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In Asien ist das Interesse an Osteuropa sehr groß

Professur Kultur- und Länderstudien Ostmitteleuropas nahm am 9. Weltkongress des International Council for Central and East European Studies in Makuhari (Japan) teil

  • Chemnitzer Wissenschaftler brachten ihre Expertise in Diskussionsrunden mit ein. Foto: privat

Die Professur Kultur- und Länderstudien Ostmitteleuropas der TU Chemnitz beteiligte sich mit einem Panel am 9. ICCEES-Weltkongress, der Anfang August an der Kanda University of International Studies im japanischen Makuhari stattfand. Unter dem Motto „Makuhari – Where Many Wests Meet Many Easts“ hatten sich mehr als 1.300 Teilnehmer aus über 60 Ländern, überwiegend Vertreter aus den Geistes- und Sozialwissenschaften sechs Tage lang ausgetauscht über Themen aus Slawistik und Eurasian Studies. ICCEES steht für International Council for Central and East European Studies, eine 1974 in Kanada gegründete Vereinigung von Ostmittel- und Osteuropaforschern, die in Deutschland mit der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO) zusammenarbeitet.

Da in Asien das Interesse an Osteuropa sehr groß ist, wurde der interdisziplinäre ICCEES-Weltkongress erstmals außerhalb von Europa oder Nordamerika veranstaltet. In diesem Jahr standen aufgrund der politischen Ereignisse die Ukraine und Russland im Blickwinkel einer Reihe von Vorträgen. In 378 Panels und Round Tables wurden Themen aus den Bereichen Geschichte, Politikwissenschaft, Geographie, Linguistik, Border Studies, Literaturwissenschaft, Soziologie, Medien, Bibliothekswesen, Ethnologie, Religion, Rechts- und Verwaltungswissenschaften diskutiert.

Prof. Dr. Stefan Garsztecki, Inhaber der Professur Kultur- und Länderstudien Ostmitteleuropas, hatte bereits Mitte des letzten Jahres ein Panel für den ICCEES-Kongress angemeldet, das nach Prüfung durch den wissenschaftlichen Beirat der Veranstaltung angenommen worden war. Unter dem Thema „Cross-Border Cooperation and Transregionalisation in Central and Eastern Europe“ waren Grenzraumforscher aus Estland, Polen und Bulgarien für das Panel vorgesehen. Letztlich referierten der Geograph Prof. Dr. Garri Raagmaa von der Universität Tartu über „Territorial Governance und Core-Periphery Relations“ in Estland und die langjährige Projektmitarbeiterin am Institut für Europäische Studien der TU Chemnitz, Ilona Scherm, über „Topics of Cross-Border Cooperation at the Saxon-Czech Border“. Dr. Piotr Kocyba, Mitarbeiter an der Professur Kultur- und Länderstudien Ostmitteleuropas, fasste als Diskutant Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden vorgestellten Räume zusammen. In der regen Diskussion zeigte sich, dass auch Forscher aus Japan und Schweden durchaus den sächsisch-tschechischen oder deutsch-polnischen Grenzraum sehr detailliert kennen. „Der im fünfjährigen Turnus stattfindende ICCEEs-Kongress zeigt immer wieder spannend auf, vor welche Herausforderungen die Region Ostmittel- und Osteuropa gestellt ist. In diesem Jahr war das vor allem die Ukraine, aber auch das Thema der grenzüberschreitenden Kooperation gewinnt an Bedeutung und war in mehreren Panels vertreten", resümiert Prof. Garsztecki.

Neben dem Besuch der Eröffnungszeremonie mit den ehemaligen Premierministern von Russland, Japan und Süd-Korea sowie der Panels und Round Tables bot der ICCEES-Weltkongress vielfältige Möglichkeiten zur weiteren internationalen Vernetzung der Chemnitzer Europastudien. Im Jahr 2020 wird der nächste ICCEES-Weltkongress in Montreal stattfinden.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Stefan Garsztecki, Professur Kultur- und Länderstudien Ostmitteleuropas, E-Mail stefan.garsztecki@phil.tu-chemnitz.de, https://www.tu-chemnitz.de/phil/europastudien/eskultur/

(Autorin: Ilona Scherm)

Mario Steinebach
28.08.2015

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