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Wie verkauft man Strom?

Nachdem Manuela Künzel ihr BWL-Studium abschloss, absolvierte sie noch ein berufsbegleitendes MBA-Studium an der TU Chemnitz – Heute arbeitet sie als Teamleiterin beim Energieunternehmen enviaM

  • „Das Thema Marketing begleitet mich noch immer“, sagt Manuela Künzel, die gemeinsam mit ihrem Team an neuen Konzepten für den Energiemarkt arbeitet. Foto: Andy Schäfer

Das Thema Energie hat im Leben von Manuela Künzel gleich mehrere Bedeutungen. Einerseits ist es zu ihrer Berufsrealität geworden, andererseits hat sie selbst viel davon investiert, um diesen Weg einschlagen zu können. Doch von vorn: Ein grundlegendes Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen und die Möglichkeit, ein Diplom in den Händen zu halten, haben die heute 33-Jährige unter anderem dazu bewogen, an der TU Chemnitz ein Studium der Betriebswirtschaftslehre aufzunehmen. Die Vielfalt der Disziplin stand für die gebürtige Karl-Marx-Städterin dabei im Vordergrund ihres Grundstudiums. Im weiteren Verlauf entwickelte sie eine Affinität für die sozialen Aspekte des ökonomischen Lebens und vertiefte ihre Studien in den Bereichen Personalmanagement, Marketing und Psychologie. Am Ende dieser akademischen Station stand ihre Diplomarbeit zum Thema „Die Marke und ihr Wert“, die 2006 in einer Monografie veröffentlicht wurde.

Doch neben den zahlreichen theoretischen Errungenschaften standen auch praktische Erfahrungen. Zunächst in Form eines Praktikums in Nürnberg, zog es Manuela Künzel kurz vor Abschluss ihres Studiums 2005 schließlich für vier Monate in den südostasiatischen Stadtstaat Singapur. „Der große Sprung ins Ausland und dann noch in ein asiatisches Land, das von der Kultur, von den Arbeitsweisen, vom Wirtschaftswachstum ganz anders aufgestellt ist als Deutschland, war für mich reizvoll“, erinnert sie sich zurück. Dort war es eine ihrer Aufgaben, für ein interkulturell aufgestelltes IT-Unternehmen den Erstkontakt zu Firmen herzustellen.

Wieder zu Hause angekommen, trat sie 2005 eine Stelle als Trainee bei dem Energiedienstleister enviaM in Chemnitz an. Dort lag ihr Fokus auf dem Gebiet der Marktforschung. Sie koordinierte, berechnete und erstellte Ergebnisberichte oder präsentierte die Resultate aus verschiedenen Marktforschungsstudien. Nach einem Jahr wurde Manuela Künzel als Referentin für Segmentstrategie übernommen und konnte so am jährlichen Strategieprozess, der vom Mutterkonzern RWE geleitet wird, mitarbeiten. Das heißt vor allem Strategiekonzepte schreiben und im Kollektiv die Themenschwerpunkte für den nächsten Mittelfristraum setzen. Nachfolgend war sie als Referentin ebenso in der Marketing- und Vertriebsstrategie tätig und durfte später im Mutterunternehmen selbst für einige Monate arbeiten.

Den Energiemarkt gewählt hat die junge Absolventin damals, weil er für das Marketing ein ganz besonderer ist: „Strom ist ein Produkt, welches schwer zu vermarkten ist. Es ist nicht greifbar, homogen und ziemlich austauschbar.“ Sie erklärt, dass vor der Öffnung des Marktes 1998 der heutige Stromkunde noch ein Stromabnehmer war, der von regional verteilten monopolistischen Energieunternehmen versorgt wurde. „So gesehen steht das Marketing heute vor der Herausforderung, um den austauschbaren Kern des Produktes Strom gestalterische Elemente zu platzieren.“

Eines Tages wurde Manuela Künzel dann durch den „Newsletter für Freunde, Absolventen und Ehemalige“ der TU Chemnitz auf das Angebot der TUCed aufmerksam, die im Auftrag der TU berufsbegleitende Studiengänge anbietet. Interessiert schrieb sie sich für Customer Relationship Management am An-Institut der TU Chemnitz ein. Geleitet wird dieser Studiengang von Prof. Dr. Cornelia Zanger, die an der TU die Professur Marketing und Handelsbetriebslehre inne hat. „Ein Netzwerk aufzubauen, gleichzeitig einen Abschluss generieren und ein Thema zu vertiefen, was mich auch persönlich interessiert – das waren die Motivatoren, sich auch am Wochenende hinzusetzen“, so die Diplom-Kauffrau. Für Manuela Künzel und ihren beruflichen Werdegang war es zudem förderlich, den vermittelten Inhalt aus der „Praxisbrille“ betrachten zu können: „Als Student kann man die Unternehmenswelt noch gar nicht erfassen, mit mehreren Jahren Berufserfahrungen aber schon. So lassen sich die Inhalte ganz anders einordnen.“ Und so motiviert brachte sie ihr Masterstudium mit der Thesis „Aufbau eines Kündigungspräventionsmanagement im Energiemarkt“, die als Beitrag im Herausgeberband „Commodity Marketing“ der TU Bergakademie Freiberg veröffentlicht wurde, zum Abschluss.

Den Kontakt zur TU Chemnitz und der TUCed will sie aber nicht abreißen lassen. Im letzten Jahr sprach sie zum ersten Mal vor Studierenden des MBA-Studiengangs, den sie einst selbst studierte, gemeinsam mit einem ehemaligen Kommilitonen. „Wir gestalten einen Praxistag im Sinne des Wechselspiels zwischen Low- und High-Involvement-Produkten und zeigen im Prinzip den Studenten, was CRM in den einzelnen Branchen bedeutet“, fasst sie zusammen. Auch im nächsten Jahr will Manuela Künzel die neuen Studierenden wieder an ihren Erfahrungen teilhaben lassen. Dann könnte sie von ihrer aktuellen Arbeit als Teamleiterin der enviaM erzählen. Gemeinsam mit fünf anderen Mitarbeitern entwickelt sie tagtäglich Marketingstrategien, leitet Vertriebsprojekte oder begleitet die Themen Marktforschung und Data Mining. „Das Thema Führung reizt mich insbesondere, weil ich gern mit Menschen zu tun habe und durch die Tätigkeit viel mehr im Unternehmen bewegen kann“, so die 33-Jährige.

Dieses Selbstbewusstsein sieht sie leider noch nicht bei allen Absolventinnen der Gegenwart: „Ich habe den Vergleich nur auf dem Energiemarkt und wenn ich dort in die Führungsebene schaue, sehe ich, dass der Anteil an Frauen sehr gering ist und die Branche stark aufholen kann.“ Jungen Absolventinnen rät Manuela Künzel deshalb: „Sie sollen sich nicht scheuen, genau so viel Gas geben, selbstbewusst ins Berufsleben starten, wie das für viele Männer selbstverständlich ist.“ Für Frauen, die in der Ökonomie tätig sind, sei es wichtig, „ihren eigenen Marktwert auch für das Unternehmen zu kennen.“ Denn, so resümiert Manuela Künzel, „wirtschaftlich gesehen, können die Firmen ja nur davon profitieren.“

Weitere Informationen zum berufsbegleitenden MBA-Studiengang Customer Relationship Management: http://www.tuced.de

(Autor: Andy Schäfer)

Katharina Thehos
05.11.2014

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