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Sprache ist mehr als Grammatik

TU-Emeritus der Germanistischen Sprachwissenschaft Prof. Dr. Werner Holly ist Mitherausgeber eines neuen Handbuchs zur Linguistik als Kulturwissenschaft

Weltweit verständigt man sich meist auf Englisch, aber dennoch haben es einige deutsche Wörter zu internationaler Verbreitung gebracht: Kindergarten, Blitzkrieg, Rucksack, Angst, Weltanschauung, Leitmotiv. Vielleicht zeugen diese Wörter mehr als andere von einer spezifischen „Weltansicht“ (Wilhelm von Humboldt), wie sie von jeder Sprache unweigerlich und manchmal unmerklich mitgeliefert wird, sogar bis in die Strukturen der Grammatik hinein. Etwas davon spürt jeder, der z. B. damit zu kämpfen hat, eines dieser nicht-enden-wollenden zusammengesetzten deutschen Hauptwörter vom Typ Bezugsquellennachweis zu übersetzen. „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“ So hat der Philosoph Ludwig Wittgenstein, ein anderer Ideengeber einer kulturellen Linguistik, kurz umrissen, wie stark unsere jeweilige Sprache unsere Sichtweisen prägt. Sprache ist ein zentraler Bestandteil von Kultur und Kulturen formen unsere Sprachen.

Wie stark und wie vielfältig Sprache als zentrales Medium der Kognition und Kommunikation mit Kultur zusammenspielt – und wie die Sprachwissenschaft dies mit anderen kulturellen Disziplinen tun muss, davon gibt das neue Handbuch zur Linguistik als Kulturwissenschaft „Sprache – Kultur – Kommunikation/Language – Culture – Communication“ Rechenschaft. TU-Emeritus der Germanistischen Sprachwissenschaft Prof. Dr. Werner Holly ist Mitherausgeber. Knapp 100 Artikel auf knapp 1.000 Seiten dokumentieren und diskutieren eindrucksvoll die reichhaltige und enge Verflechtung von Sprache, Kultur und Kommunikation – und auch der Wissenschaften, die sich mit ihnen beschäftigen. Im ersten Teil geht es um Begriffsklärungen und Wissenschaftsgeschichte, dann folgen Beiträge aus Nachbardisziplinen. Im dritten Teil werden Kulturen der Kommunikation umrissen und im letzten Teil werden Traditionen und auch Neuorientierungen einer Sprachwissenschaft als Kulturwissenschaft aufgezeigt.

In enger Zusammenarbeit mit dem Hauptherausgeber Prof. Dr. Ludwig Jäger (Aachen/Köln), auf den Idee und Konzept zurückgehen, wurden auch in Chemnitz Artikelthemen entwickelt, Autoren gewonnen, Beiträge redigiert und zur Druckreife gebracht, ein Prozess, der sich über einige Jahre hinzog. Die Handbücher der HSK-Reihe zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft von De Gruyter Mouton, zu denen jetzt der vorliegende Band 43 erschienen ist, sind Standardwerke, die den jeweiligen „state of the art“ repräsentieren. „Es war nicht immer leicht, aber in jedem Fall eine Auszeichnung, daran mitzuarbeiten“, so Holly.

Weitere Informationen zum Handbuch: https://www.degruyter.com/viewbooktoc/product/43032

Kontakt: Prof. Dr. Werner Holly, E-Mail werner.holly@phil.tu-chemnitz.de

Mario Steinebach
08.12.2016

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