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Wenn die Berufsausbildung zum Studium motiviert

Im Gespräch: TUC-Absolvent Hannes Freiberg, Landesbester im Ausbildungsberuf Industriemechaniker und Student im Studiengang Maschinenbau

Die sächsischen Industrie- und Handelskammern würdigten Ende des vergangenen Jahres herausragende Prüfungsleistungen im Freistaat Sachsen, darunter die von Hannes Freiberg, der seine Berufsausbildung zum Industriemechaniker an der Technischen Universität Chemnitz absolvierte. Der ehrgeizige junge Mann, der seine Ausbildung ein halbes Jahr eher als üblich erfolgreich beendete, bleibt seiner Universität treu und startete im Wintersemester 2025/26 in ein Maschinenbau-Studium. Mit ihm kamen der Rektor der TU Chemnitz, Prof. Dr. Gerd Strohmeier, und der Kanzler der TU Chemnitz, Peter Bernshausen, am 29. Januar 2026 ins Gespräch. Und auch für TUCaktuell war Hannes Freiberg gern bereit, einige Fragen zu beantworten:

Herr Freiberg, wie fühlt es sich an, Sachsens Landesbester im Ausbildungsberuf Industriemechaniker zu sein, und was war Ihr Erfolgsrezept während der Berufsausbildung an der TU Chemnitz?

Ich bin natürlich sehr stolz, dass ich diese Anerkennung erhalten habe und freue mich über meinen guten Abschluss. Allerdings bin ich hauptsächlich dankbar – meiner Familie, die meine Entscheidung nach dem Abitur, eine Ausbildung zu machen, unterstützt hat, meinen Lehrern, die mich stets mit neuem Wissen versorgt haben, und besonders dankbar bin ich meinem Ausbilder Felix Matthes, der mir nicht nur jede Menge Fertigkeiten und theoretische Grundlagen nähergebracht hat, sondern auch stets um den reibungslosen Ablauf bedacht war und so eine besondere Lernumgebung auf Augenhöhe geschaffen hat. Ein konkretes Erfolgsrezept ist schwer zu benennen. Für mich haben die tolle Lernumgebung, bedachtes Vorgehen und gezielte Nachfragen sowie der Wunsch, einen guten Abschluss zu erlangen, letztlich zu einem erfreulichen Ergebnis geführt.

Wollten Sie schon immer diesen Beruf erlernen?

Ehrlicherweise nein. Für mich war immer klar etwas im technischen Bereich machen zu wollen, wobei ich aber ursprünglich eher ein Studium im Sinn hatte.

Warum haben Sie sich für eine Berufsausbildung an der TU Chemnitz entschieden?

„Ausbildung an der Uni?“ – das ist wohl eine der häufigsten Reaktionen, die ich erlebt habe, wenn sich nach meiner Ausbildung erkundigt wurde. Und mir ging es genauso, als ich durch meinen besten Freund auf diese Option aufmerksam wurde. Ich besuchte dann an der Universität einen Schnuppernachmittag in der Lehrwerkstatt der Industriemechaniker, wo ich lange mit dem Ausbilder Felix Matthes reden konnte und so auf einige Vorzüge der Ausbildung an der TU Chemnitz aufmerksam wurde. Dies überzeugte mich schließlich, um mich für einen Ausbildungsplatz zu bewerben.

Was spricht aus Ihrer Sicht für eine Berufsausbildung an einer Universität im Vergleich zur Ausbildung in einem Industrieunternehmen?

Es gibt einige Vorzüge bei einer Berufsausbildung an einer Universität, die ich als bedeutend empfinde. Der wohl größte Unterschied ist das Fehlen einer wirtschaftlichen Produktion, in die Auszubildende häufig mit eingebunden werden. Ich fand es unfassbar hilfreich, abseits von Zeit- und Leistungsdruck zu lernen, da es so möglich war, Probleme gründlich zu durchdenken und verschiedene Lösungswege zu probieren. Auch Fehler, die in einem Lernprozess ja durchaus auftreten können, sind für mich nie zum Problem geworden, da man die Zeit hat, es neu oder anders zu probieren. Ein weiterer für mich wichtiger Umstand ist das universitäre Umfeld im Allgemeinen – eine Umgebung, die auf Wissensfindung und -vermittlung ausgelegt ist. Fragen und Interesse sind stets willkommen und man findet zu wohl fast jeder Frage einen Experten, der diese gern ausführlich beantwortet. In dieser Umgebung hatte ich als Auszubildender den Eindruck, mich selbst verwirklichen und einige Schwerpunkte meiner Ausbildung frei wählen zu können.

An welche Momente Ihrer Ausbildung erinnern Sie sich besonders gern zurück?

In den drei Jahren Ausbildung gab es für mich einige denkwürdige Momente – angefangen mit den Meilensteinen der Ausbildung, wie dem ersten Tag, der Zwischenprüfung und letztlich der Abschlussprüfung. Auch meine Tätigkeit in der Jugend- und Auszubildendenvertretung möchte ich nicht missen. Doch am liebsten denke ich wohl an meine ersten Arbeiten an der Drehmaschine, die wie ein Gesandter des Himmels schien, nachdem ich über Wochen an meinen Fertigkeiten mit handgeführten Werkzeugen gefeilt habe.

Nach dem Abschluss Ihrer Berufsausbildung sind Sie nun ins Studium eingestiegen. Wie kam es dazu?

Es war immer mein Wunsch, ein Studium aufzunehmen, nur fehlte mir nach der Schule die nötige Motivation. Mit der neuen Perspektive, die ich während der Ausbildung erlangt habe, hat sich das geändert. Ich habe mich selbst besser einzuschätzen gelernt und hatte auch meinen Ausbildungsberuf thematisch passend zu für mich vorstellbaren Studiengängen gewählt, sodass ich auf dieser Grundlage meine Entscheidung zum Studium treffen konnte.

Wie empfinden Sie die Unterschiede zwischen Schule, Ausbildung und Studium?

Spürbar, aber tatsächlich erfrischend. Nach dem Abitur wollte ich von grauer Theorie erstmal nichts mehr wissen und war umso dankbarer für die praktischen Inhalte der Ausbildung. Es war ein anderes Lernen als zuvor und hat vielleicht gerade deshalb viel Spaß gemacht. Ähnlich empfinde ich es nun im Studium: es ist neu, es ist anders, der Fokus verschiebt sich. Eine neue Herausforderung, deren Anspruch ich hoffentlich gewachsen bin.

Was gefiel Ihnen besonders gut in Ihrer Berufsausbildung und was bereitet Ihnen nun in Ihrem Studium Freude?

Da ich bereits während der Ausbildung gern praktische Erfahrungen gesammelt habe, erfreue ich mich natürlich besonders an praxisnahen Inhalten meines Studiums. Dazu zählen für mich verschiedene anwendungsorientierte Fachbereiche wie Fertigung, Werkstoffwissenschaften und Konstruktion.

Welche Ziele haben Sie sich für die kommenden Jahre gesetzt?

Ich möchte mein Studium natürlich erfolgreich abschließen und die Zeit nutzen, um wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Dazu plane ich, Praktika in verschiedenen Bereichen zu absolvieren, um meine Interessen besser kennenzulernen und mein Studium entsprechend auszurichten. Zudem möchte ich wieder mehr Lesen – ein Hobby, das in den letzten Jahren leider zu kurz gekommen ist.

Welche Tipps würden Sie jungen Menschen mit auf den Weg geben, die überlegen, an der TU Chemnitz eine Berufsausbildung oder ein Studium zu beginnen?

Für die Ausbildung empfiehlt es sich definitiv, die Orientierungsangebote wie Ausbildungsmessen und Praktika zu nutzen, da diese einen Einblick in die Inhalte der Ausbildung verleihen, den man in keinem Gespräch und keinem Flyer abbilden kann. Ähnlich kann ich es auch jedem angehenden Studierenden ans Herz legen, Praktika zu machen und Kontakt zu Fachkundigen aufzubauen. Mir haben auf dem Weg ins Studium und besonders bei der Wahl der Studienrichtung, die Kontakte aus Praktika und Ferienjobs aus meiner Schulzeit und selbstverständlich all die Fachleute, die ich in der Ausbildung kennenlernen durfte, geholfen. Meiner Erfahrung nach sind – unabhängig vom Fachbereich – viele erfreut, wenn sich junge Menschen für ihr Fachgebiet interessieren und teilen gern ihre Erfahrungen und Einsichten.

(Die Fragen stellte Mario Steinebach, Pressesprecher der TU Chemnitz.)

Weitere Informationen zu den Ausbildungsberufen der TU Chemnitz: https://www.tu-chemnitz.de/verwaltung/personal/berufe/index.php

Kontakt: Dezernat Personal der TU Chemnitz, Miriam Fellechner, Telefon 0371 531-38794, E-Mail ausbildung@verwaltung.tu-chemnitz.de

Mario Steinebach
29.01.2026

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