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  • Der Theologe Prof. Dr. Richard Schröder spricht an der TU Chemnitz. Foto: privat
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Die Friedliche Revolution aus Sicht eines "undogmatischen Theologen"

Prof. Dr. Richard Schröder, SPD-Fraktionsvorsitzender in der DDR-Volkskammer 1990, spricht am 15. April 2014 in der Ringvorlesung "Friedliche Revolution und Demokratie - Perspektiven nach 25 Jahren"

Am Dienstag, dem 15. April 2014, geht die Vortragsreihe "Friedliche Revolution und Demokratie - Perspektiven nach 25 Jahren" weiter. Es referiert der Theologe Prof. Dr. Richard Schröder, der 1990 SPD-Fraktionsvorsitzender in der DDR-Volkskammer war. Die Ringvorlesung findet jeweils dienstags (und am Donnerstag, dem 12. Juni) um 18 Uhr im Hörsaalgebäude der TU Chemnitz, Reichenhainer Straße 90, im Raum N 112 statt. Der Eintritt ist frei. Die Referenten aus Politik, Gesellschaft und Wissenschaft lassen auf Einladung der Professur Politische Systeme, Politische Institutionen in ihren Vorträgen die historische Zäsur des Jahres 1989 Revue passieren, werfen vor diesem Hintergrund einen Blick auf die deutsche Demokratie im 21. Jahrhundert und stehen dem Publikum nicht nur Rede, sondern auch Antwort.

Richard Schröder wurde 1943 im sächsischen Frohburg geboren. Aus politischen Gründen nicht zur Oberschule zugelassen, besuchte er von 1958 bis 1962 die Vorschule für kirchlichen Dienst in Moritzburg und studierte anschließend in kirchlichen Hochschulen Theologie und Philosophie. Nach einer Assistenzstelle am Berliner Sprachenkonvikt wirkte Richard Schröder von 1973 bis 1977 als Pfarrer, übernahm danach eine Dozentur für Philosophie am Katechetischen Oberseminar Naumburg sowie am Sprachenkonvikt Berlin. 1977 promoviert und 1991 habilitiert, äußerte er 1988 grundlegende Kritik am Konzept "Kirche im Sozialismus", da dieses nahe lege, die Kirchen teilten den Sozialismus der SED. Über sein Mitwirken im "Arbeitskreis Theologie und Philosophie" kam er im Herbst 1989 zu der sich neu formierenden Sozialdemokratischen Partei in der DDR, der er bald beitrat. Ab Januar 1990 wirkte er in der Verfassungskommission des Zentralen Runden Tisches der DDR mit, am 18. März 1990 wurde er über ein Mandat im Wahlkreis Potsdam in die Volkskammer der DDR gewählt. Der "undogmatische Theologe", so der Historiker Andreas Rödder, sorgte hier als Vorsitzender der SPD-Fraktion im Aushandlungsprozess der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion für einen Ausgleich der oft nur schwer zu vereinbarenden Interessen in Fraktion und Regierung. Vom 3. Oktober bis zum 18. Dezember 1990 war Schröder Mitglied des Deutschen Bundestages, danach zog er sich aus der Politik zurück, kommentierte gleichwohl unverändert das politisch-gesellschaftliche Zeitgeschehen. Anfang 1993 erhielt er den Ruf an die Theologische Fakultät der Humboldt-Universität Berlin, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2009 lehrte. Richard Schröder, der unter anderem von 1993 bis 2009 Verfassungsrichter des Landes Brandenburg war und lange Jahre dem Nationalen Ethikrat angehörte, ist nach Einschätzung der Organisatoren ein ausgewiesener Kenner von Politik und Gesellschaft der DDR, der auf die ihm eigene kritische, ja zuweilen tragikomische Art und Weise die Verhältnisse im SED-Staat ebenso wie die Friedliche Revolution und die Deutsche Einheit klug zu interpretieren und analysieren weiß. Mit ihm ist einer der zentralen ostdeutschen politischen Akteure des Jahres 1990 zu Gast an der TU Chemnitz.

Das Programm der Ringvorlesung im Überblick: http://www.tu-chemnitz.de/phil/politik/pspi/pdf/plakat-ringvorlesung-2014_s.pdf

Weitere Informationen erteilen Prof. Dr. Eckhard Jesse, Telefon 0371 531-27720, E-Mail eckhard.jesse@phil.tu-chemnitz.de, oder Dr. Thomas Schubert, Telefon 0371 531-36953, E-Mail thomas.schubert@phil.tu-chemnitz.de.

(Autor: Dr. Thomas Schubert)

Katharina Thehos
11.04.2014

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