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Treffen der „53er“: Erinnerungen einer besonderen Matrikel

12 Absolventinnen und Absolventen der ehemaligen Hochschule für Maschinenbau kehrten am 11. Oktober 2025 nach Chemnitz zurück und erinnerten sich an ihren Studienbeginn vor 72 Jahren

Als im Oktober 1953 die ersten Studentinnen und Studenten der neu gegründeten Hochschule für Maschinenbau (HfM) ihre Ausbildung aufnahmen, war Chemnitz gerade in Karl-Marx-Stadt umbenannt worden, kostete die Miete für ein Zimmer samt „Blümchenkaffee“ am Morgen 30 Mark, bestimmten Lebensmittelrationierungen und Kohlekarten für die Zuteilung von Briketts den Alltag und dienten abendliche Vergnügungen in Tanzlokalen wie dem „Schlachthof“ nicht nur der Zerstreuung, sondern auch als Partnerbörse.

Am 11. Oktober 2025 erinnerten sich zwölf Absolventen des damaligen Jahrgangs, die jüngsten unter ihnen 90 Jahre, anlässlich eines Treffens gern an diese herausfordernde, aber auch schöne Zeit ihres Lebens. Sie waren, teils gemeinsam mit ihren Ehe- und Lebenspartnerinnen, der Einladung der Organisatoren Werner Bittrich, Erwin Feige und Lothar Schönfeld ins Chemnitzer Restaurant „Miramar“ gefolgt.

In gemütlicher Runde begrüßte auch der Rektor der Technischen Universität Chemnitz, Prof. Dr. Gerd Strohmeier, die ehemaligen Studierenden und bedankte sich für ihre Treue und Wertschätzung für die Universität. „Die langjährige Verbundenheit untereinander sowie zu unserer Universität macht die ‚53er‘ einzigartig – für die TU Chemnitz und weit darüber hinaus. Es war mir eine große Freude und ein besonderes Herzensanliegen, an ihrem diesjährigen Treffen teilzunehmen. Ich danke den ‚53ern‘ sehr herzlich für die langjährige enge Verbundenheit mit unserer Universität und die große Wertschätzung, die sie ihr entgegenbringen“, so Prof. Dr. Gerd Strohmeier.

Die Anwesenheit des Rektors zu ihrem Treffen wurde von den Alumni sehr geschätzt. Sie berichteten ihm gern von ihrer Zeit an der Universität, die beinahe auf den Tag genau vor 72 Jahren begonnen hatte: 291 junge Menschen starteten am 8. Oktober 1953 mit Aufnahme ihres Studiums in einen neuen Lebensabschnitt. Der Sommer zuvor war turbulent, „eine Zeit des Durcheinanders, denn plötzlich rollten Panzer“, so beschrieb Erwin Feige, Alumnus des Jahrgangs, den Sommer 1953. Der Volkaufstand am 17. Juni in der damaligen DDR hatte nicht zuletzt auch Einfluss auf die Biografien der „53er“ – so nennen sich die Absolventinnen und Absolventen der HfM noch heute. Feige resümierte: „Viele von uns hatten gerade die Abiturprüfungen beendet, aber die Zeugnisse kamen verspätet und auch der Studienbeginn verschob sich.“ Doch die Immatrikulation gelang.

Für all jene, die noch keine Berufsausbildung vorweisen konnten, begann das erste Halbjahr mit einem betrieblichen Vorpraktikum. Erst zu Beginn des zweiten Semesters im März 1954 trafen sich die 53er dann zum gemeinsamen Lernen im Böttcherbau an der Straße der Nationen. Es folgten Grundstudium, Vordiplom, Fachstudium und „großer Beleg“. 1959 beendeten schließlich rund 180 Studentinnen und Studenten der Matrikel ihr Diplom-Ingenieur-Studium.

Als die TU Chemnitz im Jahr 2003 das 50-jährige Gründungsjubiläum der HfM feierte, konnten über 150 von ihnen wieder ausfindig gemacht werden. Fortan haben sich die Kontakte zwischen vielen der Ehemaligen intensiviert. Sie treffen sich mittlerweile jedes Jahr in Chemnitz. So wie am Nachmittag des 11. Oktober 2025, als sich die „53er” noch lange intensiv über die Zeit ihres Studiums austauschten und über die Geschenke, die ihnen der Rektor der TU Chemnitz übergeben hatte, freuten.

(Autorin: Diana Schreiterer)

Anne Eichhorn
17.10.2025

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