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Uni aktuell Vorgestellt

„Unsere Materialien werden Impulse setzen!“

Elf Fragen an Prof. Dr. Marc Armbrüster, der seit Oktober 2014 Inhaber der Professur Materialien für innovative Energiekonzepte ist

  • Prof. Dr. Marc Armbrüster findet im Chemnitzer Institut für Chemie zahlreiche Anknüpfungspunkte bezüglich der Materialsynthese und -charakterisierung. Foto: Steve Conrad

Prof. Dr. Marc Armbrüster (40) ist seit Oktober 2014 Inhaber der Professur Materialien für innovative Energiekonzepte an der Fakultät für Naturwissenschaften. In elf Antworten gibt er den Lesern von „Uni aktuell“ Einblicke in seinen Werdegang, seine Ziele und seine Zeit in Chemnitz.

Was versteht man eigentlich unter Materialien für innovative Energiekonzepte?

Die Energiewende ist in aller Munde und inzwischen ist den meisten von uns bewusst, dass wir unsere Energieversorgung nachhaltiger gestalten müssen. Allerdings stellen sich hierbei viele materialbezogene Fragestellungen, die gelöst werden müssen, um die neue Energieinfrastruktur ökonomisch, ökologisch und sozial verträglich zu gestalten. Wir unterstützen mit unseren Arbeiten die Innovation auf diesem Gebiet und entwickeln beispielsweise Materialien auf der Basis intermetallischer Verbindungen, um hochreinen Wasserstoff aus Methanol für Brennstoffzellen freizusetzen.

Die TU Chemnitz ist für mich als Professor die richtige Wahl, weil…

… sie ein hervorragendes Umfeld für unsere Arbeiten bietet. So wurden keine Kosten gescheut, um uns Labore mit modernster Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Zudem gibt es zahlreiche Anknüpfungspunkte im Institut für Chemie bezüglich der Materialsynthese und -charakterisierung. Im Institut für Physik sind Arbeitsgruppen auf die Analytik von Oberflächen spezialisiert, wodurch sich hohe Synergien durch transdisziplinare Kooperationen ergeben. Die Synergien werden durch die Forschungsrichtungen „Struktureller Leichtbau“ und „Alternative Antriebssysteme“ der Fakultät für Maschinenbau noch verstärkt. Aufgrund unserer positiven Erfahrungen in der transdisziplinaren Zusammenarbeit ist die TU Chemnitz genau der richtige Ort, um diese auf- und auszubauen.

Stellen Sie uns kurz Ihre akademische Laufbahn vor.

Studium der Chemie in München (LMU), Stockholm und Marburg. Anschließend Promotion am Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe bzw. der TU Dresden in Festkörperchemie. Postdoc-Aufenthalte am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft sowie an der University of Cambridge (UK), um tief in die heterogene Katalyse einzutauchen. Habilitation an der TU Dresden und Ruf an die TU Chemnitz.

Beschreiben Sie Ihre Studienzeit in maximal 15 Worten.

Spannend, abwechslungsreich (Chemie, Physik, BWL) und bis auf wenige Ausnahmen frei von Anwesenheitspflichten und Verschulung.

Hatten Sie während Ihrer Studienzeit Vorbilder, die Sie zur wissenschaftlichen Karriere ermutigt haben?

Die Leiter der großen Expeditionen und Forschungsreisen im 19. und 20. Jahrhundert: Scott, Franklin, Darwin, Humboldt – den Aufbruch in unbekannte Gefilde wagen, forschen, sammeln, durchhalten und mit neuem Wissen und Wegen belohnt werden!

Was geben Sie jungen Studierenden und Absolventen mit auf den Weg?

Stets neugierig und ehrlich zu sich selber sein!

Was möchten Sie künftig in der Lehre erreichen?

Nicht jeder Studierende wird freiwillig ausrufen: Chemie ist genau mein Ding! Allerdings möchte ich den Anteil und die Anzahl dieser Studierenden deutlich erhöhen – das Umwandeln der Vorlesung „Allgemeine Chemie“ in eine Experimentalvorlesung ist ein erster Schritt in diese Richtung.

Welche Impulse setzen Sie in der Forschung an der TU Chemnitz?

Die Materialklasse der intermetallischen Verbindungen weist eine Vielzahl von sehr interessanten physikalischen Eigenschaften auf: Supraleitung, Magnetismus, thermoelektrische und halbleitende Eigenschaften. Ebenso werden sie als Hochtemperatur-Konstruktionsmaterialien in Gas- und Flugzeugturbinen eingesetzt. Dadurch ergeben sich zahlreiche Anknüpfungspunkte an der TU Chemnitz. Oder kurz gesagt: Unsere Materialien werden die Impulse setzen!

Es gibt rund 45.000 Professoren an deutschen Hochschulen. Was hebt Sie ab?

Die aufwendige Kombination aus intermetallischen Materialien, deren chemischen Eigenschaften und die umfangreichen Untersuchungsmethoden unter Reaktionsbedingungen sind unser Alleinstellungsmerkmal. Dadurch sind wir in der Position, Materialien für die chemische Energiekonversion wissensbasiert zu entwickeln und zu optimieren.

Welchen Ort in Chemnitz zeigen Sie Gästen am liebsten?

Die sehr gelungene Innenstadt – speziell zur Weihnachtszeit!

Wie bringen Sie sich ins Leben der Stadt ein?

Ein Bereich der – verständlicherweise – in der Anlauf- und Aufbauphase noch etwas vernachlässigt wurde. Allerdings sind wir alle im täglichen Leben von Chemie umgeben, so dass sich zahlreiche Interaktionsmöglichkeiten mit der breiten Öffentlichkeit ergeben können.

Weitere Informationen zur Professur: https://www.tu-chemnitz.de/chemie/mc

Katharina Thehos
05.02.2016

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