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Vom Seminarraum in die Wildnis

Studierende der Pädagogik erlebten eine Sonnenwende der besonderen Art: Bei einer Exkursion ins Elbsandsteingebirge konnten sie handlungs- und erlebnisorientierte Lernformen kennenlernen und erproben

  • Sicher gehalten durch die ganze Gruppe lässt sich die Slackline beinahe wie im Schlaf bezwingen. Foto: Danny Krull
  • Durch Reflexion werden innere Vorgänge der Kommunikation und Deutung zugänglich – eine wichtige Voraussetzung für nachhaltiges Lernen und ein oft vernachlässigter Bestandteil der Erlebnispädagogik. Foto: Danny Krull
  • Vor der Schatzsuche erläuterte Mirko Ceranski Grundlagen und pädagogische Potenziale des Geo-Cachings. Foto: Danny Krull
  • Während des Land-Art-Workshops galt es, den organischen Farb- und Formenreichtum der Natur zu kleinen Kunstwerken zu arrangieren. Foto: Danny Krull

Wie fühlt es sich eigentlich an, den ganzen Tag lang einen schweren Rucksack zu tragen, eine Nacht im Freien zu verbringen, durch die Landschaft zu wandern? „Wer Erlebnispädagogik betreiben will, sollte seine eigenen Methoden auch von der Teilnehmerseite her kennen, denn ohne die Fähigkeit zur Perspektivübernahme wird pädagogisches Handeln zufällig“, erläutert Mirko Ceranski den Zweck der Exkursion, die am 20. und 21. Juni 2014 Studierende der Pädagogik ins Elbsandsteingebirge führte. Zusammen mit seinem Kollegen Danny Krull zeichnet er seit dem vergangenen Wintersemester für die Lehre der Professur Allgemeine Erziehungswissenschaft in der Nebenstudienrichtung „Sport und Erlebnis“ verantwortlich.

„Erlebnispädagogische Angebote“, so Ceranski, „bilden inzwischen einen Markt, an den immer öfter pädagogisch unqualifizierte Anbieter drängen. Wir möchten dieser Entwicklung entgegenwirken, indem wir die akademische Ausbildung durch praktische Elemente ergänzen und so die Professionalität der Studierenden fördern.“ Mit Unterstützung des Zentrums für Lehrerbildung konnten Workshops realisiert werden, die den Teilnehmern in zwei Tagen einen Querschnitt durch die erlebnispädagogische Landschaft boten: Praktische Erfahrungen mit Geo-Caching, Land-Art, Seil- und Knotenkunde bis hin zur Slackline standen genauso auf dem Programm wie Wasseraufbereitung und die Zubereitung einer Mahlzeit sowie verschiedene Interaktionsspiele und – nicht zu vergessen – das Nächtigen unter freiem Himmel. „Erlebnispädagogik ist gerade nicht die bloße Aneinanderreihung spaßiger Aktionen. Das pädagogische Potenzial der oftmals intensiven Erfahrungen wird erst durch eine angeleitete Reflexion erschlossen und für Lernprozesse der Teilnehmer nutzbar. Die Kompetenz dazu zeichnet Erlebnispädagogen aus“, resümiert Jun.-Prof. Dr. Meike Breuer. Die Juniorprofessorin für Sport und Bewegungserziehung lehrt seit dem Sommersemester 2014 am Zentrum für Lehrerbildung und will die Erziehungswissenschaftler auch künftig unterstützen.

„Durch die vielen praktischen Tipps, die Erfahrungen am eigenen Leibe und den Austausch in der Gruppe konnte ich eine Menge mitnehmen“, fasst Marie Luise Kempa, Studentin der Pädagogik und Mitorganisatorin der Exkursion, ihre Eindrücke zusammen. „Außerdem lernt man so auch die Dozenten besser kennen“, ergänzt sie. Weitere Exkursionen sind bereits geplant und sollen in Zukunft regelmäßig zur Ergänzung der Seminare stattfinden.

Prof. Dr. Bernhard Koring, Inhaber der Professur für Allgemeine Erziehungswissenschaft und geschäftsführender Direktor des Instituts für Pädagogik, begrüßt die Erweiterung des Lehrangebotes: „Wir sind bestrebt, die Qualität der akademischen Ausbildung für die Studierenden der Pädagogik weiter zu steigern und so den Anforderungen der beruflichen Praxis noch besser gerecht zu werden. Die Anwendung und Einübung erfahrungs- und handlungsorientierter Praktiken tragen wesentlich zur Professionalisierung der angehenden Pädagogen bei.“

(Autor: Danny Krull)

Katharina Thehos
30.06.2014

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