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Was schrieben Sachsens Schüler vor 500 Jahren?

Tagung in Zwickau widmet sich vom 20. bis 22. September 2012 den Lateinschulen im mitteldeutschen Raum

Das leistungsfähigste Bildungssystem aller deutschen Länder, das dem Freistaat Sachsen 2012 nun schon zum siebenten Mal bescheinigt wurde, hat eine Vorgeschichte. Sie beginnt im späten Mittelalter, wo sich in Sachsen ein dichtes Netz leistungsfähiger städtischer Lateinschulen ausbreitete - den Vorläufern der modernen Gymnasien. In Bautzen, Chemnitz, Glauchau, Zittau oder Zwickau konnte man auf ähnlich hohem Niveau Grundkenntnisse in den freien Künsten erwerben wie etwa an der Universität Leipzig. Unter allen Häusern ragte die um 1500 von Stephan Roth und Georg Agricola geleitete Zwickauer Schule heraus. Aus halb Europa, den Niederlanden, der Schweiz, Österreich, Slowenien oder Italien kamen Schüler nach Westsachsen.

Was sie lernten, was sie schrieben und lasen, dokumentieren ihre Schulhefte, die von den Zöglingen mitgeführt und irgendwann zurück in die Heimat getragen wurden. Eine Fachtagung in der Aula der Westsächsischen Hochschule Zwickau widmet sich vom 20. bis 22. September 2012 erstmals dem Lehren und Lernen an den Lateinschulen des mitteldeutschen Raumes. Die Professur für Deutsche Literatur- und Sprachgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit an der Technischen Universität Chemnitz hat den Tagungsort bewusst gewählt. "Genau an dieser Stelle befand sich einst die Grünhainer Kapelle, in deren Gemäuer später die Zwickauer Stadtschule einzog", sagt Tagungsleiter Professor Dr. Christoph Fasbender.

Während der Fachtagung werden die Konstituenten der Lateinschulen, die Lehrer und ihre Karrieren ebenso eine Rolle spielen, wie Fragen der Bildungshoheit und des Übergangs von der Schule an die Universität. Mehrere Beiträge werden sich mit der Rolle der Schule für den Gottesdienst und das städtische Schauspiel befassen. Nicht zuletzt sollen zahlreiche unbekannte Texte - etwa aus der Chemnitzer Lateinschule - ans Licht gezogen werden. Die Professur für Deutsche Literatur- und Sprachgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit erhofft sich durch diese Tagung den dringend nötigen Schub für die Erfassung mitteldeutscher Schulhandschriften. Es wird keine Tagungsgebühr erhoben. Insbesondere sind Interessierte aus Sachsens Schulen herzlich willkommen.

Programm der Tagung: http://www.tu-chemnitz.de/phil/ifgk/germanistik/mediaevistik/Flyer_Lateinschulen24_k.pdf

Weitere Informationen erteilt Dr. Gesine Schochow Mierke, Telefon 0371 531-36974, E-Mail gesine.mierke@phil.tu-chemnitz.de

Mario Steinebach
28.08.2012

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