Dr. Jonathan Apell erhält Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung
Feodor Lynen-Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung ermöglicht Chemnitzer Wissenschaftler zweijährigen Forschungsaufenthalt am Massachusetts Institute of Technology
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Dr. Jonathan Apell beschäftigt sich an der Professur Elektronenmikroskopie und Mikrostrukturanalytik der TU Chemnitz mit metallischen Werkstoffen, insbesondere für deren Einsatz bei hohen Temperaturen. Ab Mai setzt er seine Forschung in den USA fort. Foto: Carolin Mand
Dr. Jonathan Apell, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur Elektronenmikroskopie und Mikrostrukturanalytik (Leitung: Prof. Dr. Andreas Undisz) der Technischen Universität Chemnitz, erhielt ein Feodor Lynen-Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung. Das renommierte Stipendium ermöglicht ihm ab Mai 2026 einen zweijährigen Forschungsaufenthalt am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA. Dort wird er grundlegende Mechanismen der Oxidbildung auf Legierungen untersuchen und dazu moderne Methoden der in-situ Elektronenmikroskopie einsetzen.
Apell beschäftigt sich in seiner Forschung mit metallischen Werkstoffen, insbesondere für deren Einsatz bei hohen Temperaturen. Sein Forschungsschwerpunkt liegt darauf, Veränderungen der Werkstoffoberfläche, z. B. durch Oxidation, mittels Elektronenmikroskopie auf atomarer Ebene zu beobachten sowie ablaufende Reaktionen mit in-situ Methoden direkt zu verfolgen. Im Jahr 2024 promovierte er mit Auszeichnung (summa cum laude) an der Friedrich-Schiller-Universität Jena zur Oxidation von Hochentropielegierungen und setzt seitdem seine Forschung an der TU Chemnitz fort, unter anderem zur Oxidation von Mittelmanganstählen.
Während seines Forschungsaufenthalts am MIT wird Apell mit Prof. Carl V. Thompson und Prof. Frances M. Ross zusammenarbeiten. Im Zentrum des Vorhabens steht die Aufklärung grundlegender Mechanismen, die die Bildung und Stabilität schützender Oxidschichten steuern. Ziel ist es, aus diesen Erkenntnissen Prinzipien abzuleiten, die den Weg für die Entwicklung langlebigerer, oxidationsbeständiger Legierungen für Anwendungen bei hohen Temperaturen ebnen. Dies ist eine entscheidende Voraussetzung zur Reduktion von CO2-Emissionen und für die erneuerbare Energieerzeugung, beispielsweise zur Wasserstofferzeugung mit Festoxid-Elektrolyseuren oder für thermische Energiespeicher in Solarwärmekraftwerken.
Stichwort: Feodor Lynen-Forschungsstipendium
Das Feodor Lynen-Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung richtet sich an überdurchschnittlich qualifizierte Forschende und fördert Forschungsaufenthalte bei Mitgliedern des Humboldt-Netzwerks weltweit. Namensgeber ist Feodor Lynen, Biochemiker und Nobelpreisträger, der sich von 1975 bis 1979 als Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung dafür einsetzte, das internationale Humboldt-Netzwerk für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus Deutschland zu öffnen.
Weitere Informationen erteilt Dr. Jonathan Apell, E-Mail jonathan.apell@mb.tu-chemnitz.de.
Mario Steinebach
14.01.2026