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Wie lernen die Kinder in Indonesien?

Kinder-Uni: Maria Kotzur, Doktorandin in der Anglistik/Amerikanistik der TU Chemnitz, berichtete von ihrer einjährigen Tätigkeit als Englischlehrerin am Saraswati Mandala Schulprojekt auf Bali

Bei genauerem Hinsehen fiel schnell auf, dass Maria Kotzur, Doktorandin der Anglistik/Amerikanistik der TU Chemnitz, zur Kinder-Uni-Vorlesung für westliche Verhältnisse ungewöhnliche Kleidung trug: Ihr Outfit bestand aus einer Tempelbluse, Schal und einem Rock, genannt Sarong. Damit hat sie die traditionelle Tempelkleidung gewählt, die auf Bali anlässlich religiöser Feiertage getragen wird.

Aber „Wer oder was ist eigentlich Bali?“. Diese Frage wussten die jungen Zuhörer am 30. Mai 2015 bei der Chemnitzer Kinder-Uni schnell zu beantworten. Es ist weder eine neue Eissorte noch eine Ballsportart, sondern eine Insel im Indischen Ozean, die zu Indonesien gehört. Bali ist 15.000 Kilometer weit entfernt von Chemnitz – mit dem Flugzeug schafft man die Strecke in 15 Stunden. Zu Fuß müsste man 125 Tage durchlaufen oder anders ausgedrückt vier Monate, wie eins der neugierigen Kinder wusste. Auf der „Insel der Tausend Tempel“, wie Bali auch genannt wird, ist es immer warm. Deswegen läuft auch jeder barfuß oder trägt höchstens Flipflops. Auch viele andere Dinge sind auf Bali anders als bei uns in Deutschland. Anstatt Getreide wie Weizen wird dort aufgrund der klimatischen Bedingungen Reis angebaut. Schwere Lasten werden auf dem Kopf getragen und achtjährige Schüler fahren mit dem Motorrad zum Unterricht. Eine solche Regelung für deutsche Kinder fänden auch die anwesenden etwa 200 Juniorstudenten im Audimax der TU Chemnitz großartig.

Im Saraswati Mandala Schulprojekt lernen balinesische Kinder Englisch. Der Unterricht findet nach dem regulären Schulunterricht statt. Im Klassenzimmer ist der Ventilator wegen der Hitze immer an und die Schuhe bleiben vor der Tür. Anstatt auf Stühlen sitzen die Kinder auf Matten auf dem Boden und werden von zwei Lehrern unterrichtet. Neben dem Englischunterricht ist auch das Singen ein wichtiger Bestandteil für die Kinder im Schulprojekt.

Den Juniorstudenten wurde danach der „Burung Song“ per Video gezeigt. Einige Schulkinder auf Bali singen im Film über Mutter Erde und über den Schutz der Natur. Dazu wird mit vielen Gesten getanzt. Das Lied haben sie übrigens zusammen mit Maria Kotzur geschrieben. Im Publikum herrschte kurze Verwirrung, um welche Sprache es sich eigentlich handelt. Die Kinder auf Bali singen auf Indonesisch, in dieser Sprache lernen sie auch in der Schule. Zuhause in den Familien sprechen sie hingegen Balinesisch.

Zum Abschluss versetzten sich die Zuhörer in die Perspektive der indonesischen Kinder. Sie entwickeln tänzerische Gesten zu dem Lied „We are the World“ von Michael Jackson. Einige stehen vorne, die Anderen stehen im Publikum. Aber alle singen und tanzen zusammen - genau wie die Kinder auf Bali.

Weitere Informationen und das Programm der Kinder-Uni: http://www.tu-chemnitz.de/kinderuni

(Autorin: Yasmina Ramdani)

Mario Steinebach
30.05.2015

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