Chemnitz ist internationale Plattform für Zukunftstechnologien, Wissenschaft und Diplomatie
„New Horizons in Future Technologies“ brachte Botschafter mit Wissenschaft, Wirtschaft und Politik in Chemnitz zusammen
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Prof. Dr. Karla Hiller (l.) von der Professur Smart Systems Integration stellte den internationalen Gästen Forschungsprojekte des Zentrums für Mikro- und Nanotechnologien der TU Chemnitz vor. Foto: Steve Conrad -
Prof. Dr. Thomas von Unwerth (Mitte), Prorektor für Transfer und Weiterbildung der TU Chemnitz, suchte den Austausch mit den Gästen aus dem In- und Ausland. Foto: Steve Conrad -
Prof. Dr. Thomas Basler, Inhaber der Professur Leistungselektronik, stellte Forschungsthemen seiner Professur vor. Foto: Steve Conrad -
Bereits beim internationalen Welcome Dinner im Industriemuseum Chemnitz kamen miteinander ins Gespräch (v. l.): Prof. Dr. Martin Dix, Präsident des Industrievereins Sachsen 1828 e. V., Katrin Hoffmann, Geschäftsführerin des Industrievereins, Dirk Panter, Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, Eberhard Trempel, Generaldirektor des German Global Trade Forum Berlin, und Prof. Dr. Thomas von Unwerth, Prorektor für Transfer und Weiterbildung der TU Chemnitz. Foto: Ines Escherich
Drei Tage lang stand Chemnitz Ende Mai 2026 im Mittelpunkt eines außergewöhnlichen internationalen Dialogs über Innovation, Technologie und Zusammenarbeit. Mit dem Zukunftsforum „Chemnitz 2026 – New Horizons in Future Technologies“ ist es der Technischen Universität Chemnitz, dem German Global Trade Forum Berlin und dem Industrieverein Sachsen 1828 e. V. gelungen, hochrangige Vertreter aus Diplomatie, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zusammenzubringen und den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Chemnitz international sichtbar zu machen.
Botschafter sowie weitere hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Indien, Bangladesch, Pakistan, Tadschikistan, Vietnam, Hongkong und der Kirgisischen Republik nutzten die Veranstaltung, um neue Kontakte zu knüpfen, Zukunftstechnologien kennenzulernen und konkrete Kooperationsmöglichkeiten auszuloten. Zu den Gästen zählten Seine Exzellenz Ajit Vinayak Gupte, Botschafter der Republik Indien, begleitet von seiner Ehefrau Priti Gupte, Seine Exzellenz Dr. Imomudin Sattorov, Botschafter der Republik Tadschikistan, Seine Exzellenz Ömürbek Tekebaev, Botschafter der Kirgisischen Republik, Seine Exzellenz Saqlain Syedah, Botschafter der Islamischen Republik Pakistan, sowie Seine Exzellenz Muhammad Zulqar Nain, Botschafter der Volksrepublik Bangladesch.
Darüber hinaus nahmen weitere hochrangige Vertreterinnen und Vertreter diplomatischer Vertretungen und internationaler Wirtschaftsförderorganisationen teil, darunter Imren Kazmi, Botschaftsrat der Botschaft der Islamischen Republik Pakistan, Masrur Kurbonalizoda, Handelsattaché der Botschaft der Republik Tadschikistan, Madina Jabborzoda, Attachée der Botschaft der Republik Tadschikistan, Mirat Urmat Uulu, Erster Sekretär der Botschaft der Kirgisischen Republik, Thi Thu Ha Nguyen, Leiterin des Investitionsbereichs der Botschaft der Sozialistischen Republik Vietnam, sowie Indiana Wong, Leiterin des Hong Kong Economic and Trade Office Berlin. Begleitet wurde die Delegation aus Hongkong von Ulrike Wegener, Commercial and Public Relations Officer, und Yat Lai Kyle Cheung.
Ziel des Forums war es, internationale Partnerschaften anzubahnen, den Austausch zwischen Forschung, Industrie, Politik und Diplomatie zu fördern und Chemnitz sowie Sachsen als leistungsfähigen Innovationsstandort im Herzen Europas zu präsentieren.
Auftakt im Industriemuseum Chemnitz
Den Auftakt bildete ein internationales Welcome Dinner im Industriemuseum Chemnitz. Zwischen historischen Maschinen und Zeugnissen der Industrialisierung wurde deutlich, wie eng Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbunden sind. Dort, wo einst technologische Entwicklungen die industrielle Erfolgsgeschichte Sachsens prägten, wurde über die Technologien von morgen, internationale Kooperationen und neue globale Partnerschaften diskutiert.
Die Eröffnung erfolgte durch die drei Initiatoren des von langer Hand vorbereiteten Events. Eberhard Trempel, Generaldirektor des German Global Trade Forum Berlin, betonte die Rolle des Forums als Plattform für Dialog und Verständigung in einer zunehmend komplexen geopolitischen Welt. Daran anknüpfend unterstrich Prof. Dr. Thomas von Unwerth, Prorektor für Transfer und Weiterbildung der Technischen Universität Chemnitz, die Bedeutung internationaler Forschungsnetzwerke und die Rolle der Universität als Partner für globalen Wissens- und Technologietransfer. Katrin Hoffmann, Geschäftsführerin des Industrievereins Sachsen 1828 e. V., fügte hinzu, dass persönliche Begegnungen und gegenseitiges Vertrauen die Grundlage erfolgreicher internationaler Kooperationen bilden.
Impulse kamen vom ehemaligen Sächsischen Staatsminister für Regionalentwicklung, Thomas Schmidt, heute Vorsitzender der deutschen Delegation im Europäischen Ausschuss der Regionen, der die Innovationskraft Sachsens und die Bedeutung internationaler Kooperationen für die industrielle Transformation hervorhob. Der Sächsische Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, Dirk Panter, verwies auf die erfolgreiche Entwicklung Südwestsachsens zu einer modernen Technologie- und Industrieregion. Die Keynote von Angelika Pachl-Mix stand unter dem Leitgedanken „Together, not against“ und warb für mehr Zusammenarbeit, Vertrauen und gemeinsame Verantwortung bei der Gestaltung technologischer Zukunft.
Bereits am ersten Abend entstanden zahlreiche neue Kontakte und Projektideen. Schnell wurde deutlich, dass das Forum weit mehr sein sollte als eine klassische Fachveranstaltung: Es verstand sich als Plattform für Begegnung, Vertrauen und internationale Zusammenarbeit.
Wissenschaft und Innovation an der Technischen Universität Chemnitz
Der zweite Veranstaltungstag führte die internationalen Gäste an die Technische Universität Chemnitz. Dort standen wissenschaftliche Exzellenz, Technologietransfer und internationale Kooperationen im Mittelpunkt.
Die Universität präsentierte ihre Forschungsschwerpunkte in den Bereichen intelligente Materialien, ressourceneffiziente Produktion, Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien, Mikro- und Nanotechnologien sowie Mensch-Technik-Interaktion. Forschungszentren wie das Forschungscluster MERGE, das Zentrum für Mikro- und Nanotechnologien und das „Hydrogen and Mobility Innovation Center“ (HIC) verdeutlichten die technologische Leistungsfähigkeit des Standortes und zeigten, wie aus wissenschaftlichen Erkenntnissen marktfähige Innovationen entstehen.
Neben der Technischen Universität Chemnitz präsentierte sich die Stadt Chemnitz als moderne Technologie- und Wissenschaftsmetropole mit besonderen Stärken in den Bereichen Maschinenbau, Mikroelektronik, Automobilzulieferindustrie, Medizintechnik und Wasserstoffwirtschaft. Gleichzeitig wurden die internationale Sichtbarkeit durch das Kulturhauptstadtjahr 2025 sowie Zukunftsprojekte wie der Technologiecampus und das Wasserstoffzentrum hervorgehoben.
Ein besonderer Höhepunkt war das Diplomatische Forum „Future Technologies Worldwide“. Botschafter und hochrangige Vertreterinnen und Vertreter stellten ihre Länder vor und diskutierten Kooperationsmöglichkeiten mit Sachsen. Trotz unterschiedlicher wirtschaftlicher und geografischer Rahmenbedingungen zeigten sich gemeinsame Herausforderungen in den Bereichen Energiewende, Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Fachkräftesicherung und nachhaltige Industrieentwicklung. Gleichzeitig wurde deutlich, welches Potenzial in einer engeren Zusammenarbeit zwischen internationalen Partnerinnen und Partnern sowie sächsischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen liegt.
Bei Führungen durch verschiedene Forschungszentren der TU Chemnitz erhielten die Gäste anschließend direkte Einblicke in aktuelle Entwicklungen bei Wasserstofftechnologien, Leistungselektronik, ressourceneffizientem Leichtbau, Nanomembranen und modernen Produktionstechnologien.
Den Abschluss des Tages bildete ein Empfang des Chemnitzer Oberbürgermeisters Sven Schulze im Rathaus. Dort trugen sich die Botschafter in das Goldene Buch der Stadt ein und setzten damit ein sichtbares Zeichen für die wachsende internationale Vernetzung von Chemnitz.
Internationale Gala des Industrievereins als Höhepunkt des Forums
Den feierlichen Höhepunkt bildete am dritten Tag die Gala des Industrievereins Sachsen 1828 e. V. im Kraftverkehr Chemnitz unter dem Motto „Weltenbummler – Begegnungen. Perspektiven. Zukunft.“.
Nach zwei Tagen intensiver Gespräche über Zukunftstechnologien, internationale Kooperationen und wissenschaftliche Innovationen bot die Gala den passenden Rahmen, um die gewonnenen Eindrücke zu vertiefen und neue Kontakte weiter auszubauen. Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Diplomatie kamen erneut zusammen und machten deutlich, dass nachhaltige Partnerschaften nicht allein in Konferenzräumen entstehen, sondern vor allem durch persönliche Begegnungen und den offenen Austausch unterschiedlicher Perspektiven.
In seiner Begrüßung betonte Prof. Dr. Martin Dix, Präsident des Industrievereins Sachsen 1828 e. V., die Rolle des Industrievereins als Brückenbauer zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und internationalen Partnern. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer unterstrich die Bedeutung von Offenheit, internationalem Handel und technologischer Exzellenz für die Zukunft Sachsens. Gerade in einer Zeit zunehmender globaler Herausforderungen seien internationale Zusammenarbeit und starke Netzwerke wichtige Voraussetzungen für wirtschaftlichen Erfolg und gesellschaftlichen Fortschritt.
Einen besonderen internationalen Akzent setzte der Botschafter der Republik Indien, Seine Exzellenz Ajit Vinayak Gupte. Er stellte die dynamische Entwicklung seines Landes in den Bereichen Halbleitertechnologie, Künstliche Intelligenz, Elektronikproduktion und erneuerbare Energien vor und warb für eine intensivere Zusammenarbeit zwischen indischen und sächsischen Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen. Darüber hinaus sprach er sich für eine stärkere Integration internationaler Studierender aus. Diese seien nicht nur eine Bereicherung für Hochschulen und Gesellschaft, sondern könnten angesichts des zunehmenden Fachkräftebedarfs einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands leisten.
Passend zum Motto „Weltenbummler“ spiegelte das kulturelle Programm die Vielfalt und Internationalität des Forums wider. Der Schriftsteller und Moderator Wladimir Kaminer führte mit Humor und Feingefühl durch den Abend. Musikalische Akzente setzten der Akkordeon-Virtuose Nenad Nikolić sowie die Band The LIVE Society. Musik, Kultur und persönliche Begegnungen ergänzten die fachlichen Inhalte des Forums und machten deutlich, dass erfolgreiche internationale Zusammenarbeit immer auch vom gegenseitigen Kennenlernen und Verstehen lebt.
Starkes Signal für Chemnitz und Sachsen
Mit „New Horizons in Future Technologies“ wurde Chemnitz für drei Tage zu einem internationalen Treffpunkt für Zukunftstechnologien, Innovation und Diplomatie. Die Veranstaltung hat eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in der Verbindung von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik sowie internationalen Partnerinnenn und Partnern liegt.
Zahlreiche Gespräche, neue Kontakte und konkrete Kooperationsansätze machen deutlich, dass Chemnitz und Sachsen über die wissenschaftliche Kompetenz, industrielle Stärke und internationale Offenheit verfügen, um eine wichtige Rolle bei der Gestaltung technologischer Zukunftsperspektiven zu spielen.
Die Veranstalter ziehen daher ein positives Fazit: „New Horizons in Future Technologies“ hat eindrucksvoll gezeigt, dass Innovation dort entsteht, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen, Vertrauen aufbauen und gemeinsam nach Lösungen für die Herausforderungen von morgen suchen. Das Forum hat neue Horizonte eröffnet – für Chemnitz, für Sachsen und für internationale Partnerschaften weit über Europa hinaus.
Kontakt: Katrin Hoffmann, Geschäftsführerin des Industrievereins Sachsen 1828 e. V., E-Mail katrin.hoffmann@industrieverein.org, Telefon +49 170 242 6152
(Quelle: Gemeinsame Mitteilung der TU Chemnitz, des German Global Trade Forums Berlin und des Industrievereins Sachsen 1828 e. V.)
Mario Steinebach
03.06.2026