Neuer Besucherrekord: „Souveräne Digitalität“ zieht Tausende auf den Campus
Chemnitzer Linux-Tage 2026 verzeichnen zahlreiche Besucherinnen und Besucher – das Interesse an Vorträgen, Workshops und Austausch rund um Open Source und IT-Sicherheit war in diesem Jahr besonders groß
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Wer die Linux-Tage besuchen wollte, musste am Eingang etwas Geduld mitbringen. Begrüßt wurden die Gäste vom Linux-Pinguin auf der LED-Wand am Hörsaalgebäude. Foto: Antje Schreiber
Mit rund 3.800 Gästen wurde am 28. und 29. März 2026 eine neue Höchstzahl bei den Chemnitzer Linux-Tagen erreicht. Sie fanden im Zentralen Hörsaal- und Seminargebäude der Technischen Universität Chemnitz statt. Weitere rund 200 Interessierte verfolgten die Vorträge und Workshops per Livestream. Unter dem Motto „Souveräne Digitalität” bot die Veranstaltung ein breites Programm aus Vorträgen, Workshops und einem stark frequentierten Ausstellungsbereich.
Bereits beim Betreten des Hörsaalgebäudes wurde die Vielfalt der Linux-Fans deutlich. Viele Teilnehmende trugen einen bunten Button, mit dem sie ihre persönlichen Präferenzen im Umgang mit Fotos sichtbar machten. Die sogenannten Offlinetags gab es in vier Varianten: kein Bild, anonymisiertes Bild, Bild ohne Namen und Bild mit Namen. Das dazugehörige Forschungsprojekt wurde vor Ort von Prof. Dr. Frank Pallas und Nicola Leschke von der Universität Salzburg sowie einem Team um Dr. Albrecht Kurze von der TU Chemnitz wissenschaftlich begleitet und stieß auf großes Interesse. Während der Veranstaltung wurden über 100 Teilnehmende in kurzen Interviews befragt. Rund 170 Personen nahmen bereits im Vorfeld an einer Vorbefragung teil, auch eine Nachbefragung ist geplant.
Die Vortragsräume waren durchgehend gut gefüllt, vielerorts reichten die Sitzplätze nicht aus. Dank der Unterstützung des c3voc konnten zahlreiche Beiträge live übertragen und aufgezeichnet werden. Die Aufzeichnungen stehen, sofern die Referentinnnen und Referenten zugestimmt haben, auch im Nachgang zur Verfügung – ein großer Teil kann bereits in der c3voc-Mediathek angeschaut werden. Ergänzt wurde das Programm durch die beliebten Lightning Talks, bei denen kurzfristig eingereichte Themen in kompakten Fünf-Minuten-Beiträgen präsentiert wurden. Dabei wurde ein bunter Themenmix abgedeckt, der unter anderem die Themen „Backup“, „Hardwarepreise“ und „eigene Projekte“ umfasste.
Das Veranstaltungsmotto „Souveräne Digitalität“ spiegelte sich besonders deutlich im Ausstellungsbereich wider. Viele Projekte und Initiativen präsentierten Lösungen, die den Fokus auf Datensouveränität und Unabhängigkeit von Cloud-Diensten legen. An den Ständen fand über beide Veranstaltungstage hinweg ein reger Austausch statt. Die Möglichkeit, verschiedene Geräte haptisch zu erfahren und direkt mit Entwicklern ins Gespräch zu kommen, wurde intensiv genutzt.
Mit einer Extravergünstigung für Prüfungen konnte das Linux Professional Institute punkten. Aufgrund der hohen Anmeldezahlen möchte es das Angebot im kommenden Jahr gern ausweiten. Auch die Workshops und Angebote für den Nachwuchs waren stark nachgefragt und vielfach bereits im Vorfeld ausgebucht. Ergänzend dazu konnten Besucherinnen und Besucher in offenen Formaten wie dem Lötworkshop eigene Projekte umsetzen. Für jüngere Gäste bot eine technikfreie Zone Raum für kreative Pausen abseits digitaler Themen.
(Autorinnen: Antje Schreiber, Anne Eichhorn)
Anne Eichhorn
31.03.2026