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Auftakt zur Reihe "Biographische Studien zum 20. Jahrhundert" erschienen

Neues Publikationsforum für Chemnitzer Dissertationen begründet - Erster Band widmet sich dem umstrittenen Journalisten Gerhard Löwenthal (1922-2002)

Mit seinen historischen Marksteinen - dem Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 und dem Ende des Kalten Krieges 1989/91 - gilt das 20. Jahrhundert vielen Historikern als das "kurze" im Gegensatz zum "langen" 19. Jahrhundert. Dieses Jahrhundert wurde von Deutschland ebenso geprägt, wie umgekehrt die historischen Ereignisse gravierende Auswirkungen auf die deutsche Nation hatten. Neben den strukturellen Voraussetzungen für die politischen und kulturellen Entwicklungen dieser Epoche war es immer wieder auch das Handeln einzelner Personen, das Geschichte schrieb. Im Umfeld der Professur für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts der Technischen Universität Chemnitz entstehen eine Reihe von Dissertationen und Habilitationen, die das Wirken solcher Personen kritisch beschreiben und aufarbeiten. Um diesen von ihm betreuten Qualifikationsarbeiten eine würdige Publikationsmöglichkeit zu bieten, begründete Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll die Reihe "Biographische Studien zum 20. Jahrhundert".

"Der biographische Ansatz, der in der Geschichtswissenschaft lange ein Schattendasein fristete, hat in den letzten Jahren wieder merklich an Bedeutung gewonnen", erläutert Kroll, der für den Berliner be.bra verlag bereits als Mitherausgeber der Reihe "Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert" fungiert und von der Verlagsleitung auf die Möglichkeit einer erweiterten Zusammenarbeit angesprochen wurde. "Aufgrund der angenehmen bisherigen Kooperation habe ich diese Möglichkeit, unseren Chemnitzer Promovenden ein attraktives Publikationsforum zu bieten, natürlich gerne wahrgenommen", meint der Inhaber der Professur weiter. Auch Dr. Robert Zagolla, Programmleiter des be.bra verlags, freut sich über die Intensivierung der gemeinsamen Tätigkeit: "Die neue Reihe ergänzt auf hervorragende Weise unser zeitgeschichtliches Wissenschaftsprogramm, nicht zuletzt durch den gewählten biographischen Ansatz und die große Bandbreite der Themen."

Den Auftakt bildet der vor wenigen Tagen erschienene Titel "Gerhard Löwenthal. Ein Beitrag zur Politischen Publizistik der Bundesrepublik Deutschland". In einer überarbeiteten Fassung seiner im Mai 2010 von der Philosophischen Fakultät angenommenen Promotionsarbeit untersucht Stefan Winckler die ungewöhnliche Karriere eines Journalisten, der die publizistische Landschaft in der Bundesrepublik der 1970er und 1980er Jahre so stark prägte wie kaum ein anderer. Wurde Löwenthal in der DDR teils als "Staatsfeind Nummer 1" deklariert, so galt er vielen Kollegen im Westen als polemischer Aufpeitscher wider die Entspannungspolitik. Zum ersten Mal werden nun Werdegang und politische Hintergründe des streitbaren Moderators des "ZDF Magazins" wissenschaftlich umfassend beleuchtet.

Für die nächsten Jahre ist die Veröffentlichung zahlreicherer weiterer Dissertationsprojekte geplant, die auch von ehemaligen Studenten der TU Chemnitz durchgeführt werden. Martin Munke, Absolvent des Master-Studienganges Europäische Integration und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, wird eine Studie zum Russlandexperten und NS-Funktionär Georg Leibbrandt (1899-1982) verfassen. Lars Förster, Absolvent des Master-Studienganges Europäische Geschichte und Stipendiat der Rosa-Luxemburg-Stiftung, befasst sich in seiner Arbeit mit dem Leben des DDR-Schriftstellers Bruno Apitz (1900-1979), dessen Roman "Nackt unter Wölfen" dem Autor zu weltweiter Bekanntheit verhalf. In ihrer Gesamtschau entfalten diese und weitere Forschungsvorhaben ein Panorama der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert, über Kaiserreich, Weimarer Republik und NS-Diktatur bis hin zur Geschichte der beiden deutschen Staaten nach 1945 sowie der wiedervereinigten Bundesrepublik.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll, Telefon 0371 531-33922, E-Mail frank-lothar.kroll@tu-chemnitz.de.

(Autor: Martin Munke)

Mario Steinebach
27.04.2011

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