 (0)371 531-39513, E-Mail stefanie.troppmann@rektor.tu-chemnitz.de.
(Autorin: Ulrike Rada)
Mario Steinebach
16.04.2026