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„Der Aufbau einer Karriere ist ein Marathon und kein Sprint“

Manuela Krones promovierte nach dem Studium der Wirtschaftsmathematik auf dem Gebiet der Fabrikplanung und arbeitet heute als Produktionsspezialistin bei der BMW Group

Zahlen, Daten und Fakten faszinierten Manuela Krones schon immer. Auch deshalb entschied sie sich im Jahr 2005 für ein Studium der Wirtschaftsmathematik an der Technischen Universität Chemnitz. Da sie beruflich nicht in das Finanz- und Versicherungswesen einsteigen wollte, besuchte sie nach einem Praktikum in einem Produktionsunternehmen zusätzliche ingenieurtechnische Lehrveranstaltungen. Und auch ihre Abschlussarbeit schrieb sie an der Fakultät für Maschinenbau. „In dieser Zeit habe ich verstanden, dass ein Planungsingenieur Systeme und Prozesse analysiert und dafür Lösungen entwickelt – und nicht zwangsläufig detaillierte technische Kenntnisse wie Festigkeitslehre oder Thermodynamik benötigt. Dieses Arbeitsgebiet begeisterte mich zunehmend und passte gut zu meinen analytischen Fähigkeiten“, sagt Krones rückblickend. Deshalb begann sie 2011 an ihrer Universität als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur Fabrikplanung und Fabrikbetrieb (Leitung: Prof. Dr. Egon Müller). 

Im Rahmen ihrer Dissertation entwickelte Krones eine Methode zur Ableitung von Energieeffizienzmaßnahmen für Fabriken in frühen Planungsphasen. „Mit dieser Methode werden Ansätze zur Beeinflussung der Energieeffizienz sowie die Wirkmöglichkeiten verschiedener Planungsakteure transparent“, erläutert sie. Dafür gab es viel Beifall: Für ihre praxisnahe Dissertation wurde Krones 2017 mehrfach ausgezeichnet – mit dem Förderpreis „Richard Hartmann“ des Industrievereins Sachsen 1828 e.V. und dem "Reichart-Preis – Erfurter Nachwuchspreis für anwendungsbezogene Wissenschaft".

„Ich habe nicht bereut, den Weg als etwas exotische Mathematikerin in den Ingenieurbereich eingeschlagen zu haben. Ich kann jedem Studierenden raten, bereits während des Studiums über den Rand des eigenen Studienganges zu blicken – etwa durch Praktika, Exkursionen, Auslandsaufenthalte und Gespräche mit Personen aus anderen Branchen. So ergeben sich mitunter völlig neue Perspektiven“, so die 32-Jährige. Heute ist Krones bei der BMW Group als Spezialistin Produktion tätig. „Gemeinsam mit unseren Führungskräften und den Fachspezialisten in den Bereichen erarbeite ich werksübergreifende Lösungen für das digitale Shopfloor Management“, so Krones. Dabei gehe es u. a. um die Auswahl oder Entwicklung geeigneter IT-Systeme für die Vernetzung und Visualisierung von Daten, um allen Akteuren in der Produktion Informationen zur Verbesserung ihrer Prozesse bereitzustellen. Für sie sei es spannend, als möglichst überzeugende „Übersetzerin“ zwischen der IT-Welt und der Produktion zu agieren. Wichtig sei dabei auch die Teamfähigkeit, die Krones bereits im Studium entwickelte, etwa im Chemnitzer StudentenNetz CSN – einer Initiative von Studierenden für Studierende, die ihre Computer in den Wohnheimen an das Campusnetz der TU Chemnitz anschließen.

Vor wenigen Wochen veröffentlichte das Karrierenetzwerk e-fellows einen längeren Beitrag über Krones im neuesten Karriereratgeber „Weiblich, erfolgreich, MINT", in dem Studentinnen und Absolventinnen über Einstiegsmöglichkeiten in verschiedenen Branchen informiert und praktische Tipps für den Berufseinstieg gegeben werden. Dort stellt sie fest: „Der Aufbau einer Karriere ist ein Marathon und kein Sprint“ – bisher hat die junge Frau ihren Marathon von der Mathematik in den Ingenieurberuf auf jeden Fall gut gemeistert und macht dabei auch wieder Station an ihrer Universität – etwa im Rahmen von Gastvorlesungen zum agilen Projektmanagement.

Mario Steinebach
15.05.2021

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