Navigation

Inhalt Hotkeys
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion
„Uni aktuell“-Meldungen
Uni aktuell Studium

Was internationale Studierende wissen sollten

Sozialberaterin Anke Just vom Studentenwerk Chemnitz-Zwickau bietet Sprechstunden an, hilft bei persönlichen, sozialen und wirtschaftlichen Engpässen und gibt Tipps für das Studium in Chemnitz

Neue Universität, neue Menschen, angekommen in einem fremden Land – das Auslandsstudium ist eine der aufregendsten Erfahrungen eines Studierenden. Die Sprache ist in der Regel die größte Hürde. Insgesamt kommen ca. 2.500 der 12.000 TU-Studierenden aus dem Ausland, der Großteil aus China und Indien. Viele haben zunächst Schwierigkeiten mit der neuen Sprache und dem ungewohnten Hochschulsystem. Flattert beispielsweise ein behördliches Schreiben in den Briefkasten, ist die Verwirrung mitunter groß. Was ist nun zu tun? Seit einem Jahr bietet das Studentenwerk auf dem Chemnitzer Campus eine Sozialberatung für internationale Studierende an.

„Ich habe ungefähr 40 Beratungsgespräche im Monat. Manche dauern nur fünf Minuten, bei komplexeren Problemen setzen wir uns auch eine Stunde zusammen“, freut sich Anke Just über den bisherigen Erfolg ihrer Sprechstunden. „Wichtig ist, dass die Studierenden mit ihren Problemen möglichst früh zu mir kommen, damit genug Zeit zum Handeln bleibt. Man sollte keine Hemmungen haben, sich unverbindlich an uns zu wenden! Gemeinsam versuchen wir dann eine mögliche Lösung zu finden.“ Die Beratungen unterliegen der Schweigepflicht und sind auch anonym möglich, etwa per Telefon. Zu Anke Justs grundlegenden Tätigkeiten gehören Orientierungshilfen, Erklärungen zum Studium und Leben in Chemnitz und Unterstützungen bei der gemeinsamen Lösungsfindung für verschiedene Probleme. Sie gibt Auskunft zu den wichtigsten Anlaufstellen und leistet auch Übersetzungshilfe. „Ich helfe oft beim Verstehen von Verträgen, die zumeist in deutscher Sprache verfasst sind“, so Just. Ein immer wiederkehrendes Problem ist außerdem der Rundfunkbeitrag. Oft sei den Studierenden nicht bewusst, was es mit diesem Beitrag auf sich habe und dass dieser nicht in der Miete integriert ist. Die kostenpflichtige Servicehotline des Beitragsservice ist meist keine Hilfe, da die Studierenden hier nur auf Deutsch Auskunft erhalten. So klärt Anke Just die überforderten Studentinnen und Studenten über die Details und nötigen Behördengänge auf.

Was sollte ich wissen, wenn ich ein Auslandssemester in Chemnitz beginne?

„Wichtig ist zu wissen, dass nicht alle Chemnitzerinnen und Chemnitzer Englisch sprechen können. Das stellen sich einige Studierende anders vor. Außerdem sind die akademischen Anforderungen oft anders als erwartet. Das deutsche Studiensystem ist mitunter mehr auf Selbstständigkeit ausgelegt und mit weniger Service verbunden als in anderen Ländern, sodass die Studierenden sich viel stärker selber organisieren müssen“, erklärt Anke Just. „Außerdem sollte man wissen, welchen Aufenthaltsstatus man hat und mit welchen Auflagen dieser verbunden ist. Besonders für Studierende, die nicht aus der EU kommen, ist dies wichtig, wenn sie ihr Studium durch einen Nebenjob mitfinanzieren wollen. Die erlaubten Arbeitsstunden sind begrenzt. Ausgenommen sind aber Jobs an der Universität, die mit dem Studium in Zusammenhang stehen. Auch bei solchen Themen kann ich weiterhelfen“, sagt die Sozialberaterin.

Was muss ich im deutschen Alltag beachten?

Was oft ein Klischee ist, stellt sich als grundlegende Regel der deutschen Mentalität und Differenz zu manchen Kulturen heraus: die Pünktlichkeit. Das ist ebenfalls eine hilfreiche Information, die Beraterin Just allen internationalen Studierenden mit auf den Weg gibt: „Termine einzuhalten, ist wichtig in Deutschland. Wenn ich einen Termin nicht wahrnehmen kann, muss ich vorher absagen. Vielen Studierenden ist nicht bewusst, dass es negative Auswirkung haben kann, wenn sie zu spät zu vereinbarten Zeiten kommen. Das führt oft zu Problemen im Umgang mit deutschen Behörden.“

Wie wohne ich auf dem Campus?

Ein wichtiges Thema für internationale Studierende ist die Frage nach der Unterbringung am Studienstandort. Die Wohnheime des Studentenwerks Chemnitz-Zwickau sind direkt auf dem Campus angesiedelt und wegen ihrer Nähe zu Seminarräumen und dem neuen Hörsaalgebäude der Universität, der Mensa und den Sportanlagen sehr beliebt. Außerdem enthalten die Zimmer bereits eine Grundeinrichtung mit Tischen, Stühlen, Betten und Schränken. „Da Bettwäsche, Küchenutensilien und Besteck aus hygienischen Gründen nicht inbegriffen sind, empfehlen wir den internationalen Studierenden, für die ersten Nächte eine Grundausstattung mitzubringen. Vor Ort können sie sich dann mit nötigen Hausrat versorgen. Es besteht für die erste Zeit auch die Möglichkeit, sich Einrichtungsgegenstände aus dem Materialbüro auszuleihen“, so Just. Das Materialbüro, welches vom Patenprogramm des Internationalen Universitätszentrums (IUZ) der TU Chemnitz betreut wird, befindet sich in der Geschäftsstelle des Studentenwerks im Thüringer Weg 3 und bietet einzelne Gegenstände wie Lampen, Töpfe und Teller zur Leihe an. Ein wiederkehrendes Missverständnis bei der Unterbringung sei jedoch, dass Studierende bisweilen annehmen, die Wohnheimplätze würden automatisch mit dem Studienplatz vergeben. Dem ist aber nicht so: die Bewerbung auf einen Wohnheimplatz findet in einem eigenen Verfahren statt.

Wer berät die internationalen Studierenden im Studentenwerk?

Die 30-jährige Sozialberaterin Anke Just hat ihren Masterabschluss in Interkultureller Kommunikation/Interkultureller Kompetenz an der TU Chemnitz gemacht. „Währenddessen habe ich als wissenschaftliche Hilfskraft im IUZ gearbeitet.“ So sammelte Anke Just erste Erfahrungen in der Betreuung von internationalen Doktoranden. Bereits vor dem Studium zog sie es als Au Pair ins Ausland, in die USA. Später verbrachte sie ein Auslandssemester in Frankreich. Anke Just berät immer dienstags von 9 bis 12 Uhr und donnerstags 12 bis 17 Uhr auf Deutsch und Englisch. Die kostenlosen, offenen Sprechstunden finden im Zimmer 17 des Thüringer Wegs 3 statt. Telefonisch erreichbar ist die Sozialberaterin unter 0049 371 5628-225 und per Mail über international@swcz.de.

Weitere Informationen: http://www.swcz.de

Weitere Beratungs- und Betreuungsangebote an der TU Chemnitz und in der Stadt: https://www.tu-chemnitz.de/studentenservice/zsb/beratungsangebote/beratung.php

(Autor: Timon Ostermeier)

Mario Steinebach
29.09.2016

Alle „Uni-aktuell“-Artikel
Hinweis: Die TU Chemnitz ist in vielen Medien präsent. Einen Eindruck, wie diese über die Universität berichten, gibt der Medienspiegel.

Presseartikel