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Nationenbildung im Balkan

Zwischen Korruption und Demokratie: Chemnitzer Studierende besuchten im September den Kosovo und erhielten Einblicke in den jüngsten Staat Europas

Am 24. September 2017 begaben sich 16 Studierende der Technischen Universität Chemnitz im Rahmen einer Exkursion für eine Woche in den jüngsten Staat Europas: den Kosovo. In Zusammenarbeit mit der Juniorprofessur Humangeographie Ostmitteleuropas unter Leitung von Birgit Glorius organisierte der Student Andrej Prenic (B.A. Europa-Studien) im Rahmen eines Bachelor-Projekts die Studienfahrt in das Balkanland.

Seit der Unabhängigkeitserklärung im Jahre 2008, welche bisher von etwa 115 Ländern als anerkannt gilt, ist die größte Rechtsstaatlichkeitsmission der Europäischen Union vor Ort, um u. a. die kosovarische Regierung dabei zu unterstützen, demokratische Strukturen zu etablieren. Im Laufe der Woche hatte die Gruppe aus Chemnitz die Möglichkeit, die Niederlassung der Mission zu besuchen und sich mit einem Mitarbeiter auszutauschen. Es wurde von den Fortschritten der kosovarischen Polizei berichtet, welche von der EULEX in der Ausbildung unterstützt wurde. Beständige Erfolge im Justizbereich können aufgrund der hohen Korruption hingegen noch nicht verzeichnet werden. 

Aufgrund der recht langsamen Entwicklungen der Mission sowie aufgekommene Korruptionsvorwürfen stellten die Studierende auch kritische Fragen, welche souverän von dem Sprecher im Sinne der EU beantwortet wurden. Bereits im Vorfeld wurden diese kritischen Themen in Gesprächen mit einheimischen Mitarbeiternvon Nichtregierungsorganisationen (NGO) diskutiert, wobei sich eine missbilligende Haltung der Bevölkerung gegenüber der Mission herauskristallisierte. Generell haben die hochmotivierten Vertreter der NGOs sehr offen ihre Meinungen und Ansichten geteilt und vermittelten einen umfassenden Eindruck vom Kosovo, wodurch die Chemnitzer Studierenden die Probleme und Herausforderungen des Staates näher beleuchten konnten.

Auch konnten die Teilnehmer in dem viertägigen Programm drei kulturell verschiedene Städte kennenlernen. Dabei wurden gesellschaftliche und politische Differenzen zwischen Kosovo-Serben und Kosovo-Albanern deutlich, aber auch die historischen Gegebenheiten, die die Kultur in dem jungen Staat heute noch beeinflussen. Besuche von Gedenkstätten wie die des Adem Jashari gaben Aufschluss im Bereich der Nationenbildung sowie der Aufarbeitung des jüngsten Krieges. Durch die Exkursion konnten die Studierenden ihr lückenhaftes Wissen mit aktuellen und umfangreichen Inhalten füllen und blicken nun mit Spannung auf das Land und dessen zukünftige Entwicklung. Für alle Interessierten hier eine Empfehlung zur Verfolgung von aktuellen Nachrichten aus dem Kosovo : http://prishtinainsight.com/

(Autorinnen: Christine Mölling und Monique Scheuring)

Mario Steinebach
02.11.2017

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