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Medienangebote für Asylbewerber

Die Professur Medienkommunikation der TU Chemnitz arbeitet gemeinsam mit dem Verein Bon Courage an einem Medienprojekt für Asylbewerber

Wie erhalte ich einen Krankenschein? Woher bekomme ich eine Wohnung? Wann erhalte ich eine Antwort auf mein Asylverfahren? Ein Medienangebot für Asylsuchende in Deutschland, das über die Rechte und Pflichten aufklärt sowie entscheidende Informationen zur Verfügung stellt – mit diesem Ziel vor Augen arbeiten seit April 2015 Andreas Bischof und Vivien Sommer von der Professur Medienkommunikation der TU Chemnitz sowie Sandra Münch vom Verein Bon Courage gemeinsam mit 50 Studierenden des Bachelorstudiengangs Medienkommunikation an einem Medienprojekt. „Wir möchten den Asylbewerbern den Zugang zu Informationen bei ihrer Ankunft in Deutschland so leicht wie möglich machen“, erklärt Projektleiterin Vivien Sommer und Sandra Münch vom Verein Bon Courage ergänzt: „In den Erstaufnahmeeinrichtungen ist die Kommunikation und die Informationsbereitstellung für die betroffenen Personengruppen ausbaufähig. Informationsbroschüren, Flyer und Formulare werden von den Asylbewerbern oftmals aufgrund von Sprach- und Bildungsdifferenzen nicht oder missverstanden.“ Daher sollen in dem Projekt mediale Angebote erstellt werden, die den Asylsuchenden die Ankunft und das Einleben in Deutschland durch Informationsmöglichkeiten erleichtern und möglichst keine Fragen offen lassen.

Im Jahr 2014 kamen über 10.000 Asylbewerber nach Chemnitz – darunter zahlreiche Familien, die meist vor Bürgerkriegen oder religiöser Verfolgung flohen. Den Asylbewerbern soll mit dem Kooperationsprojekt unter die Arme gegriffen werden. Die Studierenden und die Mitarbeiter des Instituts für Medienforschung der TU tüfteln nun konkrete Lösungsstrategien zur optimalen Aufklärung der Geflüchteten aus. In einem ersten Schritt arbeiten die Projektteilnehmer studienbegleitend in kleinen Forschungsgruppen an verschiedenen Teilprojekten zur Eruierung des konkreten Informationsbedarfs. Die Forschungsmethoden sind dabei vielfältig. Sie reichen von der teilnehmenden Beobachtung zur Rolle von Smartphones für die Flüchtlinge über Experteninterviews mit Sozialarbeitern bis hin zu Inhaltsanalysen behördlicher Texte. Erste Ergebnisse der Erhebungen werden im Juli erwartet und bei einem Workshop diskutiert und evaluiert. Das kommende Wintersemester wird anschließend dazu genutzt, passende Medienangebote auf Grundlage der empirischen Ergebnisse zu entwickeln. Denkbar sind Piktogramme über asylrechtliche Themen, die möglicherweise über eine App abrufbar sein werden.

Zurück geht das Projekt auf die Idee von Sandra Münch, TU-Absolventin und Mitarbeiterin des Vereins Bon Courage e.V. Im Rahmen der Vereinsarbeit sowie ihrer Masterarbeit an der Professur Interkulturelle Kommunikation der TU Chemnitz zum Thema Unterstützung und Beratung von Asylsuchenden zeigte sich, dass diese keinen guten Zugang zu wichtigen Informationen haben. So wandte sie sich an die Professur Medienkommunikation und unterbreitete ihre Idee, ein Medienangebot zur Bündelung und Bereitstellung relevanter Informationen zu entwickeln. Für Andreas Bischof und Vivien Sommer war dies ein willkommener Projektvorschlag, um den Studierenden des Bachelorstudiengangs Medienkommunikation einerseits praktische Erfahrungen zu ermöglichen und zugleich ein Thema zu behandeln, das aktuell ist. „Unsere Motivation von Seiten der Medienkommunikation ist vor allem, dass wir etwas produzieren – eine Konzeption für Medien, die auch tatsächlich gebraucht und angewendet wird. Da dies im Rahmen unserer Lehre eher nicht der Fall ist, sondern lediglich Beispiele zu Übungs- und Anschauungszwecken produziert werden, eignet sich dieses Projekt hervorragend für unsere Studenten“, so Sommer.

Weitere Informationen: https://www.tu-chemnitz.de/phil/imf/mk/aktuelles/2015_04_29.php

Kontakt: Andreas Bischof, Telefon 0371 531-32515, E-Mail andreas.bischof@phil.tu-chemnitz.de, und Vivien Sommer, Telefon 0371 531-38424, E-Mail vivien.sommer@phil.tu-chemnitz.de

(Autorin: Katharina Preuß)

Mario Steinebach
03.06.2015

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