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Hilfe für Galija aus Kasachstan

Absolventin der TU Chemnitz kämpft gegen Krebs - Mit Hilfe einer Spendenaktion des Vereins Talbrücke e.V. soll ihre Behandlung finanziert werden

  • Galija Achmedschina studierte bis 2008 an der TU Chemnitz. Das Foto zeigt sie im April 2012 in Kasachstan. Foto: privat

"Kommen Sie morgen wieder", sagt die Krankenschwester knapp und sachlich. Galija Achmedschina hat Lymphdrüsenkrebs und wartet auf ihre Chemotherapie. Doch heute sind zu viele Patienten vor ihr an der Reihe. Galija kennt das schon. Es ist nicht das erste Mal, dass sie unverrichteter Dinge wieder nach Hause gehen und es am nächsten Tag erneut probieren muss. Die staatlichen Krankenhäuser in ihrem Heimatland Kasachstan sind überlastet, weil Ärzte fehlen. Behandlungen können nicht rechtzeitig beginnen, was den Erfolg der Chemotherapie gefährdet.

Galija Achmedschina ist gerade 34 Jahre alt, als sie im Dezember 2011 an Krebs erkrankt. Alles begann mit einer kleinen Schwellung am Hals. Vermutlich eine Nachwirkung der schweren Bronchitis, die ihr kurz zuvor zu schaffen gemacht hatte, dachte Galija. Die Geschwulst aber blieb und ihr Arzt überwies sie ins örtliche Krankenhaus für eine Ultraschalluntersuchung und Computertomographie. Dabei wurden neben dem Knoten am Hals weitere Lymphknotenschwellungen im Bereich des Schlüsselbeins, unter den Achseln und im Brustkorb entdeckt. Nach einer Gewebeentnahme erhält Galija die niederschmetternde Diagnose: Lymphdrüsenkrebs vom Typ Hodgkin-Lymphom. Seitdem kämpft sie gegen ihre Erkrankung an. Aufgrund der Chemotherapie leidet sie zudem an Erschöpfung. Sie ist zu müde, um weiter ihrer Arbeit nachzugehen. Denn eigentlich unterrichtet sie Deutsch am Goethe-Institut in Almaty, der ehemaligen Hauptstadt von Kasachstan. In ihren Unterricht kann Galija auch viele eigene Erfahrungen einfließen lassen, denn sie hat viele Jahre in Chemnitz gelebt und hier studiert. Nach ihrem Abschluss im Jahr 2008 in Germanistik, Romanistik sowie Wirtschafts- und Sozialgeographie ging sie wieder zurück in ihre Heimat. Geblieben sind ihr neben unzähligen Erinnerungen die Verbindung zu zahlreichen guten Freunden in Deutschland. Ludmilla Yadlovskyy ist eine davon. "Galija ist einfach ein offener, freundlicher Mensch, für den Familie und Freunde immer an erster Stelle stehen", sagt sie.

Als Ludmilla von Galijas Krebserkrankung und den Schwierigkeiten der Behandlung in Kasachstan erfährt, beschließt sie, selbst aktiv zu werden. Sie kontaktiert in Deutschland Fachärzte und erkundigt sich nach Therapiemöglichkeiten. So erfährt sie, dass das Hodgkin-Lymphom heutzutage als eine der am besten behandelbaren bösartigen Tumorerkrankungen gilt. "Allerdings nur, wenn der Patient eine ausreichend aggressive Chemotherapie erhält, die seinem Krankheitsstadium und damit seinem Rückfallrisiko angepasst ist", erläutert PD Dr. med. Mathias Hänel, Chefarzt der Klinik für Hamatologie/Onkologie im Klinikum Chemnitz. "Diese muss in kurzen Abständen über mehrere Monate wiederholt werden, um die Krebszellen vollständig zu vernichten", ergänzt Dr. Hänel. Seine Klinik ist auf die Therapie von Leukämien und Lymphdrüsenkrebs spezialisiert. Hier kann Galija Achmedschina am 27. August 2012 für vorbereitende Untersuchungen aufgenommen werden.

Für diese Diagnostik und die anschließende, mehrmonatige Chemotherapie werden insgesamt 20.000 Euro benötigt. Gemeinsam mit Freunden und dem Verein Talbrücke e.V., der sich seit etwa vier Jahren für Krebspatienten in Chemnitz engagiert, ruft Ludmilla Yadlovskyy eine Spendenaktion ins Leben. "Wir würden uns freuen, wenn sich daran auch viele Angehörige der TU Chemnitz, an der Galija studiert hat, beteiligen würden", sagt sie.

Wer helfen möchten, kann seine Spende überweisen an: Verein Talbrücke e.V., Sparkasse Chemnitz, Konto 3707000000, Bankleitzahl 87050000, Stichwort: Hilfe für Galija. Wer nähere Informationen wünscht oder eine Spendenbescheinigung benötigt, kann sich an den Verein Talbrücke e.V. wenden.

Kontakt: Dipl.-Psych. Ulrike Hübscher, Telefon 0371 333-43040, E-Mail u.huebscher@skc.de

(Quelle: Verein Talbrücke e.V.)

Katharina Thehos
13.08.2012

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