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Philosophin wird Programmiererin

An der TU Chemnitz entdecken Geisteswissenschaftler die Informatik: Jennifer Bohn wollte Informatik lernen und mag entspannte Leute - in Chemnitz fand sie beides

  • Jennifer Bohn vereint Journalismus mit Technik und studiert auf ganz frischen Pfaden. Foto: Amac Garbe

Nach dem Medienkulturstudium in Weimar sollte es etwas Praktisches sein. Eineinhalb Jahre arbeitete Jennifer Bohn deshalb als Junior-Texterin in einer Werbeagentur - solange, bis die Theorie von neuem lockte. So entschied sich die Rheinland-Pfälzerin für den einzigartigen Masterstudiengang "Informatik für Journalisten" (Anm.d.Red.: Ab Wintersemester 2011/12 heißt dieser Studiengang "Informatik für Geistes- und Sozialwissenschaftler"). Inzwischen studiert die 26-Jährige seit vier Semestern diesen ungewöhnlichen Masterstudiengang in Chemnitz. Sie sind nur fünf Studenten, alles Frauen. Trotzdem ist sie hauptsächlich von männlichen Kommilitonen umgeben, weil sie die meisten Kurse mit den Informatik-Studenten des Bachelor-Studienganges zusammen haben. Das stört sie aber überhaupt nicht. "Manche sehen zwar aus, als hätten sie wochenlang keine Sonne gesehen", bestätigt sie ein gängiges Vorurteil über Informatiker, "aber dafür sind alle sehr hilfsbereit und auf dem Boden geblieben."

Morbider Charme

Jennifer Bohn mag Menschen, die nicht so aufgesetzt und übertrieben hip daherkommen. Das ist auch ein Grund, warum es ihr in Chemnitz gefällt. Außerdem findet sie es gut, "wenn alles noch ein bisschen unfertig ist." Chemnitz sei zwar keine besonders schöne Stadt, habe aber einen ganz eigenen, irgendwie morbiden Charme, sei sehr grün und lebe von den vielen engagierten Leuten, die sich für Kultur einsetzen. Dass es in Sachsen keine Studiengebühren gibt, sieht sie als einen weiteren klaren Vorteil an. Vor allem ging es ihr aber um den Masterstudiengang "Informatik für Journalisten", den es nur in Chemnitz gibt. Noch ist alles frisch und neu. Denn der Studiengang ist ein Pilot-Projekt. Die erste Generation studiert gerade. Vermutlich wird sich für die nächste Runde noch einiges ändern - der Name zum Beispiel -, schließlich sollen sich nicht nur Journalisten, sondern alle Bachelorabsolventen der Geistes- und Sozialwissenschaften angesprochen fühlen. Auch soll es in Zukunft noch mehr Wahlfreiheit geben. "Die Dozenten und Organisatoren lassen da sehr viel mit sich reden und sind immer offen für Verbesserungsvorschläge", lobt Jennifer Bohn.

Sie rät Geisteswissenschaftsabsolventen, keine Berührungsängste zu haben. Informatik sei einfach ergebnisorientierter. "Man redet nicht so viel um den heißen Brei herum", sagt sie schmunzelnd. "In der Informatik muss man versuchen, strukturierte Lösungen zu finden, die auch wirklich funktionieren." Sie möchte es nicht missen, beide Welten kennengelernt zu haben.

Gespür für später

Mit dem Master fast in der Tasche kann sie zwar keine komplizierten Anwendungen durchprogrammieren, aber sie hat ein Grundverständnis dafür entwickelt, was geht und was nicht. Vor allem sieht sie sich als Schnittstelle zwischen verschiedenen Disziplinen. Das könnte ihr später in einer Werbeagentur oder als selbstständige Projektbetreuerin nützlich sein. "Ich kann mich jetzt mit Programmierern auf einem fachlich höheren Niveau verständigen", erklärt sie. Bewiesen hat sie das vor kurzem erst. Im Rahmen der Lehrveranstaltung "Mediengestaltung" hat sie im Sommer 2010 an einem Konzeptwettbewerb des Deutschen Akademischen Auslandsdienstes teilgenommen - und gewonnen. Sie hatte eine Computerspielidee entwickelt, mit der Ausländer spielerisch die deutsche Kultur kennenlernen können. Ihr Onlinespiel heißt "Studi-Stadt". Darin werden verschiedene Mitbewohner-Castings für Wohngemeinschaften in einer erfundenen Studentenstadt simuliert. Neben dem Preisgeld erhielt sie Geld für die Umsetzung. Dabei half ihr ein Team aus Gestaltern und Programmierern. Und natürlich die eigenen WG-Erfahrungen in Chemnitz.

(Autorin: Susanne Magister, Quelle: "ad studium" Die Zeitung zum Studienstart - MINT-Spezial, 2011)

Mario Steinebach
06.08.2011

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