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Aus der ostdeutschen Bürgerbewegung in die gesamtdeutsche Politik

Ringvorlesung „Friedliche Revolution und Demokratie – Perspektiven nach 25 Jahren“: Am 8. Juli 2014 hält Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka den Abschlussvortrag

  • Mit dem Vortrag von Prof. Dr. Johanna Wanka endet die Ringvorlesung „Friedliche Revolution und Demokratie – Perspektiven nach 25 Jahren“. Foto: Bundesregierung/Steffen Kugler

Am Dienstag, dem 8. Juli 2014, endet an der TU Chemnitz die Vortragsreihe „Friedliche Revolution und Demokratie – Perspektiven nach 25 Jahren“. Referenten aus Politik, Gesellschaft und Wissenschaft, darunter Karl Schwarzenberg, Richard Schröder, Roland Jahn, Wolfgang Berghofer und Horst Teltschik, haben die historische Zäsur des Jahres 1989 Revue passieren lassen und dem Publikum Rede und Antwort gestanden. Als Schlussreferentin begrüßen die Organisatoren von der Professur Politische Systeme, Politische Institutionen die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka. Die Ringvorlesung findet um 18 Uhr im Hörsaalgebäude der TU Chemnitz, Reichenhainer Straße 90, im Raum N 112 statt. Der Eintritt ist frei.

Johanna Wanka, 1951 im heute sächsischen Rosenfeld geboren, entstammt einem ländlich-protestantischen Elternhaus. Nach dem Abitur und einer Lehre als Agrotechnikerin begann sie 1970 ein Studium der Mathematik an der Universität Leipzig, das sie vier Jahre später erfolgreich beendete. Im Anschluss arbeitete sie an der TH Merseburg als wissenschaftliche Assistentin im Fachbereich Mathematik und wurde 1980 mit einer Arbeit über „Lösungen von Kontakt- und Steuerproblemen mit potenzialtheoretischen Mitteln“ promoviert. Ab 1985 wissenschaftliche Oberassistentin, wurde sie 1993 an der Hochschule Merseburg Professorin im Fachbereich Ingenieurmathematik, Informatik und Angewandte Naturwissenschaften, im Jahr darauf erfolgte ihre Wahl zur Rektorin der Hochschule. Johanna Wanka, die in der DDR eine Parteimitgliedschaft abgelehnt und sich einer stillen Opposition verschrieben hatte, wurde im Frühjahr 1989 im Zuge der gefälschten DDR-Kommunalwahlen politisch aktiv. Im September 1989 gründete sie in Merseburg (zunächst konspirativ) zusammen mit anderen Mitstreitern das Neue Forum. Im Mai 1990 zog sie für das Neue Forum in den Kreistag Merseburg ein, dem sie bis 1994 mit Mandat, danach beratend angehörte. Die ausgewiesene Expertin für Bildungs- und Wissenschaftspolitik wurde in der Folgezeit von verschiedenen Seiten für höhere politische Ämter umworben, konnte aber erst im Jahr 2000 als Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Brandenburg gewonnen werden. Wanka blieb für mehr als neun Jahre Teil der SPD/CDU-Landesregierung. Seit 2001 CDU-Mitglied, wurde sie Anfang 2009 zur CDU-Landesvorsitzenden gewählt (bis 2010). Nach dem Ende der Großen Koalition übernahm sie zunächst den christdemokratischen Fraktionsvorsitz im Potsdamer Landtag, ehe sie im Frühjahr 2010 als Kultur- und Wissenschaftsministerin in das Kabinett des niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff wechselte – als erste (und bislang einzige) ostdeutsche Ministerin in einem westdeutschen Bundesland. Schließlich trat sie Anfang 2013 die Nachfolge von Annette Schavan im Amt der Bundesministerin für Bildung und Forschung an, das sie bis heute führt. Mit Prof. Dr. Johanna Wanka ist eine Vertreterin der DDR-Bürgerbewegung zu Gast an der TU Chemnitz, der die Möglichkeit, in einer Demokratie politisch wie gesellschaftlich gestalten zu können, als eine der wichtigsten Errungenschaften der Friedlichen Revolution gilt.

Weitere Informationen erteilen Prof. Dr. Eckhard Jesse, Telefon 0371 531-27720, E-Mail eckhard.jesse@phil.tu-chemnitz.de, oder Dr. Thomas Schubert, Telefon 0371 531-36953, E-Mail thomas.schubert@phil.tu-chemnitz.de.

(Autor: Dr. Thomas Schubert)

Katharina Thehos
04.07.2014

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