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Flucht und Vertreibung

Die Ringvorlesung „Sachsen, Europa und der Zweite Weltkrieg" endet am 4. Februar 2015 mit einem Vortrag von Prof. Dr. Matthias Stickler aus Würzburg

Prof. Dr. Matthias Stickler (Würzburg) gestaltet am Mittwoch, dem 4. Februar 2015, den letzten Vortrag der Ringvorlesung „Sachsen, Europa und der Zweite Weltkrieg" und setzt sich dabei im Besonderen mit dem Themen­feld Flucht und Vertreibung auseinander. Die öffentliche Vorlesung beginnt um 19 Uhr im Raum N 112 im Hörsaal­gebäude der TU Chemnitz, Reichenhainer Straße 90. Der Eintritt ist frei.

Die Führung des NS-Regimes hatte für den Fall des Vordringens sowjetischer Streit­kräfte auf deutsches Territorium keinerlei Vorkehrungen getroffen, um die Zivil­bevölkerung zu evakuieren und vor dem Zugriff des Feindes zu bewahren. Gleiches galt für die NSDAP-Führung der betroffenen Reichsgaue, etwa in Ostpreußen, das die Rote Armee in der Jahreswende 1944/45 erreichte. Daher traf diese Menschen die volle Wucht all jener Gewaltakte, die zu den tragischen Begleit­erscheinungen von Kriegen zählen: Morde, Massen­vergewaltigungen, Plünderungen und andere mehr. Insgesamt wurden im Zeitraum von 1945 bis 1950 zwischen 12 und 14 Millionen Deutsche aus ihrer Heimat in Ost- bzw. Südost­europa vertrieben und mussten sich unter schwierigsten Verhältnissen in den vier Besatzungs­zonen, nach 1949 in den beiden deutschen Staaten, ein neues Leben aufbauen.

Matthias Stickler (Jahrgang 1967) studierte Geschichte, Germanistik und Sozial­kunde und wurde 1997 mit der Arbeit „Erzherzog Albrecht von Österreich. Selbstverständnis und Politik eines konservativen Habsburgers im Zeitalter Kaiser Franz Josephs” promoviert. 2003 habilitierte er sich mit einer vielbeachteten Untersuchung über Organisation, Selbstverständnis und heimat­politische Zielsetzungen der deutschen Vertriebenen­verbände im Zeitraum von 1949 bis 1972. Matthias Stickler lehrt und forscht an der Universität Würzburg. Seit 2009 ist er Mitglied des wissenschaftlichen Beraterkreises der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung.

Mit diesem Vortrag endet die Ring­vorlesung „Sachsen, Europa und der Zweite Weltkrieg". Die Beiträge dieser Veranstaltungsreihe werden ebenso wie die der im Sommersemester 2014 durchgeführten Ringvorlesung „Sachsen, Europa und der Erste Weltkrieg" in einem Sammelband zusammen­gefasst, der noch in diesem Jahr erscheinen soll.

Weitere Informationen erteilt Dr. Hendrik Thoß, Telefon 0371 531-32615, E-Mail hendrik.thoss@phil.tu-chemnitz.de.

(Autor: Dr. Hendrik Thoß)

Katharina Thehos
02.02.2015

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