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Von der Studentin zur Herbergsleiterin

Sie ist die "Jüngste Herbergsmutti Sachsens": Denise Mönnich studierte an der TU Chemnitz und leitet seit 2011 die Chemnitzer Jugendherberge am Getreidemarkt 1

Es ist ein herzliches Lächeln, mit dem die Gäste in der Chemnitzer Jugendherberge empfangen werden. Ein Lächeln von der 30-jährigen Leiterin Denise Mönnich (geb. Bierbaß), die mit ihrem Team allen Besuchern neben gemütlichen Zimmern in zentraler Lage ein vielseitiges Programm zum heimischen Tourismus bietet. Dafür nötige Erfahrungen erlangte die Jugendherbergsleiterin unter anderem durch ihr Studium an der Technischen Universität Chemnitz. Hier studierte die geborene Burgstädterin bis November 2010 Betriebswirtschaft und Sportwissenschaft. Gern nahm sie an Vorlesungen über Tourismus teil, wozu sie schließlich auch ihre Abschlussarbeit verfasste. In ihr untersuchte Mönnich den Sporttourismus im Erzgebirge. Neben dem Studium sammelte sie weitere Erfahrungen, von denen sie heute profitiert. Zum Beispiel organisierte sie bei einem Praktikum in Neuseeland für die Hockey-Nationalmannschaft Veranstaltungen und Sportreisen. Aber auch ihre Nebenjobs als Eisverkäuferin, Rettungsschwimmerin, Mitarbeiterin im Fitnessstudio, Ferienlagerbetreuerin, Verkäuferin, Küchenhilfe und Eventmanagerin stellten sich als Gewinn heraus. Wie wichtig Praxiserfahrungen sind, weiß Mönnich heute und empfiehlt sie deshalb jedem Studenten.

Direkt nach dem Studium bewarb sich die ehemalige TU-Studentin erfolgreich auf eine Stellenausschreibung als Herbergsleiterin, welche sie im September 2011 antrat. Seither leitet sie mit erst 30 Jahren die Jugendherberge/City Hostel Chemnitz "eins" und erhielt dafür den Wanderpokal "Jüngste Herbergsmutti Sachsens". Den schnellen Sprung in die Tourismusbranche hat sie nicht zuletzt ihren zahlreichen Kenntnissen auf diesem Gebiet zu verdanken, denn wie sie etwas organisieren muss, was eine Umsatzsteuer und Kostenrechnung ist sowie das Verständnis für die Buchhaltung und Veranstaltungsplanung lernte sie im Studium und durch ihre Nebenjobs. "All die Aufgaben wie Event - und Personalplanung sind stressig", gibt sie zu, aber es mache trotzdem viel Spaß.

Von den vielen Aufgaben, die Mönnich täglich zu erfüllen hat, bekommen die Gäste der Herberge nichts mit, denn selbst bei schlechtem Wetter gibt es viel Interessantes zu entdecken. Die Entdeckungstour beginnt bereits beim Einchecken beziehungsweise bei der Suche nach der Herberge. Auf dem ersten Blick wirkt die Jugendherberge durch ihre schlichte und weiße Fassade wie ein Bürogebäude. Der Bau als solches wurde bereits 1928 vom Architekten Friedrich Wagner-Poltrock entworfen. Es war eines der ersten Hochhäuser der Stadt und diente lange Zeit als Umformwerk für die Straßenbahnen in Chemnitz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das leicht beschädigte Gebäude als Sitz eines Energieversorgers genutzt und stand ab den 1990er Jahren leer. 2009 begann mit großem Engagement der eins energie in Sachsen GmbH und Co. KG der Umbau zur Jugendherberge, die offiziell am 1. Juni 2012 für Gäste eröffnet wurde. Das Äußere verrät heute kaum noch etwas von der langen Geschichte, aber im Inneren offenbart das denkmalgeschützte Gebäude seine ehemalige Funktion. Mit einer Deckenhöhe von über zwölf Metern lässt sich in der Eingangshalle noch der Industriecharakter erkennen, der dank der Sanierung offen und einladend wirkt. Von der Eingangshalle aus kann in die Galerie, denn Speisesaal und in die einzelnen Etagen geschaut werden. Zudem befinden sich hier neben der Rezeption, wo Denise Mönnich oft anzutreffen ist, einige Erinnerungsstücke an das Umformwerk wie eine Hälfte eines Schwungrads und in Deckennähe ein Laufrad.

Die Vergangenheit des Gebäudes wurde stillvoll in das jugendliche Ambiente der Herberge eingebunden, findet sich darüber hinaus aber ebenso im Programm und Profil des Hauses wieder. "Das Profil der Chemnitzer Jugendherberge - Wissenschaft & Kunst- passt sowohl zur Geschichte von Chemnitz als auch zum Haus", erklärt Mönnich, welche ihren Gästen entsprechend dazu Führungen anbietet. Dabei arbeitet sie beispielsweise auch eng mit der TU Chemnitz, dem Industriemuseum und dem Energieunternehmen "eins" zusammen. "Wir wollen aber auf jeden Fall noch eine Bastel- und Mal-Straße einrichten und im Keller eine Experimentierecke", offenbart die Leiterin zukünftige Projekte. Das Programm richtet sich sowohl an Einzelreisende, Gruppen, Familien und Fahrradtouristen. Eine wichtige Zielgruppe seien auch Tagungsgäste. "Hier wollen wir mit unseren Partnern wie der TU und der Stadt Chemnitz eng kooperieren", sagt Mönnich.

Übernachten dürfen jedoch nur Mitglieder des Deutschen Jugendherbergsverbands (DJH). "Den Mitgliedsausweis kann bei uns in der Jugendherberge erworben werden oder auch online", erklärt Mönnich. Und die Mitgliedschaft sowie eine Übernachtung lohnen sich, denn bestimmte Aktionen und Events sind ausschließlich den Mitgliedern vorbehalten, wie Konzerte. Darüber hinaus sind der jungen Herbergsleiterin die Umsetzung des Profils und die Kombination von architektonischer Geschichte und jugendlicher Abenteuerlust mehr als gelungen, wovon sich Einwohner und Gäste der Stadt bei einem Besuch überzeugen können.

Natürlich steht die Jugendherberge nicht nur seinen Hausgästen offen, auch Chemnitzer können ein Blick hineinwerfen, zum Beispiel am Tag der offenen Tür am 25. August 2012 von 13 bis 18 Uhr.

Link zur Jugendherberge: http://www.jugendherberge-sachsen.de/index.php?id=186

(Autorin: Sandra Edel)

Mario Steinebach
22.08.2012

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