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Steppend studieren

TU Chemnitz-Studentin Carolin Beyer steppt mit großem Erfolg – und das Studium hilft ihr sogar dabei

  • Nicht nur Solo, auch mit ihrem Duo-Partner Waldemar Schurpa steppt Carolin Beyer national und international erfolgreich. Foto: Hardy Soedradjat

Stepptanz? Das ist nicht gerade die Sportart, für die sich ein neunjähriges Mädchen normalerweise entscheidet. Doch für Carolin Beyer stand schon viel früher fest, dass aus ihr später einmal eine begeisterte Tänzerin werden wird. „Meine Geschwister waren Turniertänzer. Schon im Kinderwagen war ich überall mit dabei“, berichtet die 20-Jährige. „Als ich älter wurde, habe ich mich durch die unterschiedlichen Tanzarten getanzt. Mein Vater hat schließlich mit dem Steppen angefangen, weil meine Mutter nicht mit ihm tanzen wollte – so kam ich auch dazu und es machte von Anfang an so viel Spaß, dass ich dabei blieb.“

Und das mit Erfolg: Im Solo wurde Beyer bei den diesjährigen Deutschen Meisterschaften dritte, im Duo steppte sie sich sogar auf den ersten Platz. Zudem qualifiziert sie sich laufend für die Weltmeisterschaften, bei weit über 50 Teilnehmern schaffte sie es bereits mehrfach auf den 10. Platz. Außerdem tanzte sie sich dieses Jahr im Duo international auf den 20. Platz vor – und das, obwohl es das erste Mal war, dass sie auf einer Meisterschaft mit einem Partner steppte. Viel beeindruckender sind diese Erfolge noch vor dem Hintergrund, dass Beyer sich alles selbst beibringt: „Zunächst habe ich viele Jahre in Prag trainiert, weil mich hier in der Nähe niemand choreographieren konnte. Seit drei Jahren denke ich mir meine Choreographien allerdings selbst aus und bereite mich dementsprechend auch alleine auf die Meisterschaften vor. Dafür darf ich die Tanzsäle der Tanzschule Köhler-Schimmel in Chemnitz nutzen, in der ich außerdem unterrichte. Das ist eine große Stütze.“

Doch Beyer steppt nicht nur – sie studiert auch. Momentan befindet sie sich im dritten Semester des Studienganges Präventions-, Rehabilitations- und Fitnesssport an der TU Chemnitz. „Mein Studiengang ist perfekt auf mich zugeschnitten“, berichtet Beyer. „Nach ein paar Wochen wusste ich bereits, dass ich mich richtig entschieden habe. Natürlich ist nicht jede Sportart etwas für mich – durch Leichtathletik zum Beispiel musste ich mich durchkämpfen – aber gerade jetzt im dritten Semester stehen Sportarten wie Wassergymnastik und Aerobic auf dem Plan, die mir wirklich viel Spaß machen. An meinem Studiengang gefällt mir besonders, dass er einem so viele Zukunftschancen ermöglicht – dementsprechend ist es nicht so wild, wenn sich die Berufsideen ständig ändern.“

Doch kann ein Studium nicht belastend sein, wenn man sich nebenher noch ständig auf Meisterschaften vorbereiten muss, und das ganz alleine? Beyer ist anderer Meinung: „Studium und Sport lassen sich in meinem Fall gut miteinander vereinen. Der praktische Anteil der Studieninhalte hilft beim Muskelaufbau, den ich fürs Steppen gut gebrauchen kann. Und da die Studienmodule meist früh morgens oder mittags angeboten werden, habe ich abends genug Zeit, mich auf das Tanzen zu konzentrieren. Außerdem sind die Dozenten wirklich spitze – sie wären die letzten, die es einem verbieten würden, wegen einer sportlichen Leidenschaft die Uni ab und zu hintenan zu stellen.“

Dieses Jahr wurde Beyer sogar für die Wahl zur TU-Sportlerin des Jahres nominiert – aufs Treppchen schaffte sie es nicht, aber darum ging es der gebürtigen Chemnitzerin auch nicht. „Mir war vor allem wichtig, auf den Stepptanz aufmerksam zu machen, denn leider ist dieser der breiten Masse noch gänzlich unbekannt. Letztes Jahr konnte die Europameisterschaft sogar beinah nicht stattfinden, weil sich zu wenige dafür anmeldeten. Meine Vision ist es, das Steppen bekannter zu machen – denn ich glaube, dass die Sportart durchaus vielen gefallen könnte: Der Stepptanz ist die perfekte Mischung aus Koordination, Rhythmusgefühl und Ausdauer.“ Beyers größter Traum ist es, einmal bei einer internationalen Meisterschaft auf dem Treppchen zu stehen. Um das zu erreichen, müsste sie es unter die besten sechs Kandidaten schaffen. In naher Zukunft stehen die Europameisterschaften 2016 in Prag an – vielleicht erfüllt sich ihr Traum ja dort schon.

(Autorin: Sabrina Schäfer)

Katharina Thehos
23.12.2015

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