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"MeTeOr" schwebt an der Erfenschlager Straße

Face-to-face in variabler Forschungswelt: Bundesweit einzigartiges Projekthaus beginnt mit dem Forschungsbetrieb - Freistaat Sachsen investierte 3,9 Millionen Euro - "Tag der Architektur" am 25. Juni

Das Projekthaus "MeTeOr - Mensch-Technik-Organisation" wurde am 23. Juni 2011 nach rekordverdächtiger eineinhalbjähriger Bauzeit vom Geschäftsführer des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) Prof. Dr. Dieter Janosch an Prof. Dr. Rainer Wedekind als Vertreter des sächsischen Wissenschaftsministeriums und an die Technische Universität Chemnitz feierlich übergeben. Der Freistaat Sachsen investierte im Rahmen des Konjunkturpaketes II rund 3,9 Millionen Euro in die Baumaßnahme an der Erfenschlager Straße 73.

Im "MeTeOr" werden zukünftig interdisziplinär zusammengesetzte Teams aus Wissenschaftlern und Industrievertretern untersuchen, welche Auswirkungen der Wandel von Mensch, Technik und Organisation insbesondere auf die Arbeitsorganisation hat. Davon werden insbesondere kleine und mittlere Unternehmen der Region profitieren. Anwendungsorientierte Forschungsprojekte zum Beispiel zum Thema Benutzerfreundlichkeit von Produkten werden vorrangig auf die Automobilbranche und die Medizintechnik ausgerichtet. Das Gebäude entstand für die von Prof. Dr. Birgit Spanner-Ulmer geleitete Professur Arbeitswissenschaft an der Fakultät für Maschinenbau.

Finanzminister Prof. Dr. Georg Unland erklärte hierzu in einer Mitteilung seiner Pressestelle: "Das Gebäude ist nicht nur ein außergewöhnlicher Blickfang, sondern auch ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einer exzellenten und modern ausgebauten Hochschule. Der Freistaat Sachsen investierte in Baumaßnahmen der Technischen Universität Chemnitz zwischen 1990 und 2010 rund 200 Millionen Euro." Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Dr. Sabine von Schorlemer fügte in dieser Mitteilung hinzu: "MeTeOr sorgt mit seinem bundesweit einzigartigen Forschungsschwerpunkt für den so wichtigen Wissens- und Technologietransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Bei MeTeOr wird sichtbar, welch herausragende Funktion unsere Hochschulen für den gesamten Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Sachsen haben."

Unter der Projektleitung des SIB wurde das neue zweigeschossige Gebäude auf dem leicht erhöhten Gelände gegenüber dem Haus C errichtet. Dadurch entsteht der Eindruck, dass das Haus schwebt. "Die gerundete Fassade in südwestlicher Richtung wird nicht nur viele Blicke auf sich ziehen, sondern hat auch einen wissenschaftlichen Zweck - hier können die Auswirkungen von Schall untersucht werden. Für den Bau dieser Rundung wurde mit glasfaserverstärktem Kunststoff ein neuartiger Verbundwerkstoff verwendet, der extrem fest und trotzdem leichter als Beton und Stahl ist", erläuterte Wedekind. Das deutschlandweit einmalige Projekthaus ist durch und durch "made in Chemnitz". Der SIB baute das Projekthaus nach einem Entwurf der Chemnitzer Architektenarbeitsgemeinschaft MTO Jochen Krüger und Volker Hesse. Auch die halbrunde Fassade aus glasfaserverstärktem Kunststoff wurde in Chemnitz entwickelt - genauer gesagt an der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung der TU, die dafür die Berechnungen durchgeführt hat. Die Herstellung der Fassadenteile übernahm die Fiber-Tech Group.

Im "MeTeOr"-Gebäude gibt es eine Pilothalle, ein Test- und ein Trainingscenter, deren Räume und Ausstattungen nach den Erfordernissen der jeweils aktuellen Projekte variabel sind und zudem inspirierend gestaltet wurden. Durch ein modulares Innenwandsystem, das mit einem drehbühnenähnlichen Wandsegment korrespondiert, sind nahezu alle Innenwände verschiebbar, so dass immer wieder neue Raumaufteilungen möglich sind. Diese lassen veränderbare Raumgrößen von 40 bis 250 Quadratmeter zu. Wie in einer Fabrik können beispielsweise kleine Produktionsstätten aufgebaut werden. Die Räume können aber auch als Büro- und Konferenzräume sowie zu praxisnahen Qualifizierungen genutzt werden.

Mit diesen räumlichen Möglichkeiten und den modernen Informations- und Kommunikationstechnologien können bauphysikalische Komponenten wie Akustik, aber auch Tageslichtverläufe nach Jahreszeiten, Gerüche, Farbigkeiten, Harmonien oder Disharmonien mit dem Ziel der Verbesserung des Arbeitsumfeldes untersucht werden. "Wir verfügen nun über einen Ort, der die intensive Kooperation zwischen den Fachbereichen der TU Chemnitz, den Hochschulen in Deutschland und der Wirtschaft in temporärer und interdisziplinärer Projektarbeit ermöglicht", betonte Prof. Dr. Dietrich R.T. Zahn, Prorektor für Forschung. Besonders aus diesem Grund werde das Haus auch Wissenschaftler des Chemnitzer Exzellenzclusters eniPROD beherbergen und diese von den exzellenten Bedingungen für ihre wissenschaftliche Arbeit partizipieren lassen. Zudem werde hier auch eines der drei Forschungsschwerpunktfelder der Universität - nämlich "Human Factors in Technologies" - weiter ausgestaltet.

Zahn dankte im Namen der Universitätsleitung insbesondere dem Kanzler Dr. Eberhard Alles, der sich sehr stark für dieses Vorhaben engagierte. Sein Dank galt auch dem sächsischen Finanz- und Wissenschaftsministerium, die die notwendigen Gelder für den Bau und die Ausstattung bereitgestellt haben, und allen beteiligten Firmen, den Architekten, dem SIB und den beteiligten Bereichen der TU Chemnitz - allen voran die Professur Arbeitswissenschaft. "In diesem architektonischen Kleinod an der TU Chemnitz wurde ein angemessener Rahmen geschaffen, in dem künftig auf hohem Niveau geforscht, gelehrt und gelernt werden kann", sagte der Prorektor.

Übrigens: Zum "Tag der Architektur" am 25. Juni 2011 können sich Interessenten von 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr dieses Gebäude anschauen.

Broschüre über das Projekthaus "MeTeOr": http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/2011/Projekthaus_MeTeOr.pdf

Aktuelle Forschungsschwerpunkte der Professur Arbeitswissenschaft: http://www.tu-chemnitz.de/mb/ArbeitsWiss/de/content/forschungsschwerpunkte

Weitere Informationen zum Projekthaus "MeTeOr" erteilen Prof. Dr. Birgit Spanner-Ulmer, Inhaberin der Professur Arbeitswissenschaft der TU Chemnitz, Telefon 0371 531-23210, E-Mail birgit.spanner-ulmer@mb.tu-chemnitz.de, und Stev Glöckner, Telefon 0371 531-36640, E-Mail stev.gloeckner@mb.tu-chemnitz.de.

Mario Steinebach
23.06.2011

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