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"Als Ingenieur liegt dir die Welt zu Füßen!"

Susann Köhler und Wolfgang Förster studieren Maschinenbau und haben ihre Entscheidung nicht bereut

  • Diesen Sternmotor hat Susann Köhler auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung 2010 bewundert - vielleicht schraubt sie nach ihrem Maschinenbau-Studium selbst mal an solchen Motoren, die es schon in den Anfängen der Luftfahrt gab und die bis heute vor allem in Kleinflugzeugen eingesetzt werden. Einen Job in der Luftfahrt könnten sich Susann Köhler und ihr Kommilitone Wolfgang Förster beide gut vorstellen. Fotos: Susann Köhler/Christian Schenk, Montage: Christian Schenk

"Man muss sich halt manchmal etwas zutrauen", weiß Wolfgang Förster. Der 32-Jährige erinnert sich noch gut daran, wie er zu seinem Maschinenbau-Studium kam und das er es sich anfänglich nicht zugetraut hatte, diesen technischen Studiengang zu belegen. Um herauszufinden, warum er sich trotzdem dafür entschied, muss man wissen, dass er nicht wie viele andere Studenten den klassischen Bildungsweg vom Abitur zur Universität gewählt hat. Nach seinem Realschulabschluss, einer Ausbildung zum Maler und Lackierer und anschließender Berufstätigkeit, suchte er bald nach einer neuen Herausforderung, die ihn und seine Fähigkeiten förderten. Er machte ein Fachabitur und bewarb sich an der TU Chemnitz. Jedoch nicht für Maschinenbau, sondern für Psychologie. "Das hat mich schon immer interessiert. Farbe und Gestaltung hat ja auch viel mit Psychologie zu tun", meint er. "Ich hatte überlegt, was meinen Interessen entsprechen könnte." Nach erfolgreicher Aufnahmeprüfung, die nötig war, um mit einem Fachabitur an einer Universität zu studieren, stellte sich schnell heraus, dass die Chance gering war, einen der wenigen Studienplätze zu bekommen. "Ich habe mich dann für Maschinenbau entschieden, weil die Fachoberschulausbildung auch den Schwerpunkt Maschinenbau hatte und mir das gut gefallen hat", begründet er seine damalige Entscheidung.

Seiner neun Jahre jüngeren Kommilitonin Susann Köhler ging es ähnlich. Auch sie traute sich nicht zu, Maschinenbau zu belegen, ließ sich aber überzeugen. "Mathe und Physik hab ich schon immer gerne gemacht, das war die logische Entscheidung. Ja, es hat mir auch schon immer Spaß gemacht, selber zu basteln und an meinen Sportgeräten selbst Hand anzulegen", zählt Susann Köhler einen Grund für ihren Entschluss auf.

Die beiden Studenten bereuen ihre Entscheidung für das Studienfach und den Standort Chemnitz nicht. Natürlich hätten sie auch nach Dresden oder Leipzig gehen können, um dort gezielt Luft- und Raumfahrtechnik zu studieren, einen Bereich, für den sich beide interessieren und in dem sie später vielleicht einmal arbeiten möchten. "Es ist gar nicht so schlecht, dass unser Studium recht allgemein gehalten ist, so sind noch keine Grenzen für später gesetzt. Ich denke, wenn man sich schon so frühzeitig spezialisiert, ist es etwas schwieriger, in ein anderes Fachgebiet zu wechseln", sieht Köhler einen entscheidenden Vorteil für den Chemnitzer Maschinenbaustudiengang. Ein anderer Punkt, der für Chemnitz sprach war, dass beide in der Stadt geboren wurden und Familie sowie Freunde in der Nähe haben. Allerdings sprach auch das familiäre Klima im Studiengang für ihre Wahl. "Wir sind nur neun Studenten in der Vertiefungsrichtung Angewandte Mechanik. Der Professor kennt uns mit Namen, er kümmert sich auch sehr um uns, ich denke, wir können da sehr zufrieden sein", meint die 23-Jährige, die neben dem Studium als Wissenschaftliche Hilfskraft an der Professur für Festkörpermechanik arbeitet. Ihre Tätigkeit an der Universität ermöglichte es ihr, tiefer in das Studium einzutauchen und auch praktisch tätig zu werden, zum Beispiel indem sie Simulationen durchführt. Mehr praktische Erfahrung konnte sie im Grundstudium bei der mechanischen Bearbeitung sammeln, ebenso durch zwei Exkursionen, bei denen sie direkten Einblick in verschiedene Firmen bekam. Des Weiteren bietet das Praxissemester sowie die Studien- und Projektarbeit Gelegenheit, in den Forschungsalltag zu schauen. Susann Köhler bereitet sich beispielsweise gerade auf ihre Studienarbeit im Ausland vor, die sie von Anfang März bis Ende Juni 2012 in Schweden absolviert und von der sie sich tiefere Einblicke in die Forschung erhofft. Danach will sie ihre Diplomarbeit schreiben und endlich arbeiten. In welchem Bereich sie später tätig sein möchte, weiß sie noch nicht, zur Auswahl steht eine Promotion oder die Arbeit im Luft- und Raumfahrt-, Sportgeräte- oder Energiesektor.

Förster, der an der Professur für Werkstofftechnik arbeitet, hält sich ebenfalls verschiedene Optionen offen. Bevor er sich aber vielleicht für einen Arbeitsplatz in der Luftfahrt entscheidet, muss er noch sein Fachpraktikum absolvieren sowie die Studien- und Diplomarbeit schreiben. Dennoch weiß er genau, wie seine spätere Arbeit aussehen soll: "Ich will eine Arbeit machen, die ich gerne tue und die abwechslungsreich ist. Wenn ich dabei noch etwas für unsere Zukunft erreichen kann, dann bin ich damit sehr zufrieden." Und er ergänzt augenzwinkernd: "Als Ingenieur liegt dir die Welt zu Füßen!" Er weist damit auf seinen offen gestalteten, aber trotzdem gut strukturierten Studiengang an der TU hin, der ihm später viele Arbeitsmöglichkeiten bietet.

Aber nicht nur den Studenten bietet sich ein vielfältiges Arbeitsangebot, auch den vergleichsweise wenigen Frauen des Studiengangs stehen viele Türen offen. Im Jahr 2010 studierten gerade einmal 74 Frauen von insgesamt 195 Studenten Maschinenbau. Allerdings sieht Susann Köhler keinen Nachteil darin. "Im Gegenteil ich komme eigentlich ganz gut mit den Männern aus. Es ist einfach unkompliziert." "Die Frauen, die Maschinenbau studieren, denken eher logisch und sind praktisch veranlagt wie wir Männer", ergänzt ihr Kommilitone. Die Zusammenarbeit zwischen Männern und Frauen sei sehr freundschaftlich, denn jeder helfe jedem, was wiederum ein entscheidender Vorteil des Studiengangs ist. "Es ist eben der beste Studiengang, den es gibt", meint Förster abschließend.

(Autorin: Sandra Edel)

Katharina Thehos
10.01.2012

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