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TU Chemnitz mit Forschungsbeitrag aus dem Bereich "Mensch und Technik" erfolgreich im Hochschulwettbewerb des Wissenschaftsjahres 2022

Projektteam um Techniksoziologin Karola Köpferl von der TU Chemnitz setzte sich als eines von 15 erfolgreichen Teams unter über 270 Einreichungen mit Idee zur Einbindung älterer Menschen bei der Umsetzung technologischer Unterstützungen im Alltag durch

Unsere Gesellschaft wird immer älter. Laut Statistischem Bundesamt ist heute jede zweite Person in Deutschland älter als 45 und jede fünfte Person älter als 66 Jahre. Zum 31. Dezember 2020 gab es in Deutschland rund 2.5 Millionen Personen im Alter von 85 Jahren und älter. Die Stadt Chemnitz ragt in dieser Entwicklung nochmal besonders heraus. Damit stellt sich immer drängender die Frage: Wie können Menschen im Alter ideal unterstützt werden? „Dabei spielt der Einsatz von technischen Unterstützungssystemen eine immer größere Rolle, das weiß ich aus wissenschaftlicher und persönlicher Erfahrung“, sagt Karola Köpferl, Wissenschafliche Mitarbeiterin der Juniorprofessur Techniksoziologie mit dem Schwerpunkt Internet und Neue Medien an der Technischen Universität Chemnitz. Sie betreut selbst eine pflegebedürftige Angehörige.

Gemeinsam mit Dr. Andreas Bischof, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur Medieninformatik (Leitung: Prof. Dr. Maximilian Eibl) der TU Chemnitz und Leiter der Nachwuchsforschungsgruppe “miteinander”, sowie Dr. Albrecht Kurze, ebenfalls Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur Medieninformatik und Mitglied von „miteinander“, war Köpferl nun mit einem Projektantrag im Rahmen des „Wissenschaftsjahres 2022“ erfolgreich. Der Antrag adressiert das Verhältnis von Alter und Technologieakzeptanz. Das Wissenschaftsjahr ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die TU Chemnitz ist im Rahmen des Wissenschaftsjahres regelmäßig mit Gastbeiträgen von Forscherinnen und Forschern vertreten.

Wie Wissenschaft im Dialog und das Wissenschaftsjahr 2022 in einer Pressemitteilung am 17. Februar 2022 mitteilen, gehört das Projekt der TU Chemnitz mit dem Titel „Schlaue Technik. Tolle Helfer?“ zu den nur 15 von über 270 Einreichungen, die ab März 2022 mit 10.000 Euro gefördert werden. „Was uns im Rahmen dieser Förderung interessiert, ist die Einstellung älterer Menschen zu technischen Unterstützungssystemen zu erfahren“, sagt Köpferl. „Wir wollen erforschen, was Unterstützung für Ältere bedeutet – und welche Rolle technische Systeme dabei spielen.“ Ziel sei es, mit einem partizipativen Ansatz ältere Menschen in die Beurteilung und Entwicklung unterstützender Technologien wie zum Beispiel Smart Home einzubeziehen und so Fach-und Alltagwissen auszutauschen.

Mit den vom BMBF geförderten Vorprojekten „Mitmach_X“ und „miteinander“ sowie dem „Living Lab“ im Chemnitzer Stadtteil Brühl sei für eine Erforschung dieser Frage bereits die ideale Infrastruktur nah am Alltag und im Lebensumfeld älterer Menschen vorhanden. „Dass wir mit Karola Köpferls hervorragender Initiative zum Wissenschaftsjahr auf diese Arbeit aufbauen können, freut mich besonders“, bewertet Dr. Andreas Bischof den Erfolg seiner Kollegin.

Direkter Austausch für unmittelbaren Erkenntnisgewinn

In den kommenden Monaten gehe es nun darum, partizipative Formate zu entwickeln bzw. bereits bestehende zu nutzen und in den direkten Austausch mit älteren Menschen zu treten. Deswegen bilden Diskussions- und Mitmach-Formate die Basis des Dialogs mit der Öffentlichkeit. Zur Beteiligung aufrufen wird das Team nach Start des Projekts im Besonderen in lokalen Printmedien, da sich Ältere bevorzugt analog informieren. Darüber hinaus werden Kontakte zu Akteurinnen und Akteuren in den Stadtteilzentren genutzt, um als Scharnier zwischen Forschung und Bevölkerung zu fungieren.

Durch Formate wie dem „Technikcafé: Sicherheit im schlauen Zuhause“ sollen Begegnungsmöglichkeiten geschaffen werden, bei denen aber auch Wissen vermittelt und vor allem gemeinsame Visionen für gewünschte technische Helfer entwickelt werden. Die Erkenntnisse aus diesen Beteiligungsformen sollen in einem Blog sowie in einer gedruckten Broschüre „FAQs für smarte Technik im Alter“ festgehalten werden.

Interaktivität soll Partizipation und Dialog fördern

„Der wichtigste Baustein unseres Projekts ist die direkte Interaktion Älterer mit Technologien“, sagt Köpferl. Es gehe darum, Menschen einzuladen, smarte Technik fürs Zuhause in die Hand zu nehmen, gemeinsam auszuprobieren und auch mal auseinander zu schrauben. So soll ein gemeinsames Verständnis zwischen Entwicklerinnen und Entwicklern sowie Nutzerinnen und Nutzern geschaffen werden. Außerdem soll durch diesen interaktiven und partizipativen Prozess das Potential für die technische Unterstützung des Alltags älterer Menschen gehoben werden.

Hintergrund: Hochschulwettbewerb

Der „Hochschulwettbewerb“ wird jährlich von Wissenschaft im Dialog (WiD) in Kooperation mit dem Bundesverband Hochschulkommunikation und der Hochschulrektorenkonferenz ausgerufen und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Wissenschaftsjahres gefördert.

In der aktuellen Förderrunde steht das Thema „Nachgefragt“ im Fokus und richtet sich vor allem an junge Forschende sowie Bürgerinnen und Bürger. Es geht darum, sich aktiv am Forschungsprozess zu beteiligen und gemeinsam den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen. Aus 270 Einreichungen hat die Jury die besten 15 Projektideen gekürt. Die Gewinnerteams erhalten jeweils 10.000 Euro, um damit bis Ende des Jahres 2022 ihre Ideen in die Praxis umzusetzen.

Weitere Informationen erteilt Karola Köpferl, E-Mail karola.koepferl@hsw.tu-chemnitz.de.

Matthias Fejes
17.02.2022

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