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Das Fremde in die Küche einladen

Im Rahmen ihres Studiums der Medienkommunikation an der TU Chemnitz realisierten Patricia Pötzsch und Nathalie Beyreuther einen Kochblog

  • Die Masterstudentinnen Patricia Pötzsch (r.) und Nathalie Beyreuther wollen sich auch nach Ende des Seminars die Zeit nehmen, ihren Kochblog weiter auszubauen. Foto: Uwe Meinhold

Das Wort „uhiesig“ kommt aus dem Erzgebirgischen und meint „etwas Fremdes“ oder „Unbekanntes“. Für Patricia Pötzsch und Nathalie Beyreuther, beide gegenwärtig im Master Digitale Medien und Kommunikationskulturen an der TU Chemnitz eingeschrieben, hat der Begriff eine ganz eigene Bedeutung bekommen. Die Erzgebirgerinnen wählten diesen Namen für ihren Kochblog, der im Rahmen eines Universitätsseminars entstand und sich fortan vordergründig mit Rezepten beschäftigt, die für den sächsischen Gaumen zunächst etwas fremdartig scheinen.

Die beiden Studentinnen sind sich schon seit ihrer Schulzeit in Schwarzenberg bekannt. Nach der Entscheidung, dass beide 2011 ein Bachelorstudium der Medienkommunikation an der TU Chemnitz aufnehmen wollen, entschieden sie sich, eine Wohngemeinschaft zu gründen und wurden so Freundinnen. Am Medienfach reizte die Studentinnen die Aufstellung des Studiengangs: „Die TU Chemnitz hat eine hohe Stellung bezüglich der Medienkommunikation - hier kann man viel inhaltlichen Input bekommen, aber auch viel Praxis mitnehmen“, sagt Patricia Pötzsch. Nathalie Beyreuther interessierte sich eine Zeit lang für ein Medizinstudium, an einem Tag der offenen Tür an der Chemnitzer Universität brachte sie ihr Interesse für das Schreiben und die Sprache zum Bachelor Medienkommunikation. „Es hat sich bisher gelohnt, das ist auch das, was ich später mal machen möchte“, resümiert die 22-Jährige. Im weiteren Studienverlauf besuchten beide das Seminar „Bloggen als Praxis“, das vom Institut für Medienforschung regelmäßig für Studierende angeboten wurde. Unter der Leitung von Andreas Bischof konzipierten die Studentinnen, für die beide schnell klar war, gemeinsam an einem Blogging-Projekt arbeiten zu wollen, eine Idee für einen Webauftritt.

Zuvor gab es für die Freundinnen weniger Berührungspunkte mit dem Thema Weblog. „Ich habe schon Blogs gelesen, aber mehr im News- oder Lifestyle-Bereich. Aber direkt damit beschäftigt, was dahinter steht oder was man können muss, habe ich mich vorher nicht“, so Nathalie Beyreuther. Freundin Patricia Pötzsch führt an: „Ich hatte vorher keine Ahnung, was Blogs überhaupt sind. Als ich ein Jahr in Amerika war, hatte ich zunächst begonnen, einen Blog zu erstellen, hab es dann aber wieder aufgegeben, weil mir noch das nötige Blogging-Wissen fehlte.“ Im Seminar galt es nun, sich erst ganz allgemein mit dem Thema Weblogging zu beschäftigen. „Im Prinzip ging es zunächst darum, zu vermitteln, was Blogs können, welche Formen es gibt oder welche Plattformen man nutzen kann“, so die 23-Jährige weiter. Sitzung für Sitzung nahm der Kochblog der beiden Erzgebirgerinnen nun Gestalt an. Die Freundinnen konnten dabei von den im Studium vermittelten Inhalten zehren: „Gerade Seminare über gestalterische Elemente wie Schrift- und Farbsetzung haben uns weitergeholfen“, sagt Nathalie Beyreuther. „Den technischen Hintergrund mussten wir uns hingegen erst anlernen, das ist einfach ein Prozess, für den man sich Zeit nehmen muss“, ergänzt Patricia Pötzsch. Nach der fortlaufenden Konzeption, die im Plenum immer wieder abgestimmt wurde, ging der Kochblog „Uhiesig“ im Dezember 2013 online. Mehrere Wochen waren die Studentinnen danach für das Seminarziel angehalten, neue Beiträge zu publizieren.

Aber warum sollte es ausgerechnet ein Blog zum Thema Kochen sein? „Ich habe zwar gerne immer mal Sachen ausprobiert, aber dabei nicht bewusst auf das ‚Uhiesige‘, also ausländisches Essen, geachtet“, sagt Patricia Pötzsch, die bereits vorher leidenschaftliche Köchin und Bäckerin war. Die Intention der Bloggerinnen, sich mehr Zeit zu nehmen, „um auf andere Geschmäcker zu kommen“, geht auch mit der Beschäftigung mit anderen Esskulturen einher. „Wir haben auch schon Vegetarisches zubereitet, aber immer mit dem Ziel, gesund und frisch zu kochen“, so die 23-Jährige weiter. Der Name „Uhiesig“ war dabei eine spontane Idee, die beiden sofort gefallen hat. Nathalie Beyreuther erinnert sich zurück an seine Entstehung: „Wir dachten, eigentlich passt der Name sehr gut zu uns, weil wir aus dem Erzgebirge kommen und man so einen Bezug herstellen kann“. Auch wenn die beiden Studentinnen viele Wörter ihrer Mundart im Alltag weniger verwenden, finden diese auf dem Blog Anwendung. Ein Leser hatte dann die Idee, ein Erzgebirgisch-Wörterbuch zu integrieren. „Alle erzgebirgischen Wörter, die wir verwenden, verlinken so auf unser Wörterbuch“, erklärt Nathalie Beyreuther. Damit die Leser der beiden Freundinnen sich auch vorstellen können, wie das fertige Produkt aussehen kann, fotografieren die Bloggerinnen Zutaten, einzelne Schritte beim Kochen und laden am Ende ein Bild des Ergebnisses hoch.

Um ihren Kochblog bekannter zu machen, verlinken die Freundinnen ihre Beiträge in sozialen Netzwerken wie Facebook. Von hier kommt auch das meiste Feedback der Leser. „Einmal haben wir eine Umfrage gestartet, aus welchem Land ein Rezept folgen soll, woraufhin sich viele Leser beteiligt haben“, sagt Nathalie Beyreuther. Daneben fand sich der Webauftritt auf dem Blog des Seminars wieder, der die erstellten Blogs der Medienkommunikations-Studierenden listet. Auch Bloggercamps werden von den Studentinnen besucht, um sich neue Anregungen zu holen und sich besser mit der Bloggerszene zu vernetzen. Bei den Studentischen Medientagen 2014 an der TU Chemnitz wurde „Uhiesig“ zudem in einer Umfrage zum besten studentischen Blog gewählt. Hierauf möchten Nathalie Beyreuther und Patricia Pötzsch mit vielen neuen Rezeptideen für ihren Leserstamm aufbauen. „Wir haben öfters eine Idee, mit welchen Zutaten wir kochen wollen, und recherchieren dann, was man daraus zubereiten könnte“, so Patricia Pötzsch. Auch Eigenkreationen waren schon darunter. Vorher ausprobiert werden die Rezepte jedoch nicht – was gelingt, wird gepostet! Beide Freundinnen sind motiviert auch in der Zukunft ihren Blog so weiterzuführen. „Ich finde es immer schön, wenn wir etwas gekocht haben und es uns so gut schmeckt, dass wir es mit den Anderen teilen dürfen“, so Patricia Pötzsch. „Ich will auch sehen, wie sich der Blog im Laufe der Zeit entwickelt. Außerdem ist es eine Möglichkeit, etwas gemeinsam zu unternehmen“, fügt Nathalie Beyreuther hinzu. Beide sind sich einig, dass für sie das Bloggen als ganzheitliches Erlebnis eine Bereicherung darstellt.

Link zum Blog: http://uhiesig.blogspot.de/

(Autor: Andy Schäfer)

Katharina Thehos
06.08.2015

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