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Die USA nach der Präsidentschaft Donald Trumps

Kurz-Interview mit TU-Studentin und US-Bürgerin gibt Einblick in persönliche Positionen zur Amtseinführung Joe Bidens und kommende Herausforderungen - Online-Veranstaltungen der Philosophischen Fakultät ordnen politische Entwicklungen ein

Um 18 Uhr deutscher Zeit wird der demokratische Kandidat und Sieger der Präsidentschaftswahl in den USA - Joe Biden - ins Amt eingeführt. Hinter ihm liegen turbulente Wochen rund um das Ende der Wahlen und die Amtsübernahme von seinem republikanischen Vorgänger Donald Trump.  

In mehreren Online-Veranstaltungen der Philosophischen Fakultät der Technischen Universität Chemnitz werfen unter anderem Prof. Dr. Kai Oppermann, Inhaber der Professur Internationale Politik an der TU Chemnitz, und sein Wissenschaftlicher Mitarbeiter Jakob Kullik Schlaglichter auf die Themen "Die USA nach der Präsidentschaft Donald Trumps", "Die (UN)vereinigten Staaten von Amerika" und "Was haben vier Jahre Trump für die Internationalen Beziehungen gebracht?".  Die Veranstaltungen werden von der Konrad-Adenauer-Stiftung (Sachsen) organisiert.

Weitere Informationen zu den Online-Veranstaltungen:

Was: Die USA nach der Präsidentschaft Donald Trumps – Was sind die Herausforderungen für die kommenden Jahre? 

Wann: 20. Januar 2021, 18 bis 20 Uhr  

Wo: Online-Veranstaltung​​​​

Was: Die (UN)vereinigten Staaten von Amerika: Das politische System und die politische Polarisierung im Land 

Wann: 27. Januar 2021, 18 bis 20 Uhr  

Wo: Online-Veranstaltung​​​​

Was: Scherbenhaufen oder Friedensnobelpreis? - Was haben vier Jahre Trump für die Internationalen Beziehungen gebracht? 

Wann: 3. Februar, 18 bis 20 Uhr  

Wo: Online-Veranstaltung

​​​​Persönliche Eindrücke zu den zurückliegenden und kommenden Herausforderungen für die US-Gesellschaft 

Chelsea Burris ist Studentin der Anglistik/Amerikanistik und hat gemeinsam mit Prof. Kai Oppermann bereits die US-Wahl im Forschungs-Podcast "TUCscicast" kommentiert. Eine zweite Folge wird sich in Kürze mit der Amtsübernahme Bidens und den kommenden politischen Herausforderungen befassen. In einem Kurz-Interview schildert Chelsea Burris, wie sie die letzten Wochen erlebt hat und was sie von Präsident Biden erwartet.  

Sehr geehrte Frau Burris, Sie studieren an der TU Chemnitz, sind selbst Demokratin und haben den Wahlprozess beobachtet und kommentiert. Heute Abend um 18 Uhr deutscher Zeit ist die Amtseinführung des demokratischen Kandidaten Joe Biden. Wie haben Sie die letzten Wochen vor der Amtsübernahme erlebt?

Die letzten Wochen waren für mich sehr stressig. Die „Lame Duck“ Phase, also der Zeitraum zwischen der Wahl und der Amtseinführung, ist immer seltsam – aber dieses Jahr ist es zu Gewalt gekommen. Ich hatte Angst, als ich die Fotos und Videos aus dem Coup-Versuch gesehen habe.
Für Amerikaner ist es ein großes Ereignis, das US-Kapitol besuchen zu dürfen. Das Gebäude gilt als Symbol unserer Demokratie. Diese Ausschreitungen zu sehen war sehr erschreckend. Die USA haben noch viele Arbeit vor sich, um die rassistische Geschichte des Landes zu überwinden.

Sie leben und studieren in Chemnitz, sind also weit weg von zu Hause. Wie erleben Sie dieses für Ihre Heimat so bedeutende Ereignis aus der Ferne?

Glücklicherweise gibt es eine kleine amerikanische Gemeinde hier in Sachsen. Natürlich können wir uns zurzeit nicht treffen, aber die Unterstützung von anderen Amerikanern per E-Mail und Handy, die auch in Deutschland wohnen, ist sehr schön. Aber heute werde ich das alles, wie die Mehrheit der Amerikaner auch, im Internet verfolgen und mich per Messenger mit meinen Eltern austauschen.

Sie sind selbst Demokratin. Was erwarten Sie jetzt von "Ihrem" Präsidenten?

Ich erwarte eine schnelle und intelligente Impfstrategie und klare Regeln, die die Pandemie schneller beenden werden. Ich erwarte dazu Regelungen, die das Klima schützen. Und ich erwarte eine gute Krankenversicherung für alle Amerikaner, die nicht an die Arbeit gebunden ist. Und ich hoffe, dass der Gesetzentwurf mit einem erhöhten Mindestlohn bald ein richtiges Gesetz wird.

Biden hat immer wieder betont, wie zerrissen die USA seien und dass er die Heilung und Einigung als eines der wichtigsten Themen seiner Präsidentschaft begreift. Stimmen Sie zu?

Ja. Ich befürchte, dass wieder jemand wie Donald Trump Präsident werden könnte, solange genug Menschen seine Überzeugungen teilen. Deswegen müssen wir versuchen, die Heilung einzuleiten und genug Menschen mitzunehmen. Aber es gibt für mich auch eine rote Linie zwischen der Überbrückung von Differenzen und der Kapitulation vor rechtsextremen und rassistischen Ideen. Es ergibt für mich zum Beispiel keinen Sinn zu versuchen, auch diejenigen mitzunehmen die der Ansicht, dass nicht alle Amerikaner die gleichen Rechte wie alle haben sollten.

Was kann Biden tun, um das Land wieder zu einen?

 

Es ist echt schwer mit Menschen in den Dialog zu kommen, die sich so weit von der Realität und Fakten entfernt haben. Vielen Trump-Wählern mangelt es einfach an Empathie. Aber er kann konkrete Schritte machen, um der Bevölkerung zu zeigen, dass es besser ist, wenn wir alle zusammenhalten. Er kann das nicht mit Worten schaffen. Nur konkrete Handlungen können diese Spaltung überwinden und heilen.

Wo glauben Sie, werden USA nach vier Jahren der Präsidentschaft Bidens stehen?

Es kann nur besser werden. Hoffentlich wird das Wahlversprechen „Build Back Better“ wahr, und wir werden als Bürger viele neue Jobs, weniger Schulden und allgemeine Gesundheitsversorgung haben.

Vielen Dank für das Gespräch.

Matthias Fejes
20.01.2021

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