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Sie setzten Akzente in der Geschichtswissenschaft, Kulturwissenschaft und Mathematik

TU-Rektor Prof. Dr. Gerd Strohmeier verabschiedete Prof. Rudolf Boch, Prof. Ulrike Brummert und Prof. Bernd Hofmann in den Ruhestand

Nach langjähriger Lehr- und Forschungstätigkeit an der Technischen Universität Chemnitz wurden Prof. Dr. Rudolf Boch, der die Professur Wirtschafts- und Sozialgeschichte leitete, die Kulturwissenschaftlerin Prof. Ulrike Brummert, docteur d´Etat, sowie Prof. Dr. Bernd Hofmann, Inhaber der Professur Inverse Probleme, in den Ruhestand verabschiedet. Am 28. September 2018 überreichte ihnen der Rektor der TU Chemnitz, Prof. Dr. Gerd Strohmeier, die Dankurkunde.

Tief eingetaucht in die Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte

Rudolf Boch hat an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Geschichte und Politikwissenschaft sowie an den Universitäten in Freiburg, Glasgow und Bielefeld Sozialwissenschaften studiert. Nach einem einjährigen Forschungsaufenthalt an der University of Sheffield und einer zweijährigen Tätigkeit als Projektleiter im Kulturamt Solingen promovierte er 1983 an der Universität Bielefeld. Hier war er bis zu seiner Habilitation im Fach Neuere Geschichte im Jahr 1990 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Hochschulassistent, später als Hochschuldozent tätig. 1992/1993 vertrat Boch einen Lehrstuhl an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/Main. Danach ging er als Fellow an das Europäische Hochschulinstitut nach Florenz Zum 1. März 1994 erfolgte die Berufung zum Professor für Wirtschafts- und Sozilageschichte an die TU Chemnitz.

Boch war von 2000 bis 2003 Studiendekan der Philosophischen Fakultät der TU Chemnitz, seit 2009 war er Geschäftsführender Direktor des Instituts für Europäische Geschichte. Zudem ist er Vertrauensdozent der Friedrich-Ebert-Stiftung, Gutachter der Stiftung Niedersachsen und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Industriemuseums Chemnitz.

Forschungsseitig beschäftigte sich Boch insbesondere mit der Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte – u. a. mit der Geschichte der Auto Union und des ostdeutschen Uranbergbaus nach 1946, die in zahlreichen Publikationen, Ausstellungen und Veranstaltungen veröffentlicht wurde. Ein weiterer Schwerpunkt ist beispielsweise die Geschichte der Arbeiterbewegung. Boch leitet bis April 2020 noch ein Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der TU Chemnitz. Er untersucht die Frühgeschichte der deutschen Sozialdemokratie in den fünf Wahlkreisen in und um Chemnitz, welche die ersten sozialdemokratischen Abgeordneten Deutschlands in den 1870er Jahren nach Berlin schickten.

Die Verwerfungen des Ersten Weltkrieg in den Fokus genommen

Ulrike Brummert studierte Romanistik, Hispanistik, Germanistik und Pädagogik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, an den Universitäten von Toulouse und an der Université catholique de Louvain. 1987 folgte in Toulouse die Habilitation (doctorat d‘État) im Fach Politikwissenschaft. Als Wissenschaftliche Assistentin am Seminar für Neuere Geschichte war sie von 1989 bis 1995 an der Universität Mannheim tätig. Nach Vertretungen der Professur „Romanistik mit dem Schwerpunkt Landes- und Kulturwissenschaft“ an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie der Vertretung der Professur „Kultur und Landeskunde der romanischen Länder“ an der TU Chemnitz wurde sie am 1. Juli 1999 auf die Professur „Romanische Kulturwissenschaft“ der TU Chemnitz berufen. Von April 2016 war Brummert Prodekanin der Philosophischen Fakultät.

Im Rahmen des Langzeitprojektes „Das Transkulturelle Visuelle Gedächtnis“ leitete Brummert das Forschungsvorhaben „14-18 WAR WAS. Geteilte Erinnerungen“. Zudem initiierte sie mehrere Fotoprojekte in der Region und zählte zu den Initiatoren des Europa-Afrika-Projektes der TU Chemnitz. Sie kooperierte eng mit Einrichtungen der Stadt Chemnitz wie den Kunstsammlungen, der Oper, dem Schlossbergmuseum und der „Lila Villa“ - zum Beispiel im Rahmen von Ringvorlesungen und Ausstellungen. In ihrem nun beginnenden „großen Forschungsfreisemester“ will sie den Kontakt zur Stadt und Universität nicht abreißen lassen und weiterhin an Projekten mitwirken.

Mit Mathematik von Wirkungen auf Ursachen geschlossen

Bernd Hofmann studierte, promovierte und habilitierte auf dem Gebiet der Mathematik an der TH bzw. TU Karl-Marx-Stadt. Von 1976 bis 1988 war er hier als Wissenschaftlicher Assistent, Oberassistent bzw. Hochschuldozent tätig. Forschungsaufenthalte führten ihn nach Warschau und Moskau. Von 1988 bis 1993 war Bernd Hofmann als Professor für Numerische Mathematik bzw. Mathematik an der TH Zittau tätig. 1991 forschte er an der Johannes Kepler Universität Linz sowie 1992/93 an der Freien Universität Berlin. 1993 erfolgte die Berufung auf die Professur Inverse Probleme an der TU Chemnitz. (Zur Erläuterung: Ein mathematisches Problem wird als invers bezeichnet, wenn man von einer Wirkung eines Systems auf die dafür zu Grunde liegende Ursache zurückschließen möchte.) In den folgenden Jahren war Hofmann als Gastwissenschaftler an der Universität von Tokio, an der Australian National University of Canberra und am Johann Radon Institute for Computational and Applied Mathematics (RICAM) in Linz. Zum 1. April 1993 erfolgte die Berufung auf die Professur „Analysis (Inverse Probleme bei Differentialgleichungen)“ der TU Chemnitz. Jährlich veranstaltete Hofmann das internationale „Chemnitz Symposium on Inverse Problems“.

Hofmann hat drei Bücher und rund 150 Fachartikel veröffentlicht. Er ist Mitglied im Editorial Board der Zeitschriften „Inverse Problems“ „Inverse and Ill-Posed Problems“. 2014 wurde er mit dem EAIP Award der „Eurasian Association on Inverse Problems” geehrt.

Hofmann war von 2000 bis 2003 Prodekan und von 2006 bis 2009 Dekan der Fakultät für Mathematik. Bis Ende März 2021 wird er die Forschungsgruppe „Regularisierung“ an der Fakultät für Mathematik der TU Chemnitz leiten, die am deutsch-österreichischen FWF-DFG-Forschungsprojekt SCIP beteiligt ist.

Mario Steinebach
28.09.2018

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