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Senioren bauen deutschlandweite Netzwerke aus

Das Seniorenkolleg an der TU Chemnitz war erstmals für Gäste aus Breitenbrunn, Schwarzenberg und Aue per Kunstbus erreichbar - Chemnitzer Senioren besuchten Partnereinrichtung in Frankfurt/Main

  • Nah dran: Die Gäste, die erstmals mit dem Kunstbus aus dem Erzgebirge anreisten, durften beim Seniorenkolleg am 10. Juli in der ersten Reihe Platz nehmen. Foto: Horst Clauß

"Konrad der Kunstbus" bringt seit März 2011 Schüler aus der Region zu den Ausstellungen der Kunstsammlungen Chemnitz. Am 10. Juli 2012 war in Anlehnung an dieses Projekt ein Kunstbus in besonderer Mission unterwegs: Eine "Bildungsexkursion für Ältere" stand auf dem Programm - zwölf Senioren aus Breitenbrunn, Schwarzenberg und Aue kamen per Kunstbus zu einem Ganztagsausflug nach Chemnitz. Grundlage dafür ist eine Kooperation des Seniorenkollegs an der TU Chemnitz mit der Bürgerakademie Breitenbrunn. Nach einem Stadtrundgang und einem Besuch in den Kunstsammlungen nahmen die zwölf Gäste an der Vorlesung des Seniorenkollegs im größten Hörsaal der TU teil. Gemeinsam mit rund 700 weiteren Besuchern lauschten sie dem Vortrag von Heinz Preschner zum Thema "Mein Leben als Kammersänger". Der 78-jährige Referent ist selbst Hörer des Seniorenkollegs und stellte seinen Kommilitonen mit Worten, Bildern, Tonaufzeichnungen und Gesangseinlagen seine künstlerische Entwicklung vor. "Die Gäste aus dem Erzgebirge wollen gerne mit weiteren Teilnehmern wiederkommen", sagt Prof. Dr. Roland Schöne, wissenschaftlicher Leiter des Seniorenkollegs und Initiator des Kunstbus-Angebotes für Senioren. Er ergänzt: "Gemeinsam mit der Generaldirektorin der Kunstsammlungen, Ingrid Mössinger, ist ein weiterer Einsatz des Kunstbusses für Senioren und auch generationsübergreifend mit Jüngeren geplant. Dafür suchen wir gerade Sponsoren und versuchen, Fördermittel einzuwerben." Wenn dies gelingt, könnte die nächste "Bildungsexkursion" am 2. Oktober 2012 auf dem Programm stehen. Dann referiert TU-Rektor Prof. Dr. Arnold van Zyl im Seniorenkolleg über die weitere Entwicklung der Chemnitzer Universität. "Umgekehrt könnten mithilfe des Kunstbusses auch ältere Chemnitzer die ländlichen Regionen besuchen, um Vorträge der Bürgerakademie Breitenbrunn und Kultureinrichtungen im Erzgebirge zu besuchen", so Schöne.

Eine weitere Bildungsreise traten 23 Teilnehmer des Seniorenkollegs vom 12. bis zum 14. Juli an. Unter Leitung von Prof. Schöne waren sie an ihrer Partnereinrichtung zu Gast: der Universität des 3. Lebensalters (U3L) an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. "Unsere beiden Einrichtungen verbindet seit 1992 eine nachhaltige und erfolgreiche Zusammenarbeit mit jährlichen gemeinsamen Seminaren im Wechsel an beiden Standorten", berichtet Schöne. Im Mittelpunkt standen dabei immer wieder die unterschiedlichen Entwicklungen in West- und Ostdeutschland vor und nach der politischen Wende 1989. "Zugleich entwickelten sich aus dieser Zusammenarbeit persönliche Begegnungen und langjährige Freundschaften", sagt Schöne. Bei dem diesjährigen Seminar in Frankfurt ging es um aktuelle Fragen der Seniorenbildung in der Europäischen Union, in Deutschland und in den beiden Einrichtungen. "Die Präsentation der Chemnitzer Senioren über die von der Europäischen Union geförderten Grundtvig-Lernpartnerschaften mit fünf Partnerländern stieß bei unseren Gastgebern auf großes Interesse. Die Frankfurter Senioren haben bisher in keinem europäischen Projekt gearbeitet", berichtet Schöne und stellt in Aussicht: "Eventuell können wir in einem neuen Grundtvig-Projekt ab 2013 zusammenarbeiten." Im Gegenzug berichteten die Frankfurter über ihre Enigma-Projektgruppe, die sich mit der Internetnutzung durch Senioren beschäftigt hat. Rund 90 Prozent der U3L-Teilnehmer verfügen über eine E-Mail-Adresse. "Das sind wesentlich mehr als am Seniorenkolleg in Chemnitz - und das obwohl wir hier zehn PC-Kurse pro Semester anbieten", so Schöne. Die U3L unter der Leitung von Prof. Dr. Günther Böhme begeht im Herbst 2012 ihr 30-jähriges Jubiläum und erreicht 3.300 Teilnehmer aus dem Großraum Frankfurt. In Chemnitz verbucht das Seniorenkolleg 860 Teilnehmer aus der Region. Im Herbst 2013 begeht es sein 20-jähriges Bestehen. Zu der geplanten Festveranstaltung und dem zweiten Mitteldeutschen Weiterbildungsforum am 6. und 7. Oktober 2013 ist der nächste Gegenbesuch der Frankfurter Senioren in Chemnitz geplant.

Weitere Informationen zum Seniorenkolleg: http://www.tu-chemnitz.de/seniorenkolleg

Katharina Thehos
19.07.2012

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