Für mehr Verständlichkeit in der Kommunikation zwischen Roboter und Mensch
ESF PLUS-Nachwuchsforschungsgruppe „Maßnahmen zur Transparenzerhöhung der Bewegungsabsicht von Robotern in Abhängigkeit menschlicher Aufmerksamkeit“ (MaTraB) ist an der TU Chemnitz gestartet
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Die am Projekt beteiligten Forscherinnen und Forscher trafen sich am 21. Januar 2026 zum Kick-Off des Projekts MaTraB. Foto: Lydia Hanschmann -
Das Vorhaben wird bis Oktober 2028 mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Freistaates Sachsen gefördert.
Stellen Sie sich vor: Sie müssen mit einem Kollegen den Arbeitsplatz teilen, den Sie pausenlos im Blick behalten müssen während er arbeitet, oder – falls das durch Ihre eigenen Aufgaben nicht möglich ist – jeden seiner Arbeitsschritte einzeln freigeben. Dies ist mühsam und ineffizient, entspricht aber dem Status quo der heutigen schutzzaunlosen Robotik in der Produktion. Um Automatisierung und Ressourceneffizienz zu steigern, müssen robotische Systeme flexibler und die Aufgabenteilung dynamischer werden. Dafür ist eine transparente Kommunikation zwischen Mensch und Roboter nötig, die Auskunft darüber gibt, wer wann wo arbeitet. Außerdem braucht es eine adaptive Verhaltensanpassung des Roboters, je nachdem wohin der Mensch seine Aufmerksamkeit gerade wendet. Dies möchte die im Dezember 2025 an der Technischen Universität Chemnitz gestartete ESF PLUS-Nachwuchsforschungsgruppe „Maßnahmen zur Transparenzerhöhung der Bewegungsabsicht von Robotern in Abhängigkeit menschlicher Aufmerksamkeit“ (MaTraB) ermöglichen.
Das Ziel des Projekts besteht darin, zu erforschen, wie eine transparente Kommunikation zwischen Mensch und Roboter bei verschiedenen aufgabenbedingten Aufmerksamkeitssituationen gestaltet und effizient umgesetzt werden kann. Dazu wird Eye-tracking eingesetzt, um die menschliche Aufmerksamkeit zu erfassen und die Roboterkommunikation entsprechend anzupassen. Um diese Anpassung ressourceneffizient und in Echtzeit zu ermöglichen, werden Algorithmen entwickelt und verteilte Rechensysteme eingesetzt. Ziel ist es, das Vertrauen und die Robustheit der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter zu steigern sowie die Ressourceneffizienz zu erhöhen.
Das Projekt wird mit mehr als einer Million Euro aus dem Programm des Europäischen Sozialfonds Plus gefördert. Die sechs beteiligten Nachwuchsforscherinnen und -forscher aus fünf Fakultäten der TU Chemnitz erhalten die Gelegenheit, sich persönlichen zu qualifizieren. Mit gemeinsamen Veröffentlichungen legen sie den Grundstein für mehr Sichtbarkeit der TU Chemnitz und für zukünftige Forschungsarbeiten. Beteiligt sind sechs Professuren der Universität: Professur Neurorobotik (Prof. Dr. Florian Röhrbein, Projektleitung), Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement (Prof. Dr. Angelika Bullinger-Hoffmann), Professur Künstliche Intelligenz (Prof. Dr. Fred Hamker), Professur Smart Systems Integration (Prof. Dr. Harald Kuhn), Professur Prädiktive Verhaltensanalyse (Prof. Dr. Marco Ragni) und Professur Physik kognitiver Prozesse (Prof. Dr. Wolfgang Einhäuser-Treyer).
Das Projekt MaTraB wird durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes sowie durch die Europäische Union mitfinanziert.
Weitere Informationen erteilt Dorothea Langer, Telefon +49 (0)371 531-32218, E-Mail dorothea.langer@mb.tu-chemnitz.de.
Mario Steinebach
26.01.2026