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Wer türmt denn da?

Das Hauptgebäude der TU Chemnitz hat ungewöhnlichen Besuch erhalten - Junge Turmfalken sind flügge und erobern nun die Dächer und den Luftraum

  • Foto: Annett Kittner

Im Uni-Gelände an der Straße der Nationen 62 haben fünf jungen Turmfalken den Luftraum und die Dächer des Hauptgebäudes für sich entdeckt. „Nach mehreren Jahren Brutpause hat hier wieder ein Turmfalkenpaar gebrütet und erfolgreich fünf Jungtiere aufgezogen“, berichtet Bibliotheksmitarbeiterin Annett Kittner. Im Blog der Universitätsbibliothek veröffentlichte sie in dieser Woche einige Schnappschüsse von den Jungtieren, die regelmäßig von den Elterntieren mit Mäusen versorgt wurden. Dies konnte man vom Lesesaal der Zentralbibliothek gut beobachten. „Mittlerweile ist die Turmfalken-Familie nur noch selten zu sehen“, berichtet Kittner. Sie befürchtet, dass die Jungvögel, die seit einiger Zeit flügge sind, langsam ihre eigenen Wege gehen.

Turmfalken scheinen sich in der Gegend wohlzufühlen. Vor einem Jahr wurde eine Turmfalkenfamile an der Alten Aktienspinnerei umgesiedelt. Sie hatten sich dort einen Fenstersims als Nistplatz ausgesucht - ausgerechnet an jenem Mittelbau, der abgebrochen werden sollte. Da die Turmfalken unter Schutz stehen und während der Brutzeit nicht gestört werden dürfen, drohte sich sogar der Baubeginn zu verzögern. Doch mit Hilfe des Ornithologen Dieter Kronbach aus Limbach-Oberfrohna konnte der Nistplatz der Falkenfamilie schrittweise umgesetzt werden. Nach Umbau der Alten Aktienspinnerei zur neuen Zentralbibliothek der TU sollen übrigens in Absprache mit dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement Kästen für Turmfalken, Mauersegler und Fledermäuse am Gebäude angebracht werden, so Kronbach erleichtert.

Der Ornithologe berichtet auch, dass sich die Population der Turmfalken in der Region sehr gut erholt habe. Allein in Chemnitz zählte er mehr als 120 Brutpaare, Tendenz steigend. „Die milden Winter und dadurch bedingt das große Mäuseangebot auf Wiesen und Feldern begünstigen diesen Trend“, so Kronbach. Zudem würden immer weniger jungen Turmfalken im September in Richtung Afrika zum Überwintern fliegen. Vermutlich werden deshalb künftig immer mehr Turmfalken im Luftraum von Chemnitz zu beobachten sein.

Weitere Fotos der Uni-Turmfalken finden sich hier: https://blog.hrz.tu-chemnitz.de/bibo/

Mario Steinebach
03.08.2016

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