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"Schlösser werden zum Angeben gebaut und Burgen zur Verteidigung"

Mit seinem Vortrag über Ritter, Burgen und Drachen eröffnete Prof. Dr. Christoph Fasbender die Kinder-Uni im Wintersemester und begeisterte damit rund 300 Juniorstudenten

  • Ritter willkommen - bei der Auftakt-Veranstaltung der Kinder-Uni Chemnitz im Wintersemester 2013/2014 drehte sich alles rund um das Mittelalter. Foto: Brita Stingl
  • Prof. Dr. Christoph Fasbender sammelte mit Unterstützung von Dr. Karen Werner, was die Kinder bereits über das Thema wussten - und da fiel den rund 300 Juniorstudenten eine Menge ein. Foto: Brita Stingl
  • Auch einige "echte" Burgfräulein mischten sich unter die Gäste. Foto: Brita Stingl
  • Im Anschluss an die Vorlesung konnten sich viele Juniorstudenten eine Unterschrift des Referenten in ihr Studienbuch geben lassen. Foto: Brita Stingl

"Ritter, Burgen, Drachenblut - Wie wird man zum kühnen Ritter?" Mit dieser Frage beschäftigte sich Prof. Dr. Christoph Fasbender in seinem Vortrag für die Kinder-Uni Chemnitz. Das lockte natürlich Hunderte interessierte Juniorstudenten am 13. Oktober 2013 in den großen Hörsaal N115 an die TU. Nicht nur angehende Nachwuchsritter, sondern auch mindestens genauso viele Burgfräulein, unter denen sich der ein oder andere sogar extra für die Vorlesung im mittelalterlichen Kostüm zeigte, fanden sich schon früh um 10 Uhr im Hörsaal ein. Nach einer halben Stunde regen Treibens, in denen die kleinen Jungforscher und ihre Eltern einen Platz im Raum fanden sowie das Datum der Veranstaltung in ihr Studienhandbuch eintrugen, eröffnete Kinder-Uni-Organisatorin Brita Stingl pünktlich um 10.30 Uhr mit ein paar einleitenden Worte die Veranstaltung. Natürlich durfte im Anschluss daran das Klopfen auf den Bänken als Anerkennung nicht fehlen - ganz wie bei den Großen eben. Als nächstes begann Prof. Dr. Christoph Fasbender vom Institut für Germanistik und Kommunikation der TU Chemnitz seinen Vortrag mit der Aufforderung an die versammelte Hörerschaft, ihm zuzuwinken. Das hat nicht nur mit einer gängigen Begrüßung zu tun, wie er danach erklärte, sondern war im Mittelalter auch ein Zeichen dafür, dass der Grüßende - ohne Waffen in der Hand - in friedlicher Absicht kam.

Interaktiv ging es dann auch weiter: Um der Frage nachzugehen, wo man denn heute noch überall Mittelalter sehen und finden könnte, sammelte Fasbender mit den Kindern und mit Hilfe von Dr. Karen Werner vom Zentrum für Lehrerbildung in einer Mind-Map Begriffe rund um das Thema. Ob Burgen, Schlösser, Museen, Kirchen und Geschichten - die Jungforscher ließen keine Zweifel daran aufkommen, dass sie schon einiges über das Thema wussten. Auch auf die Nachfrage des Professors, was denn der Unterschied zwischen Burgen und Schlössern sei, wusste eine findige Junior-Studentin sofort zu antworten: "Schlösser werden zum Angeben gebaut und Burgen zur Verteidigung" - und brachte es damit genau auf den Punkt.

Das älteste deutsche Liebesgedicht und die Geschichte von Iwein mit dem Löwen

Doch woher weiß man eigentlich so genau wie die Ritter von damals gefühlt und gesprochen haben? - Mit nur sechs Wörtern, versprach Fasbender allen Anwesenden, würde man am Ende der Vorlesung jeden Ritter verstehen und sogar wie einer sprechen können. Dies illustrierte er daraufhin an zwei einfachen deutschen Sätzen, die er sowohl im heutigen Hochdeutsch, als auch im Mittelhochdeutschen gegenüberstellte. Die Sprache hätte bei Rittern einen ganz besonders hohen Stellenwert gehabt, erklärte Fasbender weiter, so musste jeder gute Ritter mindestens ein paar Lieder auswendig kennen und da die "Minne", also die Liebe zu einem Burgfräulein, besonders wichtig war, bemühten sich die Ritter in der Kunst der Liebesgedichten, um ihre Liebste für sich zu gewinnen. So stammte auch das älteste deutsche Liebesgedicht aus der Zeit des Mittelalters, das der Professor daraufhin an die Leinwand projizierte. Womit sich die Ritter im Laufe ihres Lebens noch beschäftigten, konnten die Kinder dann anhand von verschiedenen mittelalterlichen Illustrationen erraten: Spielen, Lesen, Weitwurf, Tanzen, Schmieden, Jagen und Angeln - schnell war für die Anwesenden klar, dass sich so die Freizeitbeschäftigung der Ritter und Burgfräulein dann doch nicht so sehr von der heutigen Zeit unterschied.

Zum Abschluss der Veranstaltung erzählte Prof. Fasbender den gebannt lauschenden Kindern noch die 1.000 Jahre alte Geschichte von Iwein mit dem Löwen. Die Geschichte von Hartmann von Aue, die von Liebe, Drachen, Zauberei und Kämpfen handelte, fesselte dann jeden der Jungforscher. Der Meinung war auch der neunjährige Jeffrey: "Die Geschichte am Ende hat mir ganz besonders gefallen." Und auch wenn vielleicht "Ritter" für den zehnjährigen Lukas nach der Veranstaltung dann doch nicht der eigene Traumberuf war resümierte er: "Die Vorlesung fand ich trotzdem spitze."

Weiter geht es mit der Kinder-Uni Chemnitz im Wintersemester mit drei weiteren Vorlesungen. Am 10. November 2013 geht es um die Frage "Was wäre, wenn Hänsel und Gretel ein Navi gehabt hätten?". Am 15. Dezember 2013 lautet das Thema "Steine, die vom Himmel fallen - Kosmische Katastrophen in der Erdgeschichte" und am 19. Januar 2014 gibt es Antworten auf die Frage "Wirbelstürme, Hurrikane und steife Brisen - Wie hält sich da der Wetterfrosch auf seiner Leiter?".

Weitere Informationen: http://www.tu-chemnitz.de/kinderuni

Kontakt: Telefon 0371 531-13300, E-Mail kinderuni@tu-chemnitz.de

(Autor: Antonin Fischer)

Katharina Thehos
14.10.2013

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