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Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre

Öffentliche Ringvorlesung "Mein Buch" der Philosophischen Fakultät geht in die nächste Runde - am 14. Dezember spricht Prof. Dr. Winfried Thielmann

  • Wichtige Ereignisse des Romans "Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre" lässt der Autor Heimito von Doderer in der Nähe der Strudlhofstiege in Wien spielen. Foto: Peter Lindlein

Die Ringvorlesung "Mein Buch" wird am 14. Dezember 2011 um 19 Uhr im Kleinen Saal des Museums Gunzenhauser am Falkeplatz in Chemnitz fortgesetzt. Der Eintritt ist frei. Diesmal referiert Prof. Dr. Winfried Thielmann, Inhaber der Professur für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache an der TU Chemnitz, über Heimito von Doderers Werk "Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre", wozu er Folgendes bemerkt:

"Ich sehe den Sinn der wunderbaren Idee dieser Ringvorlesung darin, Bücher und Menschen in einer Weise zusammenzubringen, dass sich vor allem die Bücher wieder wohler fühlen unter uns. Denn was könnte einsamer sein als ein ungelesenes Buch? Aber auch unter dem Aspekt der Bucheinsamkeitsverhinderung ist es natürlich ein geradezu hoffnungsloses Unterfangen, der unmöglichen `Strudlhofstiege´ des noch sehr viel unmöglicheren Doderer Leser verschaffen zu wollen - denn wer interessierte sich schon für einen Text von 900 Seiten, in dem nichts passiert, was man in irgendeiner Weise zusammenfassen könnte, und dessen umständlichst entfaltete Vorkommnisse `im Grunde alles lauter Gemeinheiten sind´? Es ist ja schon der erste Satz, den die - ganz wenigen - Doderer-Enthusiasten selbstverständlich auswendig können, eben so ein unmöglicher Doderer-Satz, den ich, um darzutun, dass der Abend, wenn er schon hinsichtlich seines erklärten Zieles mit ziemlicher Sicherheit scheitern wird, dies dann doch wenigstens auf unterhaltliche Weise bewerkstelligen soll, eben noch hierhersetze: `Als Mary K.s Gatte noch lebte, Oskar hieß er, und sie selbst noch auf zwei sehr schönen Beinen ging (das rechte hat ihr, unweit ihrer Wohnung, am 21. September 1925 die Straßenbahn über dem Knie abgefahren), tauchte ein gewisser Doktor Negria auf, ein junger rumänischer Arzt, der hier zu Wien an der berühmten Fakultät sich fortbildete und im Allgemeinen Krankenhaus seine Jahre machte.´"

Alle Veranstaltungen der Philosophischen Fakultät im Jubiläumsjahr der TU sind nachzulesen unter http://www.tu-chemnitz.de/tu/175jahre/programm.php. Hier sind auch die weiteren Termine der Ringvorlesung vermerkt.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Bernadette Malinowski, Telefon 0371 531-39511, E-Mail bernadette.malinowski@phil.tu-chemnitz.de.

(Autorin: Anett Michael)

Katharina Thehos
09.12.2011

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