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Von Chemnitz in die Börsenstadt Frankfurt

TU-Absolvent Ingolf Zschockelt kann auf einen beeindruckenden Werdegang zurückblicken, der ihn unter anderem als Wirtschaftsprüfer und Berater an die Frankfurter Börse führte

  • Diplom-Betriebswirt Ingolf Zschockelt begleitete während seiner Karriere als gefragter Wirtschaftsprüfer Unternehmen bei ihrem Gang an die Börse. Die Grundlage hierfür schuf auch sein Studium in Chemnitz. Foto: privat
  • In seiner Freizeit ist Zschockelt als Triathlet aktiv. Sein langfristiges Ziel: den berüchtigten Ironman auf Hawaii erfolgreich zu bestreiten. Foto: Michael Strokosch

Ingolf Zschockelt wurde am 29. Dezember 1968 in der Nähe von Cottbus, in Altdöbern, geboren. Im Alter von drei Jahren erfolgte jedoch bereits der elterliche Umzug nach Karl-Marx-Stadt, wo er 1987 mit dem Abitur auch seine Schulausbildung abschloss. Dass er anschließend auch dort studieren würde, stand für den gebürtigen Brandenburger jedoch nicht von Anfang an fest: „Zunächst musste ich, wie es in der DDR leider Pflicht war, den Dienst bei der Nationalen Volksarmee absolvieren, um mich überhaupt für einen Studienplatz bewerben zu können.“ Hierbei spielte dem heutigen Wirtschaftsprüfer und Vater einer Tochter letztlich auch die deutsch-deutsche Wiedervereinigung 1989 in die Karten, dank der er bereits etwas eher den Militärdienst quittieren konnte. Da ein nahtloser Übergang zum Studium dennoch nicht möglich war, überbrückte Zschockelt die Wartezeit mit einer Tätigkeit in einem Textilunternehmen. „Neben dem eigentlichen Beruf hatte ich auch die Möglichkeit, eine Ausbildung als Facharbeiter für Textiltechnik abzuschließen“, so der studierte Diplom-Kaufmann, der diese zusätzliche Qualifikationsmöglichkeit gern nutzte: „Aber dennoch wusste ich, dass die kurzzeitige Berufswahl im Bereich Textiltechnik nichts an meinem eigentlichen Ziel, ein Wirtschaftsstudium zu beginnen, ändern würde.“

Nun ging es an die Entscheidung, an welcher Universität der frisch gebackene Facharbeiter seine akademische Ausbildung beginnen wolle: „So unmittelbar nach der Wiedervereinigung reizte mich ein Studium an einer renommierten Universität der alten Bundesländer natürlich besonders. Aufgrund des kostenseitigen Heimvorteils sowie der kurzfristig übernommenen Patenschaft der Universität Bayreuth fiel die Wahl schließlich aber doch auf die Technische Universität Chemnitz, an der ich im Herbst 1990 mein Studium der Betriebswirtschaft begann.“ Für seine gewählte akademische Ausbildungsstätte findet Zschockelt dabei nur lobende Worte: „Die TU bot mir eine rundum umfangreiche Lehre sowie vielfältige Möglichkeiten, mein Wissen auch praktisch anzuwenden.“ Während seines Studiums absolvierte der ambitionierte Wirtschaftswissenschaftler gleich drei Praktika in renommierten Unternehmen und begleitete an der Professur für Personal und Führungslehre die Einführung eines neuen Lohnsystems bei einem führenden Automobilhersteller. „Solch praktische Erfahrungen erachte ich als wichtigen Bestandteil der universitären Ausbildung; als Wegweiser für das Berufsleben“, resümiert Zschockelt. Doch auch das universitäre Umfeld, beispielsweise die modernen Wohnheime, empfand er als angenehm. Zudem konnte er mit seiner Tätigkeit als Übungsleiter eines Tae Kwon Do- Kurses auch etwas zum sportlichen Ausgleich der Studierendenschaft beitragen.

Dank seines fundierten, betriebswirtschaftlichen Grundwissens sowie seiner praktischen Erfahrungen konnte Zschockelt nach Studienabschluss direkt als Wirtschaftsprüfer bei der internationalen Gesellschaft ARTHUR ANDERSEN einsteigen, für die er zunächst in Chemnitz und später auch in Leipzig tätig war. Nach den ersten zwei Jahren bekam er das Angebot, in der deutschen Firmenzentrale in Eschborn in der Nähe von Frankfurt am Main zu arbeiten. „Da ich bereits seit Studienbeginn mit dem Gedanken gespielt habe, einmal in den alten Bundesländern arbeiten zu wollen, fiel mir die Entscheidung nicht schwer. Zudem entwickelte sich meine berufliche Laufbahn so gut, dass es mich früher oder später eh in ein wirtschaftsstarkes Ballungszentrum gezogen hätte“, so Zschockelt. Für dieses Unternehmen war der Diplom-Betriebswirt schließlich bis zu seinem erfolgreichen Examen als Wirtschaftsprüfer im Jahr 2001 tätig. Diese Zeit zählt auch zu seinen bisherigen beruflichen Höhepunkten: „Damals war ich vorrangig im Bereich des Corporate Finance tätig und begleitete unter anderem zahlreiche Unternehmen bei ihrem Börsengang. Zudem verbrachte ich im Rahmen von Aus- und Weiterbildungen einige Zeit in den USA, wodurch ich neben meinen fachlichen Kenntnissen auch meinen kulturellen Horizont stark erweitern konnte.“

Nachdem Zschockelt auch in anderen Unternehmen noch zusätzliche Expertise erwerben konnte, machte er sich 2005 als freiberuflicher Wirtschaftsprüfer in eigener Praxis und als mittlerweile gefragter Spezialist selbstständig. Nebenher hatte er auch weiterhin einige Dozententätigkeiten sowie freie Mitarbeiterschaften bei verschiedenen Firmen inne. Seit 2011 ist Zschockelt Chief Financial Officer (CFO) der Unternehmensgruppe KFP und wird dank dieser Position auch unter der Rubrik „Köpfe“ des FINANCE Magazin geführt, die einen selbsternannten „CFO-Almanach“ darstellt.

Für die Zukunft formuliert der sportbegeisterte Wirtschaftsprüfer dennoch weitere Ziele: Zum einen wolle er seiner Tochter eine bestmögliche Ausbildung nach ihren Neigungen und Fähigkeiten ermöglichen. Zum anderen wolle er auch seine unternehmerischen Fähigkeiten, vor allem im Bereich des Managements, weiterentwickeln und eine eigene unternehmerische Beteiligung an einer Firma realisieren. Aus sportlicher Sicht wünscht sich der langjährige Triathlon- und Marathonbegeisterte, erfolgreich den Ironman auf Hawaii zu bestreiten.

Auf die Frage, welche Tipps Zschockelt in Rückblick auf seine erfolgreiche Karriere den heutigen Studierenden mit auf den Weg geben würde, antwortet er: „Meiner Meinung nach sollte das Studium einem konkreten Berufsziel dienen, das sich idealerweise durch viele praktische Erfahrungen im Laufe der Ausbildung genauer definiert. Eine Auslandserfahrung ist eine tolle Erweiterung des Horizonts, sollte aber nicht vom eigentlichen Ausbildungsziel ablenken. Mein letzter Rat ist, dass man sich bei der Auswahl seiner Hochschule nicht nur nach dem allgemeinen Renommee richten sollte, sondern auch nach einem geeigneten Umfeld, das eine Konzentration auf das Studium erlaubt.“

(Autor: Martin Blaschka)

Katharina Thehos
06.01.2015

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