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Die Mobilität von medizinischem Fachpersonal

Deutsch-tschechisches Nachwuchsforscherteam aus Chemnitz und Usti nad Labem untersucht Auswirkungen des demografischen Wandels auf den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt

  • Die Studierenden aus Chemnitz und Usti nad Labem die Mobilitätsbereitschaft von Medizin-Studierenden untersuchen, Interviews mit tschechischen Ärzten führen und Chemnitzer zu ihrer Akzeptanz gegenüber ausländischen Ärzten befragen. Foto: Birgit Glorius

Das internationale Informatik- und Begegnungszentrum in Laubusch war Mitte Oktober 2014 Ausgangspunkt für ein bilaterales Projektseminar der Universitäten in Chemnitz und Usti nad Labem im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten Ziel3-Projekts "InWest – Grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Technologietransfer". 20 Studierende aus den Europa-Studien in Chemnitz und der Geographie in Usti nad Labem kamen zusammen, um sich mit den Funktionsweisen und Problemen der grenzüberschreitenden Regionalentwicklung im Kontext von demografischem Wandel und Arbeitsmobilität zu beschäftigen. Im Fokus liegt dabei der zunehmende Mangel an ärztlichem und Gesundheitspersonal in Sachsen, der vielfach in Form von Arbeitsmigration unter anderem aus Tschechien kompensiert wird. Bislang ist über die blanken Zahlen hinaus wenig darüber bekannt, wie willkommen sich die tschechischen Ärzte in Sachsen fühlen, ob sie spezifische Integrationsprobleme haben und wie ihre Bleibeintentionen sind. Und auch die Akzeptanz der sächsischen Patienten wurde bislang noch nicht untersucht.

Unter der Leitung von Juniorprofessorin Dr. Birgit Glorius von der TU Chemnitz und den Dozenten Dr. Vladan Hrsuka sowie Martin Dolejs von der Universität Usti nad Labem entwickelten die Studierenden beider Länder ein Untersuchungskonzept zur Erforschung der Mobilität von medizinischem Fachpersonal zwischen Tschechien und Sachsen. In verschiedenen Teilprojekten wird in den nächsten Wochen die Mobilitätsbereitschaft von Medizin-Studierenden beider Regionen untersucht, Interviews mit bereits mobilen tschechischen Ärzten geführt sowie eine repräsentative Gruppe von Chemnitzern zu ihrer Akzeptanz gegenüber ausländischen Ärzten befragt. Ergänzend werden Daten zur Arbeitsmarktentwicklung und Beschäftigungsstruktur beider Regionen gesammelt und in Form von thematischen Karten aufbereitet. Erste Ergebnisse sollen im Dezember einer ausgewählten Fachöffentlichkeit vorgestellt werden.

Schon seit 2011 haben Studierende der beiden Partneruniversitäten in Chemnitz und Usti nad Labem die Chance, gemeinsam an einem der vier Themenschwerpunkte zu forschen. Dazu zählen E-Mobility, RFID, Sensornetze und Geoinformatik. Die Ergebnisse, die die Studenten dabei erzielen, werden am Ende des Forschungsdurchlaufes im Rahmen eines Fachaustausches kleinen und mittelständischen Unternehmen der sächsisch-tschechischen Grenzregion vorgestellt. So entstanden in der Vergangenheit bereits zahlreiche vielversprechende Kooperationen zwischen Universitäten und Unternehmen. Die Ergebnisse der diesjährigen Kooperation werden insbesondere für Arbeitsmarktexperten und Akteure im Bereich Medizin/Gesundheit von Interesse sein und können zur Effektivierung der Anwerbe- und Integrationsbemühungen beitragen.

Weitere Informationen zum Projekt „InWest“: http://www.ibs-laubusch.de/projekt-inwest/inwest-startseite/

(Autorin: Birgit Glorius)

Katharina Thehos
20.10.2014

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