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Der erste sprechende Gautschbrief der Welt

Anno Domini 2017, am 27. Tage im Juni: Institut für Print- und Medientechnik präsentierte zu ihrem feuchtfröhlichem Gautschfest einen Meilenstein in der Entwicklung gedruckter Elektronik

"Pakket an! Lasst seinen Corpus posteriorum fallen auf diesen nassen Schwamm, bis triefen beide Ballen. Der durstgen Seel´ ein Sturzbad gebet obendrauff! Das ist dem Jünger Gutenbergs die allerbeste Tauff!" - so schallt es am 27. Juni 2017 wieder auf der "Gutenbergwiese" hinter dem Institut für Print- und Medientechnik der Technischen Universität Chemnitz an der Reichenhainer Straße 70. Gemäß dem bis ins 16. Jahrhundert zurückreichenden Brauch der Buchdrucker wurden auch auf dem Uni-Campus ausgewählte Auszubildende, Studierende sowie Beschäftigte des TU-Instituts mit einer feierlichen Wassertaufe in den Kreis der Jünger von Johannes Gutenberg, dem Erfinder des Buchdruckes, aufgenommen.

Die sogenannte Kornuten (Anwärter) wurden vom Gautschmeister Martin Mellendorf aufgerufen und anschließend von den Packern in einen mit Wasser gefüllten Büttenfass mit Haut und Haar getaucht. Nach der Wassertaufe wurde den insgesamt sechs Gäutschlingen ein übler Trank eingeflößt, dessen Rezept seit Jahren streng geheim ist. Den Abschluss des feuchtfröhlichen Rituals bildete die Übergabe eines schmucken Gautschbriefes an die von allen beruflichen Unarten befreiten Schwarzkünstler. Zudem zeigten die Chemnitzer Druck-Genies, dass ein Gautschbrief tatsächlich sprechen kann. Möglich wurde dies durch ein hochinnovatives Lautsprecherpapier, das an der TU Chemnitz entwickelt wurde und dessen Herstellung nun in dem vom Bund geförderten Forschungsprojekt „T-Paper“ für den Massenmarkt fitgemacht wird.

Stichwort: Gautschen

Das Wort "Gautschen" stammt aus der Papierherstellung. Wenn das Papier frisch geschöpft ist, wird der feuchte Papierbogen vom Sieb auf eine Filzunterlage abgelegt. In früheren Jahrhunderten hatten die Drucker einen sehr engen Kontakt mit der Geisteswelt der Akademiker und Studenten. So kam es, dass dadurch Bräuche entstanden, wie sie damals von den Studenten einmal im Jahr gefeiert wurden. So wie bei den Zimmerleuten ein Richtfest abgehalten wird, so erhalten die Schriftsetzer und Drucker nach Abschluss ihrer Ausbildung die Wassertaufe – also das Gautschen. Das Gautschfest wurde und wird auch an der TU Chemnitz als Zeremonie für die Aufnahme der Auszubildenden, Studierenden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts für Print- und Medientechnik in den Kollegenkreis abgehalten. Das erste Gautschfest fand übrigens am 25. Juni 1978 anlässlich eines Gartenfestes der Polygraphen statt.

Ein TV-Beitrag des "MDR-Sachsenspiegel" findet sich hier.

Website des Projektes "T-Paper": www.tpaper.de

Der Film zum 2015 entwickelten T-Book findet sich im YouTube-Kanal der TU Chemnitz.

Kontakt: Prof. Dr. Arved C. Hübler, Inhaber der Professur Printmedientechnik der TU Chemnitz, Telefon 0371 531-23610, E-Mail pmhuebler@mb.tu-chemnitz.de, sowie Dr. Georg C. Schmidt, Telefon 0371 531-35175, E-Mail georg.schmidt@mb.tu-chemnitz.de.

Mario Steinebach
28.06.2017

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