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Die Mongolei im Zentrum der Aufmerksamkeit

Der erste Studientag Mongolei an der TU Chemnitz inspirierte, sich noch näher mit diesem äußerst vielfältigen, traditionsreichen Land Zentralasiens zu befassen

Das Dekanat der Philosophischen Fakultät der Technischen Universität Chemnitz sowie das Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen luden am 2. November 2017 zum Studientag Mongolei ein. Die Mongolei ist ein Land, das den Meisten nicht als erstes einfällt, wenn sie an Asien denken. Dies war einer von vielen Gründen, das faszinierende, vom westlichen Auge zumeist verborgene Land zum Gegenstand eines abwechslungsreichen, akademischen Austausches zu machen.

Prof. Dr. Maximilian Eibl, Prorektor für Lehre und Internationales der TU Chemnitz, und Prof. Dr. Stefan Garsztecki, Dekan der Philosophischen Fakultät, eröffneten den Studientag. Ein Grußwort an die Gäste richtete Herr Dulguun Ganbat, Konsul der Mongolei. Zunächst stellten Prof. Dr. Wolfram Hardt (TU Chemnitz, Technische Informatik) sowie Prof. Dr. Friedrich Thießen (TU Chemnitz, Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehre) die hiesigen Kooperationen der TU Chemnitz mit den mongolischen Universitäten vor.

Nach einer kleinen Kaffeepause erhielten die Anwesenden einen Einblick in die Biodiversität der Mongolischen Steppe. Prof. Dr. Karsten Wesche von der TU Dresden und dem Senckenberg Museum of Natural History in Görlitz berichtete von seinen persönlichen Erfahrungen und Forschungen in der Mongolei und brachte den Gästen die klimatischen und vegetativen Besonderheiten der Steppe näher. Hierbei betonte er die unbedingte Notwendigkeit eines besser umgesetzten Naturschutzes der einzigartigen Natur, die durch den sich ausweitenden Bergbau zunehmend in Bedrängnis gerät. Frau Yun Wang berichtete vergleichend von der Biodiversität Tibets und ergänzte so das Gesamtbild der klimatischen Bedingungen und deren Auswirkungen auf das Leben der Menschen.

Prof. Dr. Matthias Vogt (Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen und Hochschule Zittau/Görlitz) diskutierte im Anschluss das Thema Natur und Mensch, Mensch und Natur unter der Fragestellung: Wie lässt sich an die historische Symbiose unter Transformationsbedingungen anknüpfen? Damit bereitete er den Boden für die Vorträge des Nachmittags. Zum Mittag bestand die Möglichkeit, anlässlich des Studientages ein nach mongolischem Rezept zubereitetes Essen in der Mensa zu genießen.

Prof. Togooch Dorjdagva von der Nationaluniversität der Mongolei stellte den anwesenden Gästen im ersten Vortrag des Nachmittags das immaterielle Kulturerbe seiner Heimat vor. Stolz erläuterte er den mongolischen Beitrag zur UNESCO-Liste unbedingt schützenswerter immaterieller Kulturgüter und erläuterte voller Überschwang die Techniken des mongolischen Kehlkopfgesanges und die Charakteristika traditioneller mongolischer Tänze. Besonders faszinierend war es, Prof. Dorjdagva in seiner Landessprache referieren zu hören.

Übersetzt wurde sein Beitrag von Luvsan Algirmaa, die nach ihrem Studium, wieder zurück in der Mongolei, eine eigene NGO gründete und zum Studientag ihre Arbeit sowie die aktuellen Lebensperspektiven junger Mongolen vorstellte. Sie sprach voller Hingabe über ihre Heimat, vor deren Problemen sie jedoch nicht die Augen verschließt. Algirmaa erzählte von der Kreativität der jungen Leute in ihrem Land, die ihnen die aktuelle Wirtschaftskrise abverlangt.

Die mongolische Regierung will den aktuellen ökonomischen Problemen mit der Förderung des Rohstoffabbaus sowie dem Ausbau der Industrie und des Bildungssystems begegnen, so Prof. Dr. Uranchimeg Tudevdagva, Gastprofessorin für Technische Informatik an der TU Chemnitz. Die größte Herausforderung der Mongolei für die nächsten Jahre sei aber die enorme Zentralisierung des Staates auf die Landeshauptstadt Ulaan Baatar, in der aktuell bereits knapp die Hälfte der Gesamtbevölkerung lebt. In dieser Frage waren sich Prof. Dr. Tudevdagva und alle anderen anwesenden Expertinnen und Experten einig.

Im Anschluss an die Themenbeiträge stellten Oliver Sachs vom Internationalen Universitätszentrum der TU Chemnitz und Katja Polanski vom Internationalen Universitätszentrum der TU Bergakademie Freiberg die Möglichkeiten des Auslandsstudiums vor.

Auf einen kleinen Empfang zum Ende des akademischen Programms folgte die Vorführung des Filmes „Zud“ im Filmclub „mittendrin“ als ein beeindruckender und nachdenklich stimmender Abschluss des erfolgreichen ersten Studientages Mongolei an der Philosophischen Fakultät.

Der Studientag ermöglichte den Anwesenden den oft zitierten, aber selten wahrgenommenen „Blick über den Tellerrand“. Durch die ausgewiesenen Beiträge der eingeladenen Persönlichkeiten wurden die Teilnehmenden dazu inspiriert, sich noch näher mit diesem äußerst vielfältigen, traditionsreichen Land Zentralasiens zu befassen. Auch den mongolischen Gästen war es eine große Freude, im Rahmen einer solchen Veranstaltung über ihre Heimat erzählen, sich austauschen und das Wissen über die Besonderheiten und Traditionen ihres Landes weitergeben zu können. Ein besonderer Dank gebührt Prof. Dr. Tudevdagva, die eine Auswahl von Gegenständen mongolischer Kultur zur Verfügung stellte, die die Mongolei jenseits der interessanten Fachvorträge noch einmal auf ganz direkte Art greifbar machte.

(Autorinnen: Jessica Freyer und Anja Päßler)

Mario Steinebach
10.11.2017

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