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Mit Nanoröhrchen kommt er ganz groß raus

Prof. Dr. Oliver Schmidt ist "Wissenschafts-Ass 2010" - Der in Chemnitz und Dresden tätige Professor siegte im Wettbewerb "Sachsen Asse" in der Kategorie Wissenschaft

  • Spitzenforschung im Rampenlicht: Prof. Dr. Oliver Schmidt (r.) wurde von der SACHSEN ASSE Stiftung mit dem "Wissenschafts-Ass" geehrt. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Thomas Geßner, der selbst diese Auszeichnung vor neun Jahren erhielt. Foto: André Bujara

Sie sind kreativ und engagiert, gehen neue Wege und produzieren Innovationen am laufenden Band. Gemeint sind die "Sachsen-Asse 2010", die am 30. Oktober 2010 während einer Festveranstaltung im Forum Chemnitz geehrt wurden. 125 Vorschläge gingen zuvor beim Veranstalter - der SACHSEN ASSE Stiftung - ein, darunter zehn im Bereich Wissenschaft. Am Ende hatte in dieser Kategorie Prof. Dr. Oliver Schmidt die Nase vorn und erhielt den von der Stiftung ausgelobten Preis. Prof. Schmidt ist Direktor des Instituts für Integrative Nanowissenschaften am Leibniz-Institut für Festkörper und Werkstoffforschung (IFW) Dresden. Gleichzeitig hat Prof. Schmidt eine Professur für Materialsysteme der Nanoelektronik an der TU Chemnitz und seit Oktober eine Außenstelle des IFW auf dem Smart Systems Campus in Chemnitz.

In seiner Laudatio nahm Prof. Dr. Thomas Geßner, Direktor des Zentrums für Mikrotechnologien der TU Chemnitz und Leiter der Fraunhofer-Einrichtung für Elektronische Nanosysteme ENAS, die mehr als 500 Gäste der Festveranstaltung mit in die Welt des Wissenschaftlers Oliver Schmidt. Er berichtete von dessen bahnbrechender Entwicklung von Nanoröhrchen, die mit dem bloßen Auge nicht mehr zu erkennen sind. "Prof. Schmidt nutzt dafür den schon seit mehr als einhundert Jahren bekannten Effekt, dass sich Schichten von allein aufrollen können. Dies geschieht durch einen inneren Verspannungszustand des Materials wie bei einem Bimetall. Doch erst Anfang des 21. Jahrhunderts erkannten Wissenschaftler die Chance, mit diesem Effekt Nanoröhrchen herzustellen", berichtet Prof. Geßner. Prof. Schmidt ging einen Schritt weiter und entwickelte eine Methode, die es nicht nur erlaubt diese Röhrchen herzustellen, sondern sie in Strukturen anzuordnen. Diese Entdeckung erlaubt es nun, Nanoröhrchen in Mikrochips zu integrieren und zu positionieren."

Laut Aussage von Prof. Geßner ergeben sich dadurch ganz neue Möglichkeiten für Anwendungen in der Nanotechnologie: "So können diese Röhrchen mit einer fluoreszierenden Flüssigkeit gefüllt in Werkstoffe eingesetzt werden. Diese Werkstoffe werden zum Beispiel für Flugzeugflügel oder Windräder verwendet. Wenn dort feinste Risse im Material auftreten, brechen die Nanoröhrchen auf und die Flüssigkeit entweicht. Bei einer Überprüfung der Flügel wird dann die Farbänderung im Material erkannt und somit auch der Schaden im Material. Darüber hinaus gibt es noch viele Anwendungsmöglichkeiten für die Nanoröhrchen als Energiespeicher oder Antrieb für kleinste Roboter." Diese Entwicklung sorgte auch international für Aufsehen, etwa auf zehn Titelseiten international renommierter Fachzeitschriften und in mehr als 100 eingeladenen Vorträgen weltweit. "Ich bin begeistert von der genialen Idee, aber auch davon, dass wir solche Köpfe wie Oliver Schmidt hier in Sachsen haben. Die internationale Aufmerksamkeit wird auf unseren Freistaat und auf Chemnitz gelenkt und macht die Leistungsfähigkeit unserer Forscher auf dem Gebiet der Mikro- und Nanotechnologien deutlich", so Prof. Geßner, der übrigens selbst vor neun Jahren als "Sachsen-Ass" im der Kategorie Wissenschaft geehrt wurde.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Oliver G. Schmidt, Telefon 0351 4659-800, E-Mail o.schmidt@ifw-dresden.de.

Homepage des Wettbewerbs: http://www.sachsen-asse.de

Mario Steinebach
01.11.2010

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