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Sicherheitspolitische Herausforderungen für Europa

Das 12. Seminar "Dialog junge Wissenschaft und Praxis" im Rahmen der Förderinitiative der Hanns Martin Schleyer-Stiftung fand am 28. und 29. Juni 2013 in Lichtenwalde statt

  • Dr. Rupert Neudeck referierte im Rahmen des Seminars "Dialog junge Wissenschaft und Praxis". Er war der Einladung von Prof. Dr. Beate Neuss gefolgt. Foto: privat
  • Auch über ihre Vorträge hinaus standen die Referenten den Studierenden für Fragen und weiterführende Diskussionen zu Verfügung. Foto: privat
  • Die Teilnehmer des Seminars im Schlosshof Lichtenwalde. Foto: privat
  • Der Syrer Salam Kawakibi analysierte die aktuelle Situation und Zerstörungen in Syrien und stellte Optionen für die weitere Entwicklung dar. Foto: privat
  • Dr. Thomas Speckmann - Leiter des Referats Redenschreiben im Bundesministerium der Finanzen - erzählte über Freund und Leid eines Redenschreibers und seinen ganz persönlichen Karriereweg. Foto: privat
  • Brigardegeneral a.D. Armin Staigis zeigte die anstehenden sicherheitspolitischen Herausforderungen im Zuge von Auslandseinsätzen der NATO, EU und Deutschland. Foto: privat

Die globalisierte Welt des 21. Jahrhunderts bringt die Menschen und Staaten dieser Erde näher zusammen, als sie es je zuvor waren. Gerade für Europa offenbart dies zahlreiche Bereicherungen und Chancen. Doch birgt die enge Verflechtung mit allen Erdteilen auch Gefahren, die es zu antizipieren, und Herausforderungen, denen es zu begegnen gilt. Im Wissen um die hohe Relevanz dieser sicherheitspolitischen Herausforderungen für Europa folgten am Freitag und Samstag, dem 28. und 29. Juni 2013, fortgeschrittene Studierende der TU Chemnitz, Doktoranden und Nachwuchswissenschaftler zum inzwischen zwölften Male der Einladung der Chemnitzer Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Beate Neuss, Professur für Internationale Politik, nach Lichtenwalde vor den Toren der Stadt Chemnitz, um von Experten aus der Praxis zu lernen und mit ihnen zu diskutieren.

In dem sehr intensiven Seminar, das durch die Förderinitiative "Dialog junge Wissenschaft und Praxis" der Hanns Martin Schleyer-Stiftung gefördert wurde, profitierte das versammelte Auditorium von den erfrischend anderen Perspektiven und der besonderen Güte der Referenten, einer sehr diskussionsfreudigen Atmosphäre sowie von der Möglichkeit, auch nach den Vorträgen in privaten Gesprächen weitere Informationen "herauszukitzeln". Aus erster Hand erfuhren die Teilnehmer von der Arbeit des Entwicklungshelfers Dr. Rupert Neudeck. Er ist Gründer des Notärzte Komitees Cap Anamur, das zwischen 1979 und 1986 insgesamt 11.488 vietnamesische Bootsflüchtlinge aus dem südchinesischen Meer rettete, sowie Mitbegründer und Vorsitzender des Friedenscorps Grünhelme e.V., das, wie aktuell bekannt wurde, derzeit um drei entführte Mitarbeiter in Syrien bangen muss.

Der syrische Politikwissenschaftler Salam Kawakibi, Deputy Director der Arab Reform Initiative und derzeit Fellow der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin, berichtete in einem bedrückenden und bewegenden Vortrag über die Lage in seinem bürgerkriegsgeschüttelten Land, die Rolle regionaler und internationaler Akteure sowie die Implikationen der Krise für die Weltgemeinschaft. Der Redenschreiber des Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble, Dr. Thomas Speckmann, referierte über Ausmaß und Auswirkungen privater Sicherheitsfirmen in weltweiten Krisengebieten und mahnte gegen das moderne Söldnertum an, dass Kriegsführung zu brisant sei, um sie privatwirtschaftlichem Kalkül zu überlassen. Darüber hinaus berichtete er über die Verantwortung eines Redenschreibers, wissenschaftlich komplexe Sachverhalte in für die Zuhörenden verständliche und trotzdem richtige Wendungen zu fügen, den Charakter des Redners zu wahren und dennoch wenn nötig justierend einzugreifen.

Abschließend analysierte Armin Staigis, Brigadegeneral a.D., die Entwicklungen der Sicherheitspolitiken der NATO, der Europäischen Union und der Bundesrepublik Deutschland und stellte fest, dass das Engagement der europäischen NATO-Staaten, der gemeinsamen Sicherheitspolitik der EU und vor allem auch Deutschlands in Zukunft stark ansteigen müsse, um erfolgreich internationale Krisen zu bewältigen. Militärische Mittel würden dafür nicht ausreichen, sondern müssten mit gut ausgestatteten zivilem Engagement vernetzt werden.

Das zwölfte außeruniversitäre Schleyer-Seminar der TU Chemnitz konnte seine Teilnehmer durch eine Breite und Tiefe bei der Bearbeitung wichtiger und hochaktueller Themen bereichern. Die Veranstaltung erwies sich als hervorragende Anlage der freien Wochenendszeit, von deren intellektuellen Erträgen wohl noch lange gezehrt werden kann.

(Autor: Erik Vollmann)

Katharina Thehos
02.07.2013

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