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Wie TU-Student neue Akzente in der Tech- und Gaming-Branche setzen möchte

Jungunternehmer, Gamer, YouTuber, Podcaster – und Student: William Schuberts Tag könnte gut und gern 48 Stunden haben: Obwohl erst 25 Jahre alt, weiß der gebürtige Erzgebirger bereits genau, woran sein Herz hängt: Virtual Reality. An der TU Chemnitz ebnet er seinen Weg in die Tech-Branche.

Alles begann mit einem Gameboy: Den bekam William Schubert als kleiner Junge von seinem technikbegeisterten Vater geschenkt. „Das weckte auch in mir die Technik-Leidenschaft, die uns bis heute verbindet“, erinnert sich der Master-Student „Digitale Arbeit“ an der Technischen Universität Chemnitz.

2016 folgte ein weiterer Schlüsselmoment: „Zusammen mit einem Kumpel probierte ich das erste Mal Spiele mit VR-Brillen aus. Dieses Erlebnis hat mich nicht mehr losgelassen. Mit meinem Vater tauschte ich mich schon damals oft über die Zukunft und neue Technik aus und schwärmte ihm von meinen Eindrücken vor.“ Schuberts Vater plante zufällig zur gleichen Zeit eine Ausstellung anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der ersten Mondlandung. Ein Herzensthema, für das sich sein Vater schon seit jeher interessiert habe, sagt Schubert. „Für uns stand schnell fest: Wenn er die Ausstellung wirklich durchziehen möchte, dann nur mit VR-Brillen. So können wir die ganze Thematik viel besser rüberbringen“, erinnert sich Schubert.

Gesagt, getan: Zusammen tüftelten die beiden Männer an der Technik und entwickelten eine Software, mit der die Besucherinnen und Besucher im erzgebirgischen Oberfrauendorf ein spaciges Erlebnis der besonderen Art erleben konnten. An der Seite von Neil Armstrong, dem ersten Menschen auf dem Mond, reisten sie ins Weltall – natürlich in VR.

Vom Hobby zur eigenen Firma

Eineinhalb Jahre Arbeit hatten Vater und Sohn zuvor in das VR-Erlebnis gesteckt – mit Erfolg. „Durch die 360-Grad-Perspektive fühlte es sich fast so an, als sei man wirklich dabei.“ Vom positiven Feedback der Medien sowie Besucherinnen und Besucher beflügelt, widmete sich Vater und Sohn wenige Monate später in einer weiteren Ausstellung dem Sonnensystem. „Irgendwann meinte mein Vater zu mir, dass ich wohl langsam eine Firma mit Schwerpunkt 'Virtual Reality' gründen muss.“

2017 war es soweit – Schubert hob seine Firma „dineXtion“ (eine Komposition aus „digital“, „next“ und „Revolution“) aus der Taufe. Sein Ziel ist es, Virtual Reality aus der Nische zu holen und bekannter zu machen. „Ich sehe in der Virtual und Augmented Reality – also erweiterte Realität – eine große Zukunft, besonders im Bildungs- und Gaming-Bereich“, sagt Schubert überzeugt. „Das Faszinierende ist, dass man durch VR völlig neue Perspektiven kennenlernt. Man kann Orte bereisen, die für den Normal-Sterblichen nicht erreichbar sind. Schwer greifbare Themen wie der Klimawandel können mithilfe von VR anschaulich dargestellt werden. Unternehmen und Bildungseinrichtungen sollten sich das zunutze machen.“

Zwischen Studium und Selbstständigkeit

Zum Zeitpunkt seiner Firmengründung studierte William Schubert in Marburg „Volkswirtschaft“. Nach dem Bachelorabschluss zog es den gebürtigen Erzgebirger zurück in die sächsische Heimat. „Dadurch, dass meine Arbeit hauptsächlich online stattfindet, kann ich mich dort niederlassen, wo es mir gefällt“, antwortet William Schubert auf die Frage, warum es ihn nicht in eine der Tech-Metropolen wie Stuttgart oder München verschlagen hat. „Generell bin ich aber offen und kann mir sowohl eine Zukunft in Sachsen, als auch in einer anderen Stadt vorstellen. Es kommt mir nicht auf den Standort, sondern auf das Projekt an.“

Aktuell studiert er seinen Master an der TU Chemnitz mit einem Schwerpunkt auf – wie sollte es anders sein – Virtual Reality und Plattformökonomie. „Das passt perfekt zu meiner Arbeit und meinen Interessen. Im Studium kann ich immer wieder auf meine Erfahrungen zurückgreifen und viele Inhalte in den Unterricht einbringen.“ Das erleichtert auch den Spagat zwischen Studenten- und Business-Leben. „Da ich mich sowohl im Studium, als auch in der Firma mit Dingen beschäftige, die mir Spaß machen, fühlt sich beides nicht wie Arbeit an. Trotzdem geht ohne Fleiß nichts.“

Und als ob William nicht schon genug auf der Agenda hätte, lässt ihn das Thema „Virtual Reality“ auch in seiner Freizeit nicht los. Parallel zur Uni und seiner Selbstständigkeit ist der Workaholic als Podcaster, YouTuber und Gamer aktiv. „Ich würde demnächst gern wieder Ausstellungen auf die Beine stellen. Da das aktuell durch Corona nicht möglich ist, versuche ich mich online im Infotaining, also einer Mischung aus Information und Unterhaltung.“ So spricht Schubert zusammen mit Philipp, einem Freund, zweimal im Monat im Podcast „dineXtion Talk“ über Themen aus der Tech- und Gamingbranche. Auch auf seinem YouTube-Kanal dreht sich natürlich alles um seine Lieblingsthemen.

Mit Optimismus in die Zukunft – Keinen Masterplan

Druck macht sich William hinsichtlich seiner Online-Präsenz aber nicht: „Vordergründig geht es mir darum, mich mit Gleichgesinnten auszutauschen, einen Ausgleich neben der Arbeit zu haben und alle Themen um VR bekannter zu machen.“ Sobald es die Corona-Lage wieder zulässt, würde er gern die nächsten Ausstellungen in Angriff nehmen. „Ich bin auf jeden Fall vorbereitet“, sagt der Student lachend.

Bis dahin liege sein Fokus auf Studium und Firma. Alles andere werde sich zeigen. „Ich habe keinen Masterplan und bin für viele Entwicklungen offen. Mal sehen, was die Zukunft bringt“, sagt Schubert und ist schon auf dem Sprung aus dem Telefonat. Das nächste Digital-Projekt wartet sicher schon.

(Autorin: Isabel Möller)

Matthias Fejes
10.02.2021

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