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Eine Reise, die zum Nachdenken anregt

Ullrich M. Rasche nahm im Rahmen seines Studiums der Europäischen Geschichte an einer Exkursion des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge nach Kreta teil – ein Bericht

  • Ein zentraler Aspekt der Reise war das Thema Erinnerungskultur: Auf dem Programm stand unter anderem ein Besuch des Märtyrerdenkmals in Kandanos. Der Ort wurde 1941 durch die deutschen Besatzer vollständig zerstört - als Vergeltung für die Tötung von deutschen Soldaten durch kretische Freiheitskämpfer. Foto: Ariane Dreisbach

Vom 2. bis 12. September 2015 veranstaltete der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge eine Exkursion nach Kreta. Im Rahmen seines Studiums der Europäischen Geschichte nahm daran auch TU-Student Ullrich M. Rasche teil. Für „Uni aktuell“ berichtet der 64-Jährige von einer Reise, die ihren Schwerpunkt auf die Erinnerungskultur legte:

Um es vorweg zu sagen: Es war keine „Badereise“. Aber auch zum Baden und zum „Spaß-Haben“ blieb genügend Zeit. Und warum Kreta? Ein Geschichtsstudent denkt natürlich sofort an die Antike oder noch früher an die Minoische Zeit 1900 bis 1450 vor Christus, die diese Insel erstmals kulturell geprägt hat. Danach hatte die Insel viele Herren, die die Kreter erdulden und ertragen mussten. Es gab auch eine „deutsche Zeit“, um die es noch gehen wird. Was aber haben der „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.“ (Sektion Sachsen und Thüringen) damit zu tun bzw. die Technische Universität Chemnitz? Nun, zum einen gibt die Satzung des „Bundes“ seine Aktivitäten vor und zum anderen gibt es eine Kooperation der TU Chemnitz mit dem „Bund“, vertreten durch das Institut für Europäische Geschichte. Das war die Grundlage der Teilnahme von Studenten der TU Chemnitz, genauer gesagt von zwei Studenten, die sich zur Teilnahme entschlossen hatten.

Und warum nun Kreta? Vordergründig, weil es einen deutschen Soldatenfriedhof mit ca. 4.500 Gefallenen des Zweiten Weltkrieges auf Kreta gibt; Gefallene für „Großdeutschland“ bei der Operation „Merkur“ und Folgende auf Kreta im Mai 1941 bis 1944. In dieser Besatzungs-Zeit waren die „Deutschen“ die Herren auf Kreta mit vielfältigen Folgen für Insel und Menschen.

Ein zentraler Aspekt der Reise war das Thema Erinnerungskultur mit den Besuchen des deutschen Friedhofes in Maleme und der Beschäftigung mit der Operation Merkur, der Landung der deutschen Fallschirmjäger auf Kreta im Mai 1941, mit Besuchen der sogenannten „Märtyrerorte“ auf der Insel, die durch Vergeltungsmaßnahmen der deutschen Wehrmacht in Reaktion auf Aktionen heimischer Partisanen schwer gelitten haben, und Diskussionen und Referaten rund um die genannten Themen sowie um das deutsch-griechische Verhältnis in Vergangenheit und Gegenwart.

Vorbildlich vorbereitet wurde die Reise durch die Mitarbeiter des „Bundes“, Anne Schieferdecker und Sebastian Fehnl, die auch die Reiseleitung und Betreuung vor Ort vornahmen, sowie ein deutsches, auf Kreta lebendes Team, bestehend aus Anja Zückmantel und Konstantin Fischer, die für uns unentbehrlich werden sollten. In Vorbereitung auf die Reise hatten die 16 Teilnehmer (Schüler, Studenten, junge Berufstätige) Referate mit Themen vorzubereiten, die bei unseren thematischen Besuchen vor Ort sozusagen „live“ vorgetragen wurden (Deutsche Besatzung, Griechen im KZ-Mauthausen, Schlacht um Kreta, Kandanos und Gedenkkultur Wehrmacht, Entschädigungsfrage, Holocaust in Griechenland). Ausgangspunkt war die Stadt Chania im Westen der Insel für neun Tage und Heraklion für zwei Tage.

Von dort aus starteten die täglichen Aktivitäten entweder vor Ort oder mit unseren drei Kleinbussen rund über die Insel. Neben den Besuchsaktivitäten auf der Insel per Auto gab es eine Reihe von Begegnungen mit einheimischen Gesprächspartnern an verschiedenen Orten mit anschließender Diskussion über die bereits genannten Themen. Natürlich wurde bei den Ausflügen auch im Meer gebadet und Bekanntschaft mit der ausgezeichneten griechischen Küche bei den gemeinsamen Mahlzeiten gemacht. Hier und bei den individuellen Exkursionen in der Freizeit kamen sich die Teilnehmer der Fahrt näher und so manche Diskussion des Tages wurde fortgeführt.

„Last but not least“ ist natürlich zu erwähnen, dass uns „die Griechen“ mit ihrer natürlichen Gastfreundschaft verwöhnt und mit ihrer unvoreingenommenen Haltung, auch zu schwierigen Themen, beeindruckt haben. Wir waren überall jederzeit willkommen!

So, wie wir in Frankfurt am Main gestartet waren, so gingen unsere Wege dort auch wieder auseinander, mit der Gewissheit, etwas Schönes und auch Außergewöhnliches erlebt zu haben. Vielleicht sieht man sich anderen Ortes einmal wieder!?

Das ausführliche Reisetagebuch zur Exkursion findet sich unter: https://studienfahrtkreta2015.wordpress.com/

(Autor: Ullrich M. Rasche)

Katharina Thehos
24.09.2015

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