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Von Big Data zu Smart Data – neue Wege der Kommunikation in der Produktionstechnik

Seit März 2017 arbeitet die Professur Werkzeugmaschinen und Umformtechnik gemeinsam mit regionalen mittelständischen Unternehmen an einer zielgruppenspezifischen Datenbereitstellung in der Produktion

Maschinen müssen zunehmend intelligenter werden und in großem Umfang Produktions- und Zustandsdaten selbstständig erfassen. Deren anwendungsübergreifende Nutzung ist bisher noch nicht umgesetzt. Das hat zur Folge, dass ein Großteil des Potenzials der möglichen Informationen nicht ausgeschöpft wird. Was wäre, wenn eine Maschine über ihren eigenen Zustand Bescheid wüsste und eigenständig entscheiden könnte, welche Daten für welchen Mitarbeiter nützlich sind und sie ihm diese bedarfsgerecht für seine Arbeit zur Verfügung stellen würde? Dieser Frage geht jetzt ein zwölfköpfiges InnoTeam nach, in dem auch Wissenschaftler der Professur Werkzeugmaschinen und Umformtechnik der Technischen Universität Chemnitz mitarbeiten.

Ziel des Projektes ist es, aus großen Datenmengen, zu deren Auswertung aktuell ein hohes Maß an Expertenwissen nötig ist, verständliche, komprimierte Aussagen abzuleiten, um Maschinenherstellern, Maschinenbetreibern sowie Bedien- und Instandhaltungspersonal relevante Daten als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung zu stellen. Neben der Mensch-Maschine-Kommunikation soll auch der Informationsfluss der Maschinen untereinander verbessert werden. „Für die Integration solcher Smart Data Services ist zunächst eine Aufwertung der maschinellen IT-Infrastruktur im Sinne von Industrie 4.0 nötig“, erklärt Chris Schöberlein, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur. „Diese bildet die Grundlage zur Integration intelligenter Verfahren zur Maschineninbetriebnahme und Prozessadaption und ermöglicht außerdem eine Produktoptimierung durch strukturbasiertes Data Mining und eine bedarfsgerechte Planung von Instandhaltungsmaßnahmen.“

Die InnoTeam-Mitglieder haben die Projektarbeit klar aufgeteilt: Die drei Industriepartner Variomatic, BMF GmbH Grüna und Hempel Werkzeugmaschinen sind im Bereich der Produktion und Instandhaltung anzusiedeln. Die Forschungspartner an der TU Chemnitz, am Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU und an der TU Dresden nutzen anschließend die dort gewonnenen Daten, um auf Basis geeigneter Überwachungs- und Auswertealgorithmen modulare Smart Data Services zu generieren. Ein regionales IT-Unternehmen, die autinity systems GmbH, sorgt für die erforderliche Vernetzung und Kommunikationstechnologie.

„Wir wollen kleinen Unternehmen helfen, die Hemmschwelle zum Thema Industrie 4.0 zu überwinden und dank der zielgruppenspezifischen Datenbereitstellung ihre Abläufe zu optimieren, weniger Ausschuss zu produzieren und die Maschinen besser auszulasten“, fasst André Sewohl, Mitarbeiter der Abteilung Steuerungs- und Regelungstechnik an der Professur Werkzeugmaschinen und Umformtechnik, den Leitgedanken des Teams zusammen.

Das Projekt läuft noch bis Februar 2020 und wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds von der Sächsischen Aufbaubank (SAB) gefördert.

(Autorin: Katja Klöden)

Mario Steinebach
13.04.2017

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