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"Großes Potential zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs"

100 Wissenschaftler aus zehn Ländern informieren sich am 12. und 13. November 2013 in Chemnitz beim Symposium INSECT über neue Entwicklungen des elektrochemischen Abtragens - Anmeldung bis 7. November

  • Zu den aktuellen Schwerpunkten im Themenfeld des Symposiums gehört das Verfahren Jet-ECM. Hiermit können zum Beispiel Metall-Kunststoff-Laminate flexibel und kraftfrei strukturiert werden. Bild: TU Chemnitz

Neue Entwicklungen im Bereich des elektrochemischen Abtragens werden am 12. und 13. November 2013 auf dem "International Symposium on Electrochemical Machining Technology - INSECT" in Chemnitz vorgestellt. In diesem Jahr treffen sich circa 100 Wissenschaftler aus zehn Ländern, unter anderem aus den USA, Weißrussland, Frankreich, Großbritannien, Polen und den Niederlanden, um über neueste Ergebnisse zu berichten. "Die im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich gestiegene Teilnehmerzahl zeigt uns, dass elektrochemische Technologien eine zunehmend wichtige Rolle in Wissenschaft, Technik und vor allem im industriellen Umfeld spielen", berichtet Dr. Matthias Hackert-Oschätzchen, Mitglied des Konferenz-Komitees und Gruppenleiter an der Professur Mikrofertigungstechnik der TU Chemnitz. Die Schwerpunkte der diesjährigen Veranstaltung liegen vor allem in den Bereichen Prozessgestaltung und Simulation sowie industrielle Anwendung. Die Organisation der Konferenz erfolgte durch das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der TU Chemnitz.

Das elektrochemische Abtragen (ECM - Electrochemical Machining) von Metallen mit Elektrolytlösungen und Strom ermöglicht die Herstellung von Bauteilen aus hochfesten Materialien ohne wirkende Bearbeitungskräfte. Außerdem können mit diesem Verfahren filigrane Mikrostrukturen in der Oberfläche von Bauteilen erzeugt werden. Dabei wird mit einem elektrisch aufgeladenen Elektrolytstrahl mit einem Durchmesser von 100 Mikrometern, der über der Oberfläche des zu bearbeitenden Bauteils entlang geführt wird, eine gezielte Auflösung des Werkstoffs ermöglicht. Durch die Steuerung der Strahlführung und der elektrischen und chemischen Parameter im Bearbeitungsprozess lassen sich mit diesem Verfahren kompliziert geformte, dreidimensionale Strukturen in einem Werkstück erzeugen.

Schon jetzt wird das Verfahren zur Mikrostrukturierung verschiedener Werkstoffe, wie Hartmetallen, eingesetzt. Dazu entwickelt die TU Chemnitz gemeinsam mit dem Fraunhofer IWU Verfahren und Maschinen, die in Verbundforschungsprojekten in die Industrie überführt werden. Partner dafür sind beispielsweise die SITEC Industrietechnologie in Chemnitz, die Boenig Präzisionswerkzeugbau in Höhn und die Continental Automotive GmbH. Auch für die Herstellung von Turbinenteilen im Flugzeugbau und Einspritzdüsen im Auto wird das Verfahren angewendet.

Im Rahmen des Spitzentechnologieclusters "Energieeffiziente Produkt- und Prozessinnovationen in der Produktionstechnik eniPROD" wurde das elektrochemische Abtragen zur Reduzierung von Reibung in Motorbaugruppen und -komponenten untersucht. "Die gezielte elektrochemische Strukturierung ermöglicht es, Reibung und Verschleiß von tribologisch beanspruchten Bauteilen im Antriebsstrang von Fahrzeugen deutlich zu senken. Mit dieser Technologie eröffnet sich ein großes Potential zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs zukünftiger Antriebssysteme", sagt der Organisator des Symposiums Prof. Dr. Andreas Schubert, Prorektor für Wissens- und Technologietransfer und Inhaber der Professur für Mikrofertigungstechnik an der TU Chemnitz sowie Abteilungsleiter Präzisions- und Mikrofertigung am Fraunhofer IWU. Er ist sich sicher, dass mit zunehmenden Anforderungen an die Energieeinsparung auch die Bedeutung der elektrochemischen Bearbeitung zur Modifikation technischer Oberflächen im industriellen Einsatz weiter zunimmt.

Anmeldungen zur Konferenz sind noch bis zum 7. November über die Konferenzwebseite möglich: http://www.iwu.fraunhofer.de/en/events-and-fairs/INSECT2013.html

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Andreas Schubert, Telefon 0371 531-34580, E-Mail andreas.schubert@mb.tu-chemnitz.de.

(Autor: Philipp Steinert)

Katharina Thehos
06.11.2013

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