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Chemikerin mit Leib und Seele

Für hervorragende Studienleistungen wurde TU-Absolventin Janine Jeschke mit dem Eleonore-Dießner-Preis und dem Chemiefonds-Stipendium geehrt

Über 10.000 junge Menschen entschließen sich jedes Jahr, ein Studium der Fachrichtung Chemie an einer deutschen Hochschule aufzunehmen. Fast alle Bachelor-Absolventen schließen ein Masterstudium an und wiederum fast 90 Prozent der Master-Absolventen beginnen in der Chemie eine Promotion. Am Institut für Chemie der Technischen Universität Chemnitz promovieren derzeit 85 Nachwuchs­wissenschaftler, eine davon ist Janine Jeschke. Sowohl das Bachelor- als auch das Masterstudium absolvierte sie an der TU Chemnitz und schloss beides überdurch­schnittlich gut ab. Eine anschließende Promotion stand somit außer Frage. Aufgrund ihrer herausragenden Studienleistungen wurde Jeschke mit dem Eleonore-Dießner-Preis 2014 geehrt, der an besonders gute und motivierte Nachwuchs­wissen­schaftlerinnen in Fächern des MINT-Bereiches verliehen wird. „Ich finde es toll, dass der Fokus des Preises darauf liegt, Frauen gezielt anzusprechen und zu fördern. Für mich persönlich war diese Auszeichnung der Lohn für harte Arbeit und zugleich Motivation mein Studium erfolgreich abzuschließen“, freut sich die Preisträgerin. Ihre Masterarbeit mit dem Titel „Metall-Carboxylate: Synthese, Charakteri­sierung und Anwendung“ überzeugte. Doch dies sollte nicht die einzige Anerkennung für herausragende Forschungsarbeit bleiben. Mit Beginn ihrer Promotion Ende 2013 wurde die junge Chemikerin von Prof. Dr. Heinrich Lang für das Chemiefonds-Stipendium des Verbandes der Chemischen Industrie e. V. vorgeschlagen und erhielt wenig später positive Rückmeldung: Zwei Jahre lang wird sie während ihrer Promotion nicht nur finanziell gefördert, sondern erhält auch Reisekosten­unterstützung und Einladungen zu exklusiven Veranstaltungen und Fachtagungen. So besuchte sie kürzlich das Wissenschaftssymposium „Smart Energy – Intelligente Energie für eine nachhaltige Zukunft“ in Ludwigshafen, das anlässlich des 150-jährigen Jubiläums des Chemiekonzerns BASF stattfand. „Das Stipendium ist für mich eine große Erleichterung – nicht nur in finanzieller Hinsicht. Ich bin sehr froh darüber, dass ich als Stipendiatin ausgewählt wurde und somit auch die Chance habe, an namhaften Veranstaltungen und Tagungen mitzuwirken. Man lernt viele interessante und oft renommierte Persönlich­keiten aus der Chemie-Branche kennen. Den Austausch mit Fachleuten empfinde ich als sehr wertvoll“, erzählt Jeschke.

Seit August 2013 ist sie nun als Doktorandin an der Professur für Anorganische Chemie unter Prof. Lang tätig und beschäftigt sich mit der Entwicklung effizienterer Katalysatoren für die Ruthenium-katalysierte Addition von Carbonsäuren an Alkine sowie mit der Darstellung und Charakterisierung von Präkursoren zur Abscheidung glatter und dünner Ruthenium-Schichten mittels CVD-Verfahren. Bereits während der Anfertigung ihrer Bachelor- als auch Masterarbeit fokussierte sie sich in ihrer Forschung auf katalytische Prozesse, wobei Prof. Lang schon damals als ihr Betreuer fungierte. „Chemische Verfahren und Natur­wissenschaften im Allgemeinen haben mich schon immer interessiert“, erklärt die 25-Jährige.

Aufgewachsen ist Janine Jeschke in Merseburg, nahe dem Chemie­standort Leuna. „Tagtäglich bin ich also mit Chemie in Berührung gekommen, da sich die riesigen Leuna-Werke quasi direkt vor meiner Haustür befanden. Das hat mich geprägt und mein Interesse für einen tieferen Einblick in die Chemie geweckt“, sagt sie. Nach dem Abitur machte Jeschke ein sechswöchiges Praktikum bei der Linde AG, um einerseits die Zeit bis zum Studienbeginn zu überbrücken und zugleich die Entscheidung zu stützen, dass ein Chemiestudium für sie das Richtige ist.

An den Entscheidungen ihrer bisherigen akademischen Laufbahn zweifelt Jeschke keine Sekunde. Welchen Weg sie jedoch nach ihrer Promotion einschlägt, weiß sie bisher noch nicht. Derzeit betreut die Promovendin neben ihrer täglichen Forschungsarbeit ein Praktikum für Chemie-Studenten im fünften Bachelor­semester. Jeder Student begleitet über eine Dauer von zwei Wochen einen Chemie-Doktoranden und erhält somit einen umfangreichen Praxiseinblick in die Forschungs­arbeit der Professur. Auch sie selbst absolvierte ein solches Pflichtpraktikum während ihres Erststudiums und empfindet diese Erfahrung noch heute als sehr wertvoll: „Während meines damaligen Praktikums konnte ich eine Menge von meinem Betreuer lernen, da wir sehr anwendungsorientiert arbeiteten. Ich hoffe, dass ich diese Erfahrung auch ebenso positiv an meinen jetzigen Praktikanten weitergeben kann.“

Das wissenschaftliche Poster der prämierten Abschlussarbeit von Janine Jeschke ist unter folgendem Link frei abrufbar: https://www.tu-chemnitz.de/gleichstellung/Wissenschaftliches_Poster_Janine_Jeschke.pdfD33hC1

(Autorin: Katharina Preuß)

Katharina Thehos
30.03.2015

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