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Startschuss für CircEcon-Campus zur treibhausgasneutralen Kreislaufwirtschaft in der Lausitz

Innerhalb der Leichtbau-Allianz Sachsen sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Chemnitz sowie der Technischen Universitäten in Dresden und Freiberg künftig im trilateralen CircEcon-Campus Lausitz zu Fragen der Kreislauf- und Bioökonomie forschen

Der Freistaat Sachsen beheimatet mit dem Lausitzer und Mitteldeutschen Revier eine der größten Braunkohleregionen Deutschlands. Mit dem Fortschreiten des Klimawandels wird eine Senkung des CO2-Ausstoßes und damit eine erfolgreiche Umsetzung des beschlossenen Ausstiegs aus der Kohleverstromung immer dringlicher. An der Verwirklichung dieses Vorhabens wirkt die Technische Universität Chemnitz in Kooperation mit den Technischen Universitäten in Dresden und Freiberg mit. In dem Vorhaben des Forschungsclusters MERGE der TU Chemnitz bündeln die Partneruniversitäten unter dem Schirm der Leichtbau-Allianz Sachsen (LAS) ihre Kompetenzen, um einen gemeinsamen und europaweit einzigartigen Forschungscampus für treibhausgasneutrale Kreislaufwirtschaft (CircEcon: Green Circular Economy) in der Lausitz zu etablieren und als interdisziplinäre Forschungseinrichtung zu betreiben. Am 3. Februar 2021 erfolgte im Rahmen einer Videokonferenz im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern der LAS, des Sächsischen Staatsministeriums für Regionalentwicklung, des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus, der Wirtschaftsförderung Sachsen und der Cleantech Initiative Ostdeutschland der Kick-off des Projektes.

„Nur, wenn wir es schaffen, die heute üblichen Lebenszyklen von Produkten und die darin verwendeten Materialien in Lebenskreisläufe zu überführen, wird der Paradigmenwechsel von einer Linearwirtschaft hin zur Kreislaufwirtschaft gelingen. Um dieses wichtige Ziel zu erreichen, wollen wir gemeinsam neue Wege zur Vermeidung von Ressourcenknappheit und gleichzeitig zur Senkung von Energiebedarfen und Treibhausgasemissionen beschreiten“, sagte Prof. Dr. Lothar Kroll, Sprecher des Forschungsclusters MERGE an der TU Chemnitz. MERGE forscht und entwickelt unter dem Leitbild der bivalenten Ressourceneffizienz seit mehr als acht Jahren Technologien, die in Produktion und Nutzung maximale Ressourceneffizienz aufweisen, Stoffkreisläufe schließen und damit zentralen Zielen der Kreislaufwirtschaft dienen. Die Forschungseinrichtung bringt damit wesentliches technisches Know-how in das Projekt „CircEcon“ ein.

Hintergrund: CircEcon-Campus Lausitz

Im trilateralen CircEcon-Campus Lausitz sollen mithilfe von Pilotlinien, Versuchsanlagen, Laborkonfigurationen sowie Demonstrationssystemen neue Wege für eine hocheffiziente Kreislauf- und Bioökonomie identifiziert, erforscht und gemeinsam mit sächsischen Unternehmen umgesetzt werden. Durch Einbeziehung von erweiterten Methoden der Künstlichen Intelligenz, der Digitalisierung und des Energiemanagements auf Basis von „grünem“ Wasserstoff ist geplant, die gesamte Wertschöpfungskette von der Rohstoffgewinnung und Aufbereitung über Werkstoffe, Verfahren und Strukturen, bis hin zur Wiederverwendung der aus Recycling gewonnenen Materialien für die Herstellung neuer Werkstoffe mit vergleichbaren Eigenschaften zu betrachten und treibhausgasneutral zu schließen.

In einem ersten Schritt soll nun mit einem Bedarfskonzept, das aktuell von den drei Partneruniversitäten erarbeitet wird, eine Potenzialabschätzung und technisch-wirtschaftliche Bewertung besonders relevanter Schwerpunktthemen erfolgen, die die Eckpunkte des Forschungscampus CircEcon bilden. Zu diesem Zweck sind unter anderem der nachhaltige Nutzen für die Gesellschaft sowie Marktchancen für den industriellen Einsatz neuer Systeme, Technologien und Produkte zu analysieren. Im Rahmen der technisch-wirtschaftlichen Analyse stehen die Sondierung und Bewertung zahlreicher Technologien zur werkstofflichen, rohstofflichen und biologischen Verwertung von Bauteilen einschließlich weiterer Szenarien, wie Re-use, Remanufacturing und Up-cycling im Vordergrund. Eine ausführliche Standortanalyse im Hinblick auf die Region Lausitz ist ebenso Bestandteil des CircEcon-Bedarfskonzepts. Dafür werden sowohl räumliche, bauliche und umfeldspezifische Faktoren, als auch die industriellen Wachstumschancen in Sachsen berücksichtigt. Die Maßnahme wird aus Mitteln der Zukunftsinitiative simul+ mit 125.000 Euro unterstützt und mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes mitfinanziert.

Weitere Informationen erteilen Prof. Dr. Lothar Kroll, Telefon +49 371 531-13910, E-Mail merge@tu-chemnitz.de, und Julia Bachmann, Leichtbau-Allianz Sachsen e.V., Telefon +49 3731 39-2341, E-Mail kontakt@leichtbauallianz-sachsen.de

(Autorin: Eva Laurie, Quelle der Hintergrundinformationen: Pressemittelung der Leichtbau-Allianz Sachsen)

Mario Steinebach
08.02.2021

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