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Rauchstopp in Corona-Zeiten

In der Corona-Pandemie sind Raucherinnen und Raucher besonders gefährdet – Ärzteverbände und Wissenschaftler rufen zum Rauchstopp auf – Raucherambulanz der TU Chemnitz bietet Unterstützung an

Der Wissenschaftliche Aktionskreis Tabakentwöhnung (WAT) e.V., Lungenärztinnen und -ärzte sowie zahlreiche Fachgesellschaften für Suchterkrankungen rufen Raucherinnen und Raucher angesichts der Gefährdung im Rahmen der Corona-Pandemie dringend dazu auf, mit dem Rauchen aufzuhören und dabei ggf. professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Zu den Ärzten gehört auch Prof. Dr. Stephan Mühlig, Inhaber der Professur Klinische Psychologie und Psychotherapie der Technischen Universität Chemnitz und Leiter der Raucherambulanz Chemnitz. „Nichtraucherinnen und Nichtraucher haben deutlich bessere Chancen auf einen komplikationsärmeren und günstigeren Verlauf einer lebensbedrohlichen Lungenentzündung, wie sie zum Beispiel durch das Coronavirus ausgelöst wird“, sagt Mühlig. Er stützt sich dabei auch auf aktuell publizierte Daten chinesischer Forschergruppen, die bei der Coronavirus-Infektion auf ein erhöhtes Risiko für Raucherinnen und Raucher hinweisen. „Sie laufen Gefahr, einen schlechteren Verlauf der Covid-19-Erkrankung zu erleiden. Das Risiko einer Lungenentzündung, die in der Regel intensivmedizinisch mit einer Beatmung behandelt werden muss, ist auch höher“, so Mühlig. Deshalb sei der Rauchstopp aktuell nicht nur wichtig, sondern unter Umständen auch lebensnotwendig.

Rauchstopp in Corona-Zeiten

Vielen Raucherinnen und Rauchern gelingt der Aufhörversuch aus eigener Anstrengung. Die feste Vorsatzbildung, Mitteilung des Vorhabens an andere, die Beseitigung von Rauchutensilien, Möglichkeiten zu Ablenkung, Bewegung, aber auch kleine Belohnungen für jeden Tag, jede Woche und jeden Monat einer Tabakabstinenz sind bewährte Tipps und vielgenutzte Maßnahmen. In „Corona- Zeiten“ laufen vielerorts, so auch an der Raucherambulanz der TU Chemnitz, Beratungen oder Unterstützungen auch per Telefon- oder Video-Hotline.

„Da verhaltenstherapeutische Gruppenbehandlungen zur Tabakentwöhnung an der Raucherambulanz der TU Chemnitz und in vergleichbaren Einrichtungen bundesweit derzeit nicht möglich sind, bedarf es dringend einer Anerkennung der etablierten Angebote in alternativer Form, z. B. in Form von web-, video- oder telefonbasierten Lösungen durch die zuständige Zertifizierungsstelle für Präventionsangebote, Nikotinpräparate oder verschreibungspflichtige Medikamente erhöhen zusätzlich die Erfolgschancen auf dem Weg zur Rauchfreiheit“, sagt Mühlig. Ein erfolgreicher Rauchstopp könne auch in den eigenen vier Wänden mit webbasierter Unterstützung, durch Apps, mit speziellen Selbsthilfematerialien sowie mit Medikamenten aus der Apotheke erfolgreich erreicht werden.

Forderung an die Politik: Tabakentwöhnung als Kassenleistung anerkennen

Angesichts des besonderen Zusatzrisikos von Raucherinnen und Rauchern, einen schweren Verlauf von Covid-19-Erkrankungen zu erleiden, sollte, so Mühlig, die evidenzbasierte Tabakentwöhnung durch Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten jetzt umgehend als GKV-Heilleistung finanziert werden. „Wir benötigen dringend mehr Anreize, rauchenden Risikopatientinnen und -patienten viel umfangreicher als bisher die Tabakentwöhnung anbieten zu können“, so Mühlig, der hier insbesondere die Politik in der Pflicht zum Handeln sieht.

Weitere Informationen zur Raucherambulanz der TU Chemnitz: https://www.tu-chemnitz.de/hsw/psychologie/professuren/klinpsy/RAC/index.php

Rückfragen von Hilfesuchenden werden beantwortet per E-Mail raucherambulanz@tu-chemnitz.de oder telefonisch unter folgenden Rufnummern:

Corona-Hotline der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz: Telefon 0371 243 599 42 und 0371 243 599 43 oder Raucherambulanz der TU Chemnitz: Telefon 0371  243 599 40 oder 0371 531-32243 bzw. -28470.

Mario Steinebach
15.04.2020

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